Torwart Rafal Gikiewicz (Union) und Sebastian Polter enttäuscht (Quelle: imago/Müller)
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Video: rbb|24 | 19.05.2019 | Material: Vanessa Klüber, Stephanie Baczyk | Bild: imago/Müller

Relegation gegen Stuttgart - Union Berlin verpasst direkten Bundesliga-Aufstieg

Der 1. FC Union Berlin hat den direkten Bundesliga-Aufstieg verpasst. Das Team spielte am letzten Spieltag in Bochum 2:2 und muss jetzt gegen Stuttgart in die Relegation. Bei einem Sieg wären die Unioner direkt aufgestiegen, denn Paderborn unterlag in Dresden 1:3.

Die Ausgangslage war klar: Mit einem Auswärtssieg im Bochumer Ruhrstadion und einer Niederlage oder einem Unentschieden von Aufstiegskonkurrent Paderborn in Dresden hätte der 1. FC Union Berlin Historisches erreicht - den direkten Aufstieg in die 1. Bundesliga. Doch es kam anders: Union holte lediglich einen Punkt in Bochum und so blieben die Berliner Liga-Dritter. Paderborn aber steigt trotz Niederlage in Dresden auf.

Über 5.000 Union-Fans in Rot und mit Fischer-Hüten ausgerüstet - eine Referenz an Trainer Urs Fischer - hatten den Gästeblock in Bochum in die berühmte rote Wand verwandelt. Alle hofften natürlich, dass sich diese Geschlossenheit auch auf den Platz und damit auf die Mannschaft überträgt.

Bochum geht in Führung

Das Spiel begann bei strömendem Regen und die erste Chance erarbeiteten sich die Gastgeber in der 5. Minute. Der Bochumer Schlussmann Riemann schlug den Ball weit nach vorne, doch sein Teamkollege Pantovic konnte keinen frühen Treffer erzielen. Die nächsten zehn Minuten bestimmten der Dauerregen und viel Geschehen im Mittelfeld mit vielen Flanken, die nichts einbrachten.

Ein hoher Ball erreichte dann in der 24. Minute doch sein Ziel: Der Bochumer Hinterseer findet ohne viel Berliner Gegendruck mit seiner Flanke von rechts am linken generischen Strafraum seinen Mitspieler Soares, der völlig ungdeckt in den Strafraum querpasst und Anthony Losilla schließt mit einem strammen Schuss flach in die rechte Torecke ab. Der VfL Bochum führte, Union Berlin wirkte überrascht und brauchte ein paar Minuten, um sich zu ordnen.

Zweite Hälfte begann mit Elfmeter gegen Union

Zehn Minuten vor der Pause übernahmen die Gäste das Spiel und versuchten mit einer Reihe von hohen Bällen den Ausgleichtreffer zu erzielen. Doch weder nach Ecken, noch nach Freistößen kamen die Unioner zu gefährlichen Abschlüssen. So vergaben erst Polter (34.) und dann Anderson (35.) gute bis sehr gute Chancen. Die Mannschaft von Urs Fischer vetraute weiter auf ihre Lufthoheit und so jagte Ken Reichel in der 43. Spielminute vom linken Flügel aus den Ball in die Mitte des Fünfmeterraums, wo Sebastian Polter knapp mit seinem rechten Bein verpasste. Pause.

Nach Wiederanpfiff verdribbelte sich Grischa Prömel im eigenen Strafraum und verursachte mit seinem Rettungsversuch gegen Hinterseer einen Strafstoß. Silvere Ganvoula trat den Ball flach in die rechte Ecke und auch wenn Unions Gikiewicz das Spielgerät wohl noch mit dem Handschuh berührte, konnte er den Einschlag nicht verhindern. Trainer Fischer reagierte, wechselte in der 51. Felix Kroos für Joshua Mees aus, neun Minuten später Schmiedebach für Gogia. Nachdem die Berliner weiterhin ihr Angriffsspiel unpräzise und zu hastig aufbauten und dadurch keine zwingenden Torchancen herauspielten, kam Abdullahi für Hübner.

   

Aufholjagd und Siegchance

Die Wechsel zeigten Wirkung, Gogia brachte viel Ordnung ins Angriffspiel und legte in der 83. Minute klug auf den heranstürmenden Grisch Prömel ab, der mit einem leicht abgefälschten satten Schuss aus 20 Metern abzog und den Abschlusstreffer erzwang. Union drückte jetzt Bochum in die eigene Hälfte, wollte schnell den Ausgleich hinterherlegen. Der fiel tatsächlich in der 86. Minute. Eine Ecke von Gogia fand irgendwie den Weg zu Joshua Mees, der sofort mit dem rechten Spann abzog und den Ausgleichstreffer schoss.

In der fünfminütigen Nachspielzeit spielte Bochum auf Zeit und Union auf Sieg. In der 90.+5 hatte Abdullahi den Aufstiegstreffer auf dem Fuß - doch Bochums Schlussman hielt den Ball fest. Union Berlin verpasste damit den direkten Aufstieg in die 1. Bundesliga und muss sich nun in der Relegation gegen den VfB Stuttgart durchsetzen, um den Traum vom Aufsteig zu verwirklichen. Das Hinspiel findet am Donnerstag in Stuttgart (20.30 Uhr), das Rückspiel am darauf folgenden Montag in Berlin Köpenick (20.30 Uhr) statt.

Ein Ex-Unioner jubelt

Mit einem Sieg wären die Köpenicker erstmals in ihrer Vereinsgeschichte in die Bundesliga aufgestiegen. Paderborn profitiert damit glücklich trotz seiner Niederlage in Dresden. Für das Team von Trainer Steffen Baumgart - einem Ex-Unioner - ist es der Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga. Für die Ostwestfalen ist es der zweite Bundesliga-Aufstieg nach 2014.

Auf Union wartet dagegen nun ein hartes Stück Arbeit: Seit 2009 konnte sich in der Relegation nur zweimal der Zweitligist durchsetzen: 2009 Nürnberg gegen Energie Cottbus und 2012 Düsseldorf gegen Hertha BSC.

Sendung: rbb UM6, 19.05.2019, 18 Uhr

Kommentar

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6 Kommentare

  1. 6.

    Da wird Union der Aufstieg auf dem Präsentierteller gereicht und sie greifen in Bochum nicht zu. Unfassbar. Gegen Stuttgart dürften die Aufstiegschancen bei 10% liegen. Schade!

  2. 4.

    Nun, Union bleibt zweitklassig. Sinnbild des Berliner Fußball: zweitklassig.

  3. 3.

    Stuttgart ist leider klarer Favorit in den Relispielen. Schade eigentlich. Union hat zu viele Punkte liegen gelassen.

  4. 2.

    Ein verschenkter Aufstieg ???? Man muss es fast glauben, denn Stuttgart mit seiner großen Erfahrung in der 1. BuLi müsste schon einen rabenschwarzen Tag haben um zu verlieren. Schade für Union, aber man muss doch realistisch bleiben.
    Aber wie heißt es doch so schön: " Die Hoffnung stirbt zuletzt".

  5. 1.

    Schade Union, viel Glück für die Relegation.

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