BR Volleys-Spieler Sergey Grankin beim Zuspiel (Quelle: imago images / Bernd König)
Bild: imago images / Bernd König

BR Volleys empfangen Haching - Mit breitem Kader auf Finalkurs

Nach der Auftaktniederlage in der Halbfinal-Serie gegen Haching haben die BR Volleys mit zwei Siegen das Blatt gewendet. Schon am Samstag könnten sie ins Finale um die Deutsche Meisterschaft einziehen - und setzen wieder auf ihren größten Trumpf.

Sergej Grankin ist sicher der schillerndste Name im aktuellen Kader der BR Volleys. Der 1,95 Meter große Zuspieler wurde 2012 mit Russland Olympiasieger, war russischer Meister und Champions-League-Finalist. Seit seinem Wechsel in die Hauptstadt Ende Januar hat er das Spiel der Berliner noch einmal auf ein neues Level gehoben. Und dennoch ist nicht er allein, sondern das gesamte Team des Deutschen Meisters der derzeit wohl größte Trumph von Trainer Cedric Enard.

Und die Breite seines Kaders ist es auch, auf die der Franzose am Samstag gegen die Alpenvolleys Haching (17.30 Uhr) wieder baut. Im mittlerweile vierten Duell der Best-of-Five-Serie könnte seine Mannschaft mit einem Sieg in der heimischen Max-Schmeling-Halle bereits vorzeitig ins Finale einziehen.

"Wer reinkam, hat überzeugt"

"Ich freue mich, dass unsere Wechselstrategie zuletzt funktioniert hat. Egal wer reinkam, er hat überzeugt", erklärte Enard das bisherige Erfolgsrezept in den Playoffs. Denn gerade, weil ihnen die Halbfinal-Serie gegen Haching einiges abverlangt und auch das Viertelfinale über volle drei Spiele ging, ist bei den Berlinern jeder froh über eine kleine Pause.

Mit der regelmäßigen Einwechslung von Zuspieler Sebastian Kühner und Diagonalangreifer Kyle Russell werden Stammkräfte wie Grankin oder Benjamin Patch entlastet - und bauen gleichzeitig neuen Druck auf den Gegner auf. Im dritten Duell trug Georg Klein nach seiner Einwechslung einen großen Teil zum wichtigen Auswärtssieg bei. Mit den jungen Egor Bogachev und Linus Weber bieten sich Enard zusätzliche Möglichkeiten.

Alpenvolleys nach starker Saison nicht unterschätzen

Kurzum: Bei den Berlinern ist das Team der Star. Und die Mannschaft schaut nach den letzten zwei Erfolgen optimistisch auf die kommende Begegnung. "Wir dürfen die Spannung und unseren guten Rhythmus nicht verlieren, sondern müssen dort weitermachen, wo wir in Innsbruck aufgehört haben", weiß Moritz Reichert. "Dann sehe ich eine gute Chance auf den Finaleinzug."

Unterschätzen werden die Volleys ihren Gegner dennoch nicht. Das Team von Trainer Stefan Chrtiansky hat eine starke Saison gespielt und führte sogar überraschend über lange Zeit die Tabelle an. Erst kurz vor Ende der Hauptrunde eroberte Friedrichshafen die Tabellenführung und verdrängte die Alpenvolleys auf den zweiten Platz, direkt vor den Berlinern. Besonders der Pole Pawel Halaba lässt dank seiner guten Technik und den schnellen Schlägen dem Gegner nur wenig Zeit zum Handeln.

"Wir wollen ins Finale"

Dass der Titelverteidiger über die Mittel verfügt, um den Außenangreifer und seine Kollegen aus dem Spiel zu nehmen, hat er zuletzt teilweise eindrucksvoll gezeigt. Um eine weitere Reise nach Innsbruck zu verhindern und das Finalticket zu buchen, braucht das Team von Coach Enard am Samstag erneut eine solche Leistung.

Der Gegner für die mögliche Finalteilnahme steht bereits fest und ist - ehrlicherweise - keine Überraschung. Der VfB Friedrichshafen hat sich nach drei Siegen über Lüneburg bereits für die Endrunde qualifiziert. "Wir wollen ins Finale", machte Georg Klein noch einmal deutlich. Dort könnte es mal wieder zum "Duell der Giganten" kommen. Und dann hätte auch Sergej Grankin die Chance, seine ohnehin schon lange Liste an Titeln und Erfolgen um einen Eintrag zu bereichern.

Sendung: rbb24, 20.04.2019, 21.45 Uhr

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