Union-Trainer Urs Fischer: ""Ich glaube schon, man darf auch ein bisschen träumen." / imago/Nordphoto
Audio: Inforadio | 12.05.2019 | 10:15 Uhr | Lars Becker | Bild: imago/Nordphoto

Union Berlin kämpft um Aufstieg - Crunchtime in der 2. Liga

Der Aufstiegskampf spitzt sich zu - und Union steckt mittendrin. Am Sonntag erwarten die Eisernen den abstiegsbedrohten 1. FC Magdeburg. Ein Sieg ist zwingend erforderlich. Zeitgleich spielen die Konkurrenten Paderborn und Hamburg gegeneinander. Der Traum vom Aufstieg lebt. Von Lars Becker

"Kopf aus, Herz an - alles kann, nix muss": Ein Plakat mit dieser Aufschrift hatten zwei Union-Fans am Donnerstag am Trainingsplatz aufgehängt, um ihr ins Schlingern geratenes Team vor dem letzten Heimspiel der Saison gegen Magdeburg aufzurütteln und zu motivieren. "Ja, da treffen sie den Nagel auf den Kopf", sagt Union-Coach Urs Fischer zur Fan-Botschaft: 'Studiere nicht zu viel, versuch' alles, sei mutig - und dann schau, was rauskommt', so übersetze ich das für mich. Ein guter Ansatz. Und ich fand’s toll, dass die Fans sich was überlegt haben, um unter der Woche für die Mannschaft da zu sein und zu helfen", so Fischer weiter.

Ein Banner soll die Union-Profis im Training motivieren (Quelle: imago images / Matthias Koch)
Zwei Fans haben vor dem Union-Training ein Motivations-Banner für die Profis aufgehängt. | Bild: imago images / Matthias Koch

Verspielt Union noch den Aufstieg?

Nach der verpassten Chance in Darmstadt sind Skepsis und Zweifel zurück an der Alten Försterei. Nur ein Sieg aus den letzten sieben Partien, eine fahrlässig schlechte Chancenverwertung. Verdaddelt Union doch noch den Aufstieg? Der Druck steigt. Und vor dem so wichtigen, vorletzten Saisonspiel gegen Magdeburg hat der Klub mal wieder mit Abschottung reagiert: Nur eine öffentliche Trainingseinheit, keine Interviews, erst am Freitag bei der offiziellen Pressekonferenz hat Urs Fischer wieder zur Lage von Union gesprochen.

Das Aufarbeiten der unnötigen Pleite hat "ein bisschen Zeit" benötigt, räumt Fischer ein, es war nicht "alles mit einem Fingerschnippen weg. Aber es ist uns gut gelungen, die Niederlage zu verarbeiten", betont der Schweizer, um dann den Blick ausschließlich nach vorn zu richten: "Was geschehen ist, wirst du nicht mehr verändern können. Aber was du verändern kannst, ist das, was ansteht!"

Mischung aus Druck und Lockerheit

Die letzten Wochen bezeichnet der Trainer als "Achterbahnfahrt" für sein Team. "Es ist wichtig gewesen, was wir alles erlebt haben. Das nimmst du mit, daraus lernst du." Gegen Magdeburg gelte es nun, die "richtige Mischung" zu finden, "zwischen Druck, Spannung und eben auch Gelassenheit, Freude, Spaß". Die richtige Mischung - einer der Lieblings-Formulierungen von Urs Fischer.

"Es wird wichtig sein, wie gut du ins Spiel kommst, wie Du mit diesem Druck umgehen kannst", führt Fischer weiter aus. "Druck ist auf beiden Seiten da, ich glaube aber schon, dass vor allem die Anfangsminuten sehr entscheidend sein werden. Das gibt ja auch eine gewisse Ruhe, eine gewisse Sicherheit im Spiel."

Magdeburg vor Abstieg

Aufsteiger Magdeburg droht die sofortige Rückkehr in die Drittklassigkeit. Nach der Niederlage in Bochum liegt das Team von Michael Oenning auf dem vorletzten Rang, einem direkten Abstiegsplatz. Zudem plagen den Coach massive Verletzungssorgen, drei Stammkräfte fallen aus. An der Favoritenrolle der Eisernen besteht kein Zweifel, aber: "Es ist ein Ostderby", sagt Urs Fischer: "Die Einen spielen gegen den Abstieg, die anderen für den Aufstieg. Ich glaube, da ist genügend Brisanz drin. Ich erwarte ein hochspannendes Spiel."

Brisante Tabellen-Konstellation

Die Tabellenkonstellation vor den ausstehenden beiden Saison-Spielen bewertet Fischer mit einem lapidaren Satz: "Paderborn Zweiter, Union Dritter, HSV Vierter. Genauso beurteile ich das." Paderborn hat einen Punkt mehr als Union und der HSV. Die Eisernen besitzen gegenüber den Hamburgern die klar bessere Tordifferenz. Dass Paderborn und Hamburg direkt aufeinander treffen, macht die Sache nur noch interessanter, aber: "Du kannst Dir alle möglichen Resultate ausmalen: Wie könnte es laufen, mit Sieg, Unentschieden oder Niederlage für dich oder beim anderen Spiel? Am Schluss musst du deine Aufgaben erfüllen. Wir haben ein Heimspiel, das wollen wir gewinnen. Beim anderen Spiel kannst Du keinen Einfluss nehmen. Und anschließend werden wir dann sehen, wie die Tabellensituation ausschaut."

Eines ist klar: Mit einem Sieg gegen Magdeburg hätte der 1. FC Union in jedem Fall beste Aussichten auf den Bundesliga-Aufstieg. Vielleicht wäre die Relegation dann schon sicher, vielleicht könnten die Eisernen am letzten Spieltag in Bochum sogar aus eigener Kraft direkt aufsteigen.

Und vielleicht hätte daran dann auch ein Plakat einen Anteil, dass zwei Union-Fans vor dem Magdeburg-Spiel am Trainingsplatz aufgehängt haben: Aufschrift: "Kopf aus, Herz an - alles kann, nix muss."

Diese Straßenkicker schafften es nach ganz oben

Sendung: rbb UM6, 10.05.2019, 18 Uhr

Beitrag von Lars Becker

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