Peyton Siva im Spiel gegen ratiopharm Ulm. Quelle: imago/Camera 4
Audio: Inforadio | 26.05.2019 | Jakob Rüger | Bild: imago/Camera 4

Der nächste Gegner ist Oldenburg - Alba Berlin zieht ins Playoff-Halbfinale ein

Drei Spiele, drei Siege: Alba Berlin ist schnellstmöglich ins Playoff-Halbfinale eingezogen und hat dem Gegner aus Ulm beim 100:83-Sieg nur in der ersten Halbzeit eine Chance gelassen. Im dritten Viertel drehten die Gastgeber auf und überrollten die Gäste.

Alba Berlin kann weiter vom Titel in der Basketball-Bundesliga träumen. Im dritten Viertelfinale der Best-of-five Serie fuhren die Hauptstädter gegen Ulm den dritten Sieg ein und qualifizierten sich mit weißer Weste für das Halbfinale. Im Basketball-Fachjargon wird so ein 3:0 dann "Sweep"  (Englisch für "wegfegen") genannt. Beim hart umkämpften und unterhaltsamen 100:83 waren die Berliner gegen motivierte und aggressive Gäste richtig gefordert, mussten vor allem in der ersten Hälfte auch immer wieder Rückständen hinterherlaufen. Im Halbfinale wartet nun Oldenburg.

Ein Alba-Fan hält einen symbolischen Donut in die Höhe. (Quelle: rbb)
Auch die Fans haben Bock auf Donuts. | Bild: rbb

Es gibt mal wieder Donuts

Als Vorjahres-MVP Luke Sikma per sehenswertem Halbdistanzwurf die letzten Punkte für Alba Berlin in diesem dritten Viertelfinale gegen Ulm erzielte und das Ergebnis auf 100:83 schraubte, huschte ein verschmitztes Lächeln über seine Lippen. Sein Blick ging raus auf die Bank zu seinen Kollegen, die allesamt ihre Arme Richtung Arena-Decke streckten und mit ihren Händen einen Kreis formten. Die Zähler des Amerikaners sorgten nämlich nicht nur für den Endstand in dieser Partie, sie hievten das Berliner Punktekonto gleichzeitig in die Dreistelligkeit. Und das bedeutet bei den Berlinern: Der Schütze des goldenen hundertsten Punkts muss den Mitspielern am Folgetag im Training Donuts ausgeben. Das wird Luke Sikma, der gegen Ulm mit elf Punkten und sieben Rebounds eine ordentliche Leistung zeigte, mit Sicherheit gerne machen.

Ulm geht hart ran, Alba mit Problemen

Das Team von Coach Aito Garcia Reneses, der schon zu Beginn der Partie mit ausdrucksstarker Gestik und Mimik am Spielfeldrand bestach, brauchte in der ersten Hälfte einige Zeit, um den Rhythmus zu finden. Die Gäste aus Ulm spielten in der Arena am Ostbahnhof ihrer Situation angemessen: Alles oder nichts. In der Defensive gingen sie sehr hart in die Zweikämpfe, ließen den Gastgebern bei Ballbesitz kaum Luft zum Atmen. So wurden vor allem die Berliner förmlich dazu gezwungen, diverse schwere Würfe zu nehmen. "Uns war ganz klar, dass wir viel Energie in dieses Spiel investieren werden müssen", sollte Kapitän Niels Giffey nach der Partie am rbb-Mikrofon zu Protokoll geben.

Und vor allem in der ersten Hälfte sollte er mit seiner Prognose richtig liegen. Die Schlusssirene des ersten Viertels erlebten die Berliner Spieler in Rückstand liegend (17:20). Im zweiten Durchgang entwickelte sich dann eine rasante, intensive und sehr unterhaltsame Playoff-Viertelfinal-Begegnung. Der wiedererstarkte Berliner Point Guard Peyton Siva riss die Partie mit teils unwiderstehlichen Einzelaktionen immer wieder an sich, verteilte die Bälle klug an seine Kollegen und sorgte dafür, dass Alba zur Pause mit sieben Punkten vorne lag.

Ein gelber Tornado fegt über Ulm hinweg

Das dritte Viertel hatte dann Symbolcharakter für die bisherige Saison von Alba Berlin. Wenn dieses Team ins Rollen kommt oder in den "Flow", wie es Joshiko Saibou sagte, dann ist es von so gut wie niemandem aufzuhalten. Ja, es klingt martialisch, aber Alba fegte in kürzester Zeit wie ein Tornado über die teils völlig überforderten Ulmer hinweg. Die Offensive von Alba stellte die Gäste-Abwehr vor unlösbare Aufgaben, legte einen sensationellen 18:0-Lauf hin und sorgte für eine Vorentscheidung in der Partie. Zwischenzeitlich lag der Zweitplatzierte der regulären Saison mit über 20 Punkten vorne.

Im Halbfinale geht es gegen Oldenburg

Im Abschlussviertel fingen sich die Gäste dann zwar und kamen noch einmal bis auf elf Punkte heran, konnten den Gastgebern aber nie ernsthaft gefährlich werden. Bester Werfer bei Alba war Peyton Siva mit 18 Punkten. Berlin trifft im Halbfinale auf Oldenburg, den Zweitplatzierten der regulären Saison. Das erste der maximal fünf Spiele findet am kommenden Sonntag in Oldenburg statt. "Das ist eine sehr erfahrene Mannschaft", schätzt Niels Giffey den Halbfinalgegner ein. Eines steht jedoch fest: Die Albatrosse werden auch gegen Oldenburg wieder auf Donut-Jagd gehen.

Sendung: 26.05.2019, rbb um6, 18 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    "Die Offensive von Alba stellte die Gäste-Abwehr vor unlösbare Aufgaben, legte einen sensationellen 18:0-Lauf hin und sorgte für eine Vorentscheidung in der Partie. Zwischenzeitlich lag der Zweitplatzierte der regulären Saison mit über 20 Punkten vorne."
    Darauf bezog sich meine Frage, da später von Oldenburg als Zweitplatzierter die Rede war.

  2. 1.

    Wer ist denn nun Zweitplatzierte der regulären Saison. Alba oder Oldenburg?

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