Bejubelt sein Tor zum 2:0: Sebastian Polter. / imago/Contrast
Audio: Inforadio | 12.05.2019 | 19:15 Uhr | Lars Becker | Bild: imago/Contrast

3:0-Sieg gegen Magdeburