Der Doppeltorschütze beim Jubellauf: Dimitar Rangelov. / imago: MaBo Sports
Video: rbb UM6 | 05.05.2019 | 18 Uhr | Sebastian Meyer | Bild: imago: MaBo Sports

2:1-Sieg beim KFC Uerdingen - Doppelter Rangelov schießt Cottbus von Abstiegsrängen

Großer Jubel bei Energie Cottbus: Die Lausitzer haben beim KFC Uerdingen mit 2:1 (1:1) gewonnen - und stehen nun zwei Spieltage vor Schluss auf einem Nichtabstiegsplatz. Der Matchwinner des Teams von Claus-Dieter Wollitz war ein 36-jähriger Routinier.

Es war ein Moment, der fußballerischen Instinkt zeigte, ja: das berühmte Näschen für die Torsituation. Ein Kontakt, dann eine Körpertäuschung, die zwei Verteidiger ins Leere laufen ließ, der Abschluss - und das Tor! "Er ist der Pizarro der Lausitz. Dass er nicht mehr jedes Spiel über 90 Minuten gehen kann, wissen wir und er weiß es auch. Aber heute hat er gezeigt, dass es in gewissen Spielen doch noch geht", sollte Trainer Claus-Dieter Wollitz nach der Partie beim TV-Sender Magenta-Sport über den Mann sagen, der sie entschied. Beide Tore erzielte Dimitar Rangelov am Sonntag beim 2:1 (1:1) von Energie Cottbus beim KFC Uerdingen. Erst traf der 36-jährige Stürmer-Routinier brachial per Freistoß, dann mit der beschriebenen Eleganz.

Er war damit der Matchwinner bei einem Sieg, dessen Bedeutung für die Lausitzer kaum in Worte zu fassen ist. Zwei Spieltage vor Schluss in der dritten Liga springen sie auf den 15. Platz - und damit auf einen Nichtabstiegsrang. Der Klassenerhalt, der phasenweise schon in Ferne gerückt zu sein schien, ist kurz vor Schluss wieder zum Greifen nah. "Das war ganz, ganz wichtig für uns", sagte auch Rangelov selbst und es war ihm anzusehen, wie viel Last von seinem Schultern fiel. Und das, obwohl er in seiner langen Fußball-Karriere schon jede Menge erlebt hat. "Wir waren sehr konzentriert und motiviert. Wollten unbedingt gewinnen. Es war richtig schwer, weil Uerdingen fußballerisch auf ganz hohem Niveau ist. Ich bin glücklich, dass wir das geschafft haben."

Aus 20 Metern in den Winkel

Ein echter Kraftakt war es freilich gewesen. Und er begann ganz und gar nicht gut für die Cottbuser. Patrick Pflücke hatte in der 22. Minute viel Platz. Sehr viel sogar. Und der Uerdinger Mittelfeldspieler nutzte ihn ideal aus. Aus gut 20 Metern zog er ab und der Ball schlug krachend im Winkel des Cottbuser Tores ein. Abwehrchancen für den Lausitzer Keeper Avdo Spahic? Nicht einmal im Ansatz. Da konnte der 22-Jährige sich strecken wie er wollte. Es war Mitte der ersten Halbzeit das für die Cottbuser, was man in der Floskelwelt des Fußballs gemeinhin einen Nackenschlag nennt. Sie hatten sich sowieso schwer getan. Ein Distanzschuss von Lars Bender war das einzige, was Cottbus zunächst in Sachen Torgefahr zu bieten hatte (16.). Nun lagen sie auch noch zurück. Es war ein klassicher Fehlstart.

Auf Besserung deutete zunächst wenig hin. Im Gegenteil. Die ohnehin dominanten Uerdinger wurden noch dominanter, die ohnehin - zumindest beim Weg in die Offensive - unsicheren Cottbuser noch unsicherer. Doch dann folgte der erste Rangelov. 25 Meter lag der Ball zum Freistoß vom Tor entfernt. Der 36-Jährige lief an, schoss und traf durch die Mauer ins Torwarteck. Es war ein Geschoss aus dem Nichts - und eines, das die Lausitzer zurück in die Partie brachte (27.). Der Lohn für den Kampf, nicht für spielerische Eleganz. "Wir haben verteidigt. Wir haben alles reingehauen, was wir drin hatten", sagte Claus-Dieter Wollitz. 

Rangelov zum Zweiten

Nach der Pause wäre Cottbus fast schnell in Führung gegangen. Es wäre ein echtes Slapstick-Tor gewesen. Lasse Schlüter brachte den Ball flach in den Strafraum, Uerdingen-Keeper Robin Benz griff am Kullerball vorbei und so trudelte und trudelte er die Torlinie entlang - am Ende konnten die Hausherren noch klären (51.). Und die Überlegenheit des Tabellenzehnten bröckelte auch sonst immer mehr. Eine dicke Chance hatten die Hausherren freilich noch: Osayamen Osawe drehte schon zum Jubel ab, aber der Schiedsrichter entschied auf Abseits (60.).

Doch dann kam Dimitar Rangelov mit seinem zweiten großen Auftritt - und dem 2:1 (63.). Ein wenig Durcheinander mussten die Cottbuser danach noch überstehen. Doch sie hielten die Führung. Mit 41 Punkten stehen sie nun auf Platz 15. "Ich denke, wir brauchen am Ende 44 Zähler, um nicht abzusteigen", sagte Wollitz. Drei müssen in den Spielen gegen Aalen und in Braunschweig also noch her. Es scheint machbar. Auch - und vor allem - wegen eines 36-Jährigen, der sich selbst an diesem Nachmittag aber gar nicht so wichtig nehmen wollte. "Ich freue mich, dass ich zwei Tore geschossen habe. Aber am Ende ist das im Abstiegskampf gar nicht wichtig. Da zählt es, Punkte zu holen - und der Mannschaft zu helfen", sagte Rangelov. Und ging mit seinen Teamkollegen vor dem Auswärtsblock feiern.

Sendung: rbb UM6, 05.05.2019, 18 Uhr

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2 Kommentare

  1. 1.

    Gott sei dank holen wir die 3 Punkte. Wir müssen jetzt unbedingt Ahlen schlagen. In Braunschweig wird es sehr schwer in einem Nervenspiel die Oberhand zu behalten

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