Klarer Auftrag auch in dieser Saison: Der Sieg im Landespokal. / imago/Matthias Koch
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Cottbus im Landespokal-Halbfinale bei Brieselang - "Es ist ein eminent wichtiges Spiel für uns"

Die Sache scheint klar - auf dem Papier zumindest. Wenn Cottbus im Landespokal-Halbfinale bei Brieselang spielt, tritt ein Dritt- gegen einen Sechstligisten an. Und der Favorit aus der Lausitz will unbedingt den nächsten Schritt Richtung Titel machen. Von Johannes Mohren


rbb|24 zeigt das Spiel ab 18:50 Uhr im Livestream.

Dem Zufall überlassen will Energie Cottbus nichts. Dafür ist das Duell zu wichtig. Gleich zwei Mal machte sich also René Renno, Co-Trainer der Lausitzer, auf den Weg in den Brandenburger Amateurfußball - geschickt von seinem Chef Claus-Dieter Wollitz: "Er hat sie beobachtet. Einmal auswärts und einmal zuhause", erzählt der 53-Jährige.

Das Anschauungsobjekt war der SV Grün-Weiß Brieselang. Denn die Lausitzer müssen am Dienstag (ab 18:50 Uhr im Livestream bei rbb|24 und auf Facebook) beim Elften der sechstklassigen Brandenburg-Liga antreten. Dann ertönt der Anpfiff im Halbfinale des Landespokals. Siegen ist Pflicht für den Favoriten. "Es ist ein eminent wichtiges Spiel für uns. Wir müssen ins Finale. Wir müssen auch das Finale gewinnen, sonst sieht es zappenduster aus", sagt Wollitz.

Rund 160.000 Euro in der ersten Runde

Schließlich geht es um dringend benötigtes Geld. Rund 160.000 Euro bekommen die Teilnehmer der ersten Runde des DFB-Pokals. Um dort spielen zu dürfen, braucht Cottbus zunächst zwingend die Titelverteidigung im Landeswettbewerb - und die führt eben über Brieselang. Im Endspiel würden dann Fünftligist Luckenwalde oder Viertligist Rathenow warten, die sich in der anderen Halbfinal-Begegnung duellieren (17. April, 18:30 Uhr, ebenfalls im Livestream bei rbb|24 und auf Facebook).

Für Wollitz bedeutet das einen Balanceakt. Er besteht darin, den Gegner nicht zu unterschätzen, das Weiterkommen nicht zu gefährden - und gleichzeitig wichtige Stützen des Teams nicht zu überlasten. Schließlich geht es im Abstiegskampf der dritten Liga auch Woche für Woche um alles. In Jena wird das am Samstag (14 Uhr) - sprich: nur vier Tage nach der Landespokal-Partie - nicht anders sein. "Es sind so viele Fragen, die ich zu beantworten habe. Ich fühle mich da gerade auch nicht so gut bei. Das gebe ich ehrlich zu", sagt Wollitz - und: "Es steckt die Gefahr darin, dass ich nicht die richtige Mischung finde. Ich brauche da Spieler, die das vom Kopf her annehmen - auch wenn bei ihnen vielleicht spielerisch die letzte Qualität fehlt."

"Die Vorfreude ist riesig"

Beim Gegner ist die Stimmung befreiter. Während Cottbus nur verlieren kann, kann der Sechstligist nur gewinnen. "Die Vorfreude ist riesig. Das wird für die Spieler etwas ganz Besonderes", sagt Trainer Patrick Schlüter. Schon alleine die Kulisse wird für sein Team ziemlich ungewohnt sein. 59 Zuschauer sind beim Portal fupa.net für das letzte Heimspiel der Brieselanger verzeichnet. Bis zu 1.200 finden am Halbfinal-Spielort in Falkensee Platz. Dort - einige Kilometer von der eigentlichen Heimstätte entfernt - wird die Partie angepfiffen.

Die Saison war für das Team zuletzt vor allem eines: ernüchternd. Die Wintervorbereitung lief nicht gut. Viele fehlten. Sie waren verletzt oder mussten arbeiten. Es sind halt ganz andere Bedingungen als bei den Cottbuser Profis. Zehn Spiele in Folge verlor Brieselang zuletzt und hat nur noch fünf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Das Landespokal-Spiel soll da im besten Fall ein Mutmacher werden - selbst wenn es mit dem Sieg nicht klappt. Denn dass der nicht besonders wahrscheinlich ist, sagen sie beim Brandenburg-Ligisten ganz offen. "Da bin ich realistisch", sagt auch Trainer Schlüter, der in der Vorbereitung keine verrückten Dinge machen will: "Das läuft alles ganz normal. Und dann gehen die Spieler auf den Platz und sollen ihren Job machen wie immer." Und vielleicht gibt es sie ja dann doch: Eine der berühmt-berüchtigten Pokal-Sensationen.

Sendung: rbb UM6, 01.04.2019, 18 Uhr

Beitrag von Johannes Mohren

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