Gesammelte Dopingproben in einem Korb. (Symbolbild) Quelle: imago/Martin Bäuml Fotodesign
Bild: imago/Martin Bäuml Fotodesign

Nach Doping-Verdacht - Berliner Olympiastützpunkt stellt Mitarbeiter frei

Nach dem Verdacht eines Verstoßes gegen Anti-Dopingbestimmungen durch einen Eisschnellläufer gibt es personelle Konsequenzen am Olympiastützpunkt Berlin. Man habe "einen derzeit dort Beschäftigten bis zur Aufklärung des Sachverhaltes von seinen Aufgaben freigestellt". Dies teilte die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) am Wochenende mit. Die Entscheidung sei "zum Schutz aller direkt oder indirekt Betroffenen" gefällt worden. Zur Position des Beschäftigten am Stützpunkt machte der Verband keine näheren Angaben.

Ermittlungsergebnis der Nada abwarten

Für den Zeitraum der Freistellung sei eine Vertretung des Beschäftigten für sämtliche Aufgaben sichergestellt. Der Sachverhalt wird derweil weiterhin durch die Nationale Anti-Doping Agentur (Nada) geprüft. "Sollte sie zu der Erkenntnis gelangen, dass ein Dopingverstoß nicht ausgeschlossen ist, wird sie ein Sanktionsverfahren vor dem hierfür zuständigen deutschen Sportschiedsgericht einleiten und parallel die DESG informieren", heißt es in der Mitteilung.

Dieses Ermittlungsergebnis habe der Verband - gemäß der Anti-Doping-Ordnung und dem Nationalen Anti-Doping Codes - abzuwarten. Die DESG kündigte an, in der Zwischenzeit weder über den Inhalt des Verfahrens noch über Namen von Betroffenen Statements abzugeben. Gleichzeitig beteuerte sie, "gemäß ihres strikten Antidopingkurses die Nada und alle beteiligten Stellen bestmöglich im Interesse einer raschen und umfassenden Aufklärung" zu unterstützen.

Erfurter Sportarzt Mark S. steht im Zentrum der Ermittlungen

Die ARD-Dopingredaktion hatte am 24. März berichtet, dass ein deutscher Eisschnellläufer und Olympia-Teilnehmer in den Doping-Skandal um den Erfurter Sportarzt Mark S. involviert sein soll. Der Sportler habe wiederholt sein Blut vom Erfurter Netzwerk manipulieren lassen, das im Zuge der sogenannten "Operation Aderlass" während der Nordischen Ski-WM im österreichischen Seefeld Ende Februar in den Fokus der Schwerpunktstaatsanwaltschaft München geraten ist.

Sendung: rbb UM6, 05.05.2019, 18 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Zitat: "Im eigenen Land war man überrascht und hat noch Heute keine Lust aufzuklären."
    Abgesehen davon, dass ein Journalist zwar aufdecken darf, aber nicht aufklären muss (dafür gibt es Staatsanwälte und die NADA), hat die ARD über den Vorgang doch bereits am 24. März berichtet. Woran fehlt es Ihnen also?

  2. 2.

    Warum dieses Brimborium.l? Name, Funktion und Aufgaben der Person sind in Sportkreisen doch längst bekannt.

  3. 1.

    Was ich erschreckend finde,die ARD hat in Rußland Doping aufgedeckt.
    Im eigenen Land war man überrascht und hat noch Heute keine Lust aufzuklären.

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