Zweikampf zwischen Patrick Kapp (FC Viktoria 89 Berlin) und Thiago Rockenbach da Silva im Berliner Landespokalfinale (Quelle: imago/Matthias Koch)
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Video: rbb24 | 25.05.2019 | Philipp Büchner | Bild: imago/Matthias Koch

Berliner Pokalfinale - Viktoria Berlin sichert sich knappen Sieg gegen TeBe

Der FC Viktoria 1889 ist neuer Berliner Pokalsieger. In einem umkämpften Endspiel gegen den Oberligisten Tennis Borussia gewannen die Lichterfelder am Samstag verdient mit 1:0. Nach der zuletzt erlittenen Insovlenz ist der Pokalsieg für Viktoria ein gewisser Trost.

Der FC Viktoria 1889 hat erneut den Berliner Fußball-Pokal gewonnen - fünf Jahre nach dem letzten Erfolg im Jahr 2014.* In einer spannenden Partie gewann der Regionalligist am Samstagmittag das Endspiel gegen Tennis Borussia, den Tabellenzweiten der Oberliga Nordost, mit 1:0. Das alles entscheidende Tor erzielte Rafael Brand in der 81. Minute.

Umkämpfte Partie, mangelnde Chancenverwertung

Die erste Chance des Spiels hatten die Himmelblauen in der 4. Minute - doch die erste Ecke im Berliner Pokalfinale brachte nichts ein. Anschließend blieb das Team von Alexander Arsovic dominant, beherrschte vorallem das Mittelfeld mit Timo Gebhart, der eigentlich als Stürmer auflief. Tennis Borussia versuchte sein Glück mit einigen Kontern und einer geschlossenen Abwehr, die Viktoria nur selten durchbrechen konnte.

In der 12. Minute griff TeBe-Keeper Ertugul Aktas bei der zweiten Viktoria-Ecke daneben, sein Fauxpas richtete aber keinen Schaden an, da er im Fünf-Meter-Raum behindert wurde und somit FIFA-Schiedsrichter Felix Zwayer die Situation mit einem Freistoß für die Borussen abpfiff.

Drei Minuten später kreierte die Mannschaft aus der Regionalliga Nordost die erste richtige Torchance. Timur Gayret verschaffte sich Platz auf der rechten Seitze, schlug eine Flanke nach links in den Rücken der lila-weißen Abwehr und fand damit Marco Schikora, der mit seinem Kopfstoß aber am Tor vorbeizielte. Tennis Borussia versuchte mit Kontern dagegen zu halten, doch unterbrach nur selten die Mittelfelddominaz von Viktoria.

Viktoria dominant, TeBe enttäuscht

Die nächste Kopfballchance für die Himmelblauen vergibt Rechtsverteidiger Patrick Kapp (23.), sein Mitspieler Rafael Brand stand kurz danach am Elfmeterpunkt völlig frei nach gutem Rückraumpass von Kaiser und drischt den Ball über das gegnerische Tor. Viktoria spielte zwar nicht besser, hatte aber die besseren Chancen und hätte in Führung gehen müssen.

Der erste gefährliche Schuss vom Fünftligisten TeBe kam erst in der 38. Spielminute. Mittelfeldspieler Rifat Gelici eroberte nach einem Freistoß den Ball zurück, schloss sofort ab und verzog dabei leicht. Die nominelle Offensive von Dennis Kutrieb mit den Routiniers Thiago Rockenbach und Karim Benyamina blieb bis dahin völlig wirkungslos, das änderte sich auch in den Schlussminuten der ersten Halbzeit nicht. In der 41. Spielminute hatte dann Timo Gebhart erneut eine Torchance für Viktoria - doch sein Distanzschuss fand nicht den Weg ins Tor - damit gingen beide Pokalfinalisten mit einem 0:0 in die Kabine.

Letztes Spiel von Karim Benyamina?

Die zweite Hälfte begann dann genau so, wie die erste angefangen hatte. Viktoria mit ungenutzten Chancen, Tennis Borussia mit kämpferisch starker Abwehr, aber ohne Aktionen in der Offensive. Exemplarisch für dieses Spielgeschehen stand die 52. Minute. Der Viertligist scheiterte gleich vier Mal an einer Borussendefensive, die sich immer wieder im letzten Moment in den Schus swarf, sodass Hüther, Brand und dann wieder Hüther den Ball nicht im Tor unterbringen konnten. Vier Minuten später vereitelte erneut TeBe-Keeper Aktas eine 100-Prozent-Führungschance des Gegners. Gebharts Volleyschuss landete direkt in seinen Armen.

