ARCHIV - 26.11.2018, Hamburg: 2. Bundesliga, Hamburger SV - 1. FC Union Berlin, 14. Spieltag im Volksparkstadion (Quelle: dpa/Axel Heimken)
Audio: Inforadio | 27.04.2019 | 09:15 Uhr | Stephanie Baczyk | Bild: dpa

Union gegen den HSV - "Nicht mehr viel Platz für Fehler"

Sie haben sich selbst in diese Situation gebracht: Mit fünf Spielen ohne Sieg wuchs der Druck auf Union Berlin stetig an. Am Sonntag gegen den Hamburger SV entscheidet sich womöglich die ganze Saison. Lichtblick: Der HSV tut sich momentan genauso schwer.

Es sind Nachmittage wie am kommenden Sonntag, an denen sich eine ganze Saison entscheiden kann. Zum Guten, oder zum Schlechten. Fans können vor Aufregung nächtelang nicht ruhig schlafen. Im Film wie im Fußball nennt sich so etwas dann: Showdown. Oder wie Union-Mittefeldmann Grischa Prömel sagen würde: "Endspiel".

So viel Pathos, so viel Spannungsmache, so viel Tam-Tam braucht die Partie des 1. FC Union gegen den Hamburger Sportverein (Sonntag, 13:30 Uhr) gar nicht. Denn ein Blick auf die blanken Fakten reicht, um die Wichtigkeit dieser Begegnung zu begreifen. Der Tabellenvierte empfängt den Zweiten, beide Teams trennen vier Spieltage vor Saisonende nur drei Pünktchen.

Es geht um nicht weniger als den Aufstieg in die Bundesliga. Fertig. Mehr braucht kein Fußballliebhaber zu wissen. "Es sind nur noch vier Spiele, da bleibt nicht mehr viel Platz für Fehler", gibt Unions Felix Kroos bei einer Autogrammstunde nüchtern zu Protokoll. Die Worte, die so leicht über seine Lippen gehen, sind das eine. Die Sprache, die das Funkeln in seinen Augen spricht, das andere. Es wird eben ein Finale gegen den HSV.

"Dann brauchst du Freude und Spaß"

Als Coach Urs Fischer am Freitag das Podium im Presseraum im Stadion An der Alten Försterei betritt, wie er es vor jedem Zweitligaspiel tut, wirkt er entspannt. Keine Spur von "Finalstimmung" oder der nervenraubenden Sieglosserie von zwei Niederlagen und drei Remis aus den letzten fünf Partien. Schnell noch die Schnürsenkel richtig zumachen, mit kurzem Griff die Brille richten und dann den Blick nach vorne. "Das Spiel hat natürlich einen gewissen Charakter", erzählt der Schweizer. "Vorentscheidung", schiebt er nach einer kurzen Pause nach.

Während der Trainer geduldig die Fragen der Journalisten beantwortet, lacht er immer wieder. Nach außen also ganz cool. Nur wer ganz genau hinschaut sieht, wie er während des Sprechens die Finger immer wieder gegeneinander reibt. Nervosität? "Natürlich merkt man unter der Woche, dass das ein spezielles Spiel wird und auch, dass unsere letzten Spiele nicht positiv waren von den Ergebnissen", analysiert der 53-Jährige. "Mir war aber besonders wichtig, dass wir Freude und Spaß vermitteln." Aha, keine Nervosität also, sondern Vorfreude auf das Spitzenduell. "Um entschlossen zu sein, brauchst du Freude und Spaß."

Auch der HSV mit Leistungsdelle

Es ist schon fast zum Schmunzeln, dass der HSV und Union gerade an diesem Wochenende aufeinander treffen. Beide sind eigentlich Zweitliga-Spitzenteams. Beide sind eigentlich sehr stabil in Sachen Leistungen und Ergebnisse. Und beide verbindet momentan dieses Wörtchen eigentlich.

Denn nicht nur die Köpenicker warten auf ein Erfolgserlebnis - auch der Gegner aus dem hohen Norden ist seit fünf Spielen ohne Dreier. Während die Berliner in den zurückliegenden Wochen sogar den Relegationsplatz an Paderborn verloren, musste der HSV nicht nur den 1. FC Köln an der Tabellenspitze davonziehen lassen. Die Hansestädter spüren auch wieder deutlich den feuchten Atem der Verfolger.

Dass Union gerade dabei sein könnte, sich selbst ein Aufstiegstrauma zu verpassen, ist in Köpenick spürbar. Auch in der Vorsaison hatte man noch Chancen auf die Bundesliga. Auch in der Vorsaison blieb man zwischen dem 25. und 29. Spieltag sieglos - und verbaute sich alle Träume auf die Beletage des deutschen Fußballs. Schmerzhafte Parallelen. "Es wird am Sonntag auf Spannung und Coolness ankommen", berichtet Fischer. "Wir müssen bereit sein für die Zweikämpfe, aber auch Coolness in heiklen Situationen." Ein Ass hat der Schweizer Coach dann noch im Ärmel: Seine Frau wird ihn von der Tribüne aus unterstützen. Ist halt ein echtes Endspiel.

Sendung: rbb um6, 26.04.2019, 18 Uhr

 

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