Pal Dardai beim Training unter der Woche. Bild: imago/Metodi Popow
Audio: Inforadio | 14.04.19 | 09:14 Uhr | Dennis Wiese | Bild: imago/Metodi Popow

Hertha vor dem Spiel in Hoffenheim - Minimalziel Unentschieden

Die Ausgangslage war schon mal rosiger: Nach zuletzt vier Niederlagen in Folge hat Hertha-Coach Pal Dardai einen Punkt als Ziel für die Partie in Hoffenheim ausgegeben. Der Ungar ist um Ruhe bemüht, muss aber auf gleich mehrere Spieler verzichten.

Dem Protagonisten war nichts anzusehen. Pal Dardai schlenderte in gewohnter Manier in den Raum, eine Hand in der Tasche und ließ sich entspannt auf seinem Stuhl nieder. Sogar ein Lächeln huschte kurz über sein Gesicht - ein bisschen so als würde er sagen wollen: Mal sehen was ihr euch heute überlegt habt.

Ungewöhnliche Unruhe

Denn der Hertha-Trainer und die Hauptstadtpresse haben eine verhältnismäßig schwierige Woche hinter sich. Dazu muss man wissen: Die ersten Jahre seiner Amtszeit arbeite Pal Dardai in Berlin ziemlich ruhig vor sich hin. Aber nach der 1:2-Niederlage gegen Düsseldorf ging es für Dardaiische Verhältnisse rund bei Hertha.

Valentino Lazaro und Rune Jarstein stichelten in Interviews gegen ihre Mitspieler, Dardai wetterte gegen die Journalisten, Niklas Stark wunderte sich über Valentino Lazaro und der für gewöhnlich äußerst zurückhaltende Manager Michael Preetz betonte, die letzten Ergebnisse seien nicht nach seinem Geschmack.

Der kleinstmögliche Nenner muss zur Zeit reichen

"Ich glaube wir sind uns grundsätzlich einig, dass wir nicht zufrieden sind mit 11 Punkten in der Rückrunde", sagte Preetz. Auch in der Bewertung der jüngsten Niederlage sei er sich im Prinzip mit seinem Trainer einig, jedenfalls darüber, dass beide das Spiel gegen Düsseldorf "lieber gewonnen als verloren" hätten. Das ist zwar nur der kleinstmögliche gemeinsamme Nenner, aber er muss vorerst reichen.

Denn das Spiel gegen Hoffenheim wäre auch ohne die Nebenschauplätze ein äußerst schwieriges und so versuchen die Berliner Verantwortlichen Ruhe zu demonstrieren. "Wir hatten nie die große Meinungsverschiedenheit. Was in den Medien steht, das ist manchmal schön und lustig", sagte Pal Dardai. Er bekräftigte aber auch noch einmal was er schon unter der Woche gesagt hatte. Er wolle seinen Cheftrainer-Posten aufgeben, wenn er das Problem sei.

Mittelstädt spielt in der Zentrale

Jetzt musste er sein Team auf einen Gegner einstellen, der selbst für ein Hertha in Topform eine Herausforderung darstellt. Hoffenheim kämpft um die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb und feierte zuletzt zwei überzeugende Siege (4:0 gegen Augsburg und 4:1 gegen Leverkusen). Und dann ist da noch ein personeller Engpass in Herthas Mittelfeldzentrale, der Dardais Aufmerksamkeit fordert. Arne Maier und Fabian Lustenberger fehlten bereits gegen Düsseldorf verletzt, Ondrej Duda muss am Wochenende eine Gelbsperre absitzen und unter der Woche hat sich nun auch noch Marko Grujic im Training verletzt.

"Ein bisschen improvisieren" müsse er deshalb, sagte Dardai am Freitag - wieder einmal, denn zur Geschichte dieser frustrierenden Saison gehört auch das anhaltende Verletzungspech der Berliner. "Es ist dieses Jahr ein bisschen verhext", haderte der Coach mit dem erneuten Ausfall gleich mehrerer Leistungsträger. Mit seiner Lösung für die Mittelfeldzentrale ist er aber zufrieden: "Maxi [Anm. d. Redaktion: Mittelstädt] wird ein gutes Spiel machen, da bin ich fest überzeugt von."

Dardai will noch neun Punkte holen

Das wäre wichtig, auch für Pal Dardai, denn eine weitere Niederlage dürfte die Diskussionen um seinen Posten nur weiter anheizen. Immerhin: Gewinnen muss er gegen Hoffenheim nicht, da dürften sich diesmal alle einig sein. "Ein Punkt" ist das Ziel des Trainers. Einer von neun die er bis zum Saisonende noch sammeln will. Denn geht es nach ihm, dann soll sein Team die Rückrunde mit 20 Punkten abschließen. Ob sich das mit den Saisonzielen von Manager Preetz deckt, wird sich dann zeigen.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Nach so vielen Jahren mit derselben Führungsmannschafft immer nur im nichtssagenden Mittelfeld zu spielen, zeugt nicht gerade von einer funktionierenden Strategie. Ein Hauptstadtclub wie die Hertha sollte ambitioniertere Ziele haben. In so einem Zustand braucht man auch kein neues Stadion. Es fehlen das langfristige Ziel (CL) und die Bausteine, die den Weg dorthin pflastern. Einzig die Arbeit im Jugendbereich ist klasse, reicht aber allein nicht aus.

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