61. Minute: Tennis Borussia wechselte. Karim Benyamina verließ das Spielfeld für Bekai Jagne und verabschiedete sich damit von der großen Fußballbühne. Der 37-Jährige wird wohl seine Karriere beenden. Acht Minuten später verließ auch Rockenbach den Platz, sein Trainer Kutrieb setzte nun auf schnelle Offensivkräfte und brachte Kerem Bülbül. Das zahlte sich allerdings in den folgenden Spieminuten nicht aus, die Partie wurde immer zerfahrener und unattraktiver.

Genugtuung nach einem enttäuschenden Saisonverlauf

Nach einem Ballverlust der Lila-Weißen im Mittelfeld schaltete Marco Schikora sofort, schickte Gebhart auf die Reise und dieser fand mit einem raffinierten Außenristpass kurz vor der Strafraumgrenze Mitspieler Brand. Der legte rechts am herauseilenden Borussentorwart vorbei und nutzte damit seine dritte Chance. Tennis Borussia erholte sich nicht mehr von diesem Treffer und Viktoria verpasste es anschließend kurz vor dem Schlusspfiff zu erhöhen. Das Berliner Pokalfinale gewann damit die bessere Mannschaft und für Tennis Borussia endete die Saison mit dem knapp verpassten Aufstieg in die Regionalliga Nordost und der Niederlage im Pokalfinale.

Für erste Runde des DFB-Pokals qualifiziert

Anschließend kannte der Jubel bei den "Himmelblauen" keine Grenzen. Insgesamt war es zwar (nach dem Erfolg im Jahr 2014) bereits der achte Pokalsieg in der wechselvollen Geschichte der Lichterfelder, doch nach dem enttäuschenden Saisonverlauf ist der Erfolg gegen Rekordpokalsieger TeBe für die Mannschaft von Alexander Arsovic eine besondere Genugtuung.

Nach dem Absprung eines chinesischen Großinvestors musste der Viertligist Insolvenz anmelden und wurde daraufhin mit einem Abzug von neun Punkten bestraft. Letztlich beendete Viktoria die Saison damit nur auf dem elften Platz, darf sich nun aber über den Pokalsieg freuen. Durch den Sieg ist Viktoria Berlin für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals qualifiziert. Die Auslosung erfolgt am 15. Juni im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Die erste Runde der Pokalsaison 2019/20 wird vom 9. bis 12. August ausgetragen.

Sendung: rbb24, 25.05.2019, 10.30 Uhr

* In einer ersten Version des Textes war davon die Rede, dass der letzte Pokalsieg für Viktoria aus dem Jahr 1953 datiert. Richtig ist, dass der Club 2014 den Berliner Pokal zuletzt gewonnen hatte. Der Sieg gegen Tennis Borussia ist somit der achte Pokalerfolg insgesamt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Kommentar

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Antwort auf [Lippold] vom 25.05.2019 um 14:02
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6 Kommentare

  1. 6.

    Na toll Herr Jems Redlich...
    3 Niederlagen in dieser Saison:
    1. Aufstieg verspielt gegen einen Club ohne Investor.
    2. Pokal verspielt gegen einen von einem Investor geschädigten Club.
    3. Die gesamte Fanszene von TeBe verprellt.

  2. 3.

    Viktoria 89 war zuletzt Pokalsieger 2014! Gegen Tasmania 2:1. Bitte Fehler korrigieren.

  3. 2.

    Und was ist mit dem Pokalsieg 2014?

  4. 1.

    Glückwunsch an den FC Viktoria!
    Sowohl sportlich als auch finanziell können die das gerade bestimmt gut gebrauchen.
    Nun wünsche ich ihnen ein gutes Los für die erste DFB-Pokal-Runde - am liebsten natürlich gegen meinen SC Freiburg; da müsste ich nicht so weit fahren und für Viktoria wäre ein Weiterkommen nicht völlig unmöglich ;-)

    Für die Fans von Tebe tut mir die momentane Entwicklung ihres Vereins sehr leid. Unter normalen Umständen hätte ich unbedingt Tebe die Daumen gedrückt. So aber muss man ja fast froh sein, dass der Verein sowohl den Aufstieg als auch das Pokalfinale vergurkt hat...

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