Christopher Trimmel im Zweikampf. (Quelle: imago/Picture Point LE)
Audio: Inforadio | 07.04.2019 | Philipp Weiskirch | Bild: imago/Picture Point LE

Remis in Dresden: Union weiter auf Relegationsplatz - Viel Kampf, aber keine Tore im Ost-Duell

Nach zwei Niederlagen in Folge hat Union Berlin den Abwärtstrend zumindest leicht gestoppt: In einem hitzigen Ost-Duell bei Dynamo Dresden fielen zwar keine Tore, dafür knallte es vor allem in der zweiten Halbzeit fast in jedem Zweikampf. Von Uri Zahavi

Als Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus das Ost-Duell zwischen Dynamo Dresden und Union Berlin nach 94 Minuten abpfeift, ist man fast geneigt, den 22 Akteuren auf dem Rasen zuzurufen: "Das Spiel ist vorbei, ihr könnt euch wieder beruhigen."

Das 0:0 zwischen beiden Teams lebte nämlich zu keiner Sekunde von spielerischer Finesse, fußballerischen Fertigkeiten oder berauschenden Passstafetten. Nein, dieses Duell kreierte seine gesamte Faszination durch Kampf, Leidenschaft und dem unbändigen Siegeswillen beider Mannschaften.

Emotionen bis auf die Ersatzbank

Die zwei Szenen, die das am besten verdeutlichen, spielen sich ironischerweise gar nicht auf dem Rasen ab. In der 67. Minute wechselt Union-Coach Urs Fischer und bringt Marcel Hartel für den ehemaligen Dresdner Akaki Gogia. Der Deutsch-Georgier ist wenig begeistert von der Entscheidung des Trainers - und feuert ein Handtuch wutentbrannt von sich weg.

Quasi eine Duplizität der Ereignisse erleben die Zuschauer nur zwei Minuten später. Nächster Wechsel bei den Eisernen, diesmal kommt Sebastian Polter für Sturmkollege Sebastian Andersson. Und, siehe da, das nächste Handtuch fliegt Richtung Bank. Dieses Spiel reißt seine Protagonisten zumindest emotional mit.

Chancenarmut und spielerische Magerkost im ersten Durchgang

Die ersten 45 Minuten sind schnell erzählt: Die Berliner sind die bessere Mannschaft, ohne aber großartig Gefahr Richtung Dresdner Tor zu entwickeln. Die beste Chance hat Abwehrmann Florian Hübner - nach einem Freistoß setzt der 1,91-Meter-Mann seinen Kopfball jedoch knapp über das Dresdner Tor. "Ich finde wir haben ein super Auswärtsspiel gespielt", sagte Hübner nach der Partie, "aber uns hat im letzten Drittel irgendwie die Überzeugung gefehlt."

Apropos Überzeugung: Die fehlt im Angriff auch den Gastgebern. Zweimal wird der Tabellenelfte aus Sachsen in der ersten Hälfte durch Konter gefährlich. Ansonsten kommt von Dynamo nichts, aber auch wirklich gar nichts, nach vorne. Die Partie in den ersten 45 Minuten als zäh zu bezeichnen, grenzt fast an einen Euphemismus. Aber es sollte besser werden.

Hitzige Momente und große Torchancen

"Wenn ich mir das Spiel anschaue, hätten es heute eigentlich drei Punkte sein müssen", resümierte Union-Coach Fischer nach der Begegnung. "Ich glaube wir hatten mehr vom Spiel und die besseren Möglichkeiten." Damit hatte der Schweizer, wie so häufig, vollkommen Recht. Vor allen Dingen im zweiten Durchgang verpasst es unter anderem Andersson mit einem Schuss ans Außennetz (50.), einen ordentlichen Auswärtsauftritt zu belohnen.

In der Schlussphase kommt dann noch einmal richtig Zug in die Partie: Es knallt in jedem Zweikampf. Doch es sollen keine Tore fallen, auch weil Dynamo Dresden eine riesige Konterchance fahrlässig liegen lässt (77.). "Am Ende können wir mit dem Punkt leben", gab sich Urs Fischer dann versöhnlich. Union verteidigt den Relegationsplatz und bleibt Tabellendritter der zweiten Bundesliga. 

Beitrag von Uri Zahavi

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