Luis Zwick, Torhüter von Optik Rathenow, klärt vor Streli Mamba von Energie Cottbus im Brandenburger Landespokalfinale. (Quelle: imago/Jan Huebner/Taeger)
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Video: rbb24 | 25.05.2019 | Philipp Büchner | Bild: imago/Jan Huebner/Taeger

Finale gegen Optik Rathenow - Energie Cottbus holt dritten Pokalsieg in Folge

Der FC Energie Cottbus hat zum dritten Mal in Folge den Brandenburger Landespokal gewonnen. Am Samstagnachmittag gewann der Drittliga-Absteiger in einer kämpferischen Partie gegen den aktuellen Viertligisten FSV Optik Rathenow mit 1:0.

Noch ist der vermeintliche Wiederabstieg aus der Dritten Liga nicht verdaut, doch der FC Energie Cottbus kann sich zumindest mit dem erneuten Gewinn des Brandenburger Landespokals trösten. Im Finale gegen Viertligist Optik Rathenow gewannen die Lausitzer am Samstagnachmittag denkbar knapp mit 1:0. Den entscheidenden Treffer erzielte Streli Mamba in der 54. Minute.

Vorsichtiges Abtasten und viele Fehlpässe

Es glich einem vorsichtigen Beschnuppern: Die ersten Spielminuten im Stadion Vogelgesang in Rathenow nutzen beiden Mannschaften, um sich zu sortieren. Das änderte sich mit der neunten Minute und einem Freistoß für Energie Cottbus. Jürgen Gjasula versuchte es direkt, verfehlte aber knapp das Rathenower Tor und damit die Führung für die Gäste.

Die Antwort der Gastgeber folgte nur vier Minuten später durch den Kapitän persönlich. Jerome Leroy probierte es aus der zweiten Reihe durch die Mitte. Dass Energie-Torhüter Spahic nicht mehr an den Ball kam, blieb folgenlos. Die Kugel flog wenige Millimeter am Tor vorbei.

Insgesamt war die Anfangsphase von vielen Fehlpässen und wenigen torgefährlichen Aktionen geprägt. Nach 21 Minuten gab es die erste Ecke des Spiels. Gjasula flankte vor das Rathenower Tor, doch Keeper Luis Zwick konnte den Ball direkt aus der Luft fangen. 

Das Spiel war bis dahin ausgeglichen. Von der gefürchteten Übermacht des Drittliga-Absteigers war wenig zu sehen.

Großchancen auf beiden Seiten bleiben ungenutzt

Im zweiten Teil der ersten Hälfte begannen die Gäste aus Cottbus, mehr Druck aufzubauen. Nach einem riesigen Fehler von Abwehrspieler Benjamin Wilcke landete der Ball im Strafraum bei Lars Bender, der den völlig freistehenden Streli Mamba bediente. Doch Mamba, der in der nächsten Saison zum Bundesliga Aufsteiger Paderborn wechselt, konnte die Riesenchance zur Cottbuser Führung nicht nutzen.

Die nächste Großchance fand auf der anderen Seite statt. Nach 25 Spielminuten verlängerte Leroy per Hackentrick auf Cüneyt Top. Tops Flanke landete bei Leon Hellwig, der jedoch aus kurzer Entfernung am Tor vorbeiköpfte. Auch die folgende Möglichkeit ergab sich für die Gastgeber. Süleymann Kapan, einer der auffälligsten Spieler auf Rathenower Seite, eroberte in der 36. Minute den Ball. Doch dem Top-Stürmer versagten die Nerven.

Generell boten sich jetzt mehr Chancen für beide Mannschaften. Die Rathenower spielten sichtlich befreit auf, nachdem der vermeintliche Abstieg aus der Regionalliga Nord-Ost gerade noch einmal abgewendet werden konnte.

Die letzte Chance einer spannenden ersten Halbzeit hatten aber die Cottbuser, die die fehleranfällige Rathenower Abwehr durchbrechen konnten. Nach einem Pass von Lasse Schlüter kam der etwas überraschend aufgestellte Lars Bender frei zum Kopfball, verfehlte aber das Tor.

Der Favorit setzt sich durch

Nach dem Seitenwechsel drängten die Gastgeber zur Führung. Cüneyt Top umspielte zwei Cottbuser Verteidiger, spielte schnell weiter zu Süleyman Kapan, der den Ball in Richtung Tor beförderte. Der glänzend aufgelegte Energie-Torhüter Spahic konnte den Rückstand der Cottbuser mit einer starken Parade gerade noch abwenden.

Und dann waren es doch die Favoriten aus Cottbus mit dem Führungstreffer. Nach mehreren guten aber ungenutzten Chancen für Rathenow, passte Lars Bender stark zu Mamba. Der Cottbuser Top-Torjäger nutzte die Möglichkeit aus ein paar Metern Entfernung zur 1:0-Führung.

In einer insgesamt sehr fairen Partie musste die Schiedsrichterin Sandra Scholtz aus Pritzwalk erst in der 62. Minute die erste gelbe Karte ziehen, weil sich Torschütze Streli Mamba im gegnerischen Strafaum fallen ließ.

In der 71. Minute war es wieder einmal Kapan mit der Chance zum Ausgleich. Der Rathenower Stürmer kam vorm Tor frei zum Schuss und abermals rettete Spahic für die Cottbuser.

DFB-Pokal sicher, Hoffnung auf Dritte Liga bleibt

In der Schlussphase wirkten die Rathenower müde und das Spiel wurde langsamer. Aus Cottbuser Sicht gab es noch einen emotionalen Moment als Tim Kruse eingewechselt wurde und zum Abschied die Kapitänsbinde tragen durfte. Eine Minute später hatte er sogar die gute Möglichkeit, den Spielstand auf 2:0 zu erhöhen. Rathenow-Torwart Zwick konnte das gerade so noch verhindern.

Es blieb beim 1:0 für Cottbus. Die Lausitzer wiederholten ihren Sieg aus dem Vorjahr gegen Babelsberg mit dem gleichen Ergebnis. Fazit: Der Favorit aus Cottbus konnte am Ende seiner Rolle doch gerecht werden und feierte den dritten Titel in Folge und den neunten insgesamt im Brandenburger Landespokal. Durch den Sieg haben sich die Lausitzer automatisch für die erste Runde im DFB-Pokal der kommenden Saison qualifiziert.

Auch noch nicht komplett abgeschrieben hat der FC Energie die Dritte Liga. Sportlich ist der Abstieg zwar besiegelt, aktuell ist aber noch nicht klar, ob alle Vereine der Liga auch eine Lizenz erhalten. Energie Cottbus hätte seine sicher.

Steigt Cottbus aber wirklich ab, wird es die Begegnung Optik Rathenow gegen Energie Cottbus in der nächsten Saison mindestens zweimal geben, denn dann würden beide Vereine in der Regionalliga Nord-Ost kicken.

Sendung: rbb24, 25.05.2019, 14.20 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Glückwunsch nach CB. Charakterstärke und Einsatz.

  2. 1.

    Ach, dass ist ja ekelhaft.
    Jeder Verein der da jetzt im DFB Pokal hin muss kann einem nur leid tun.

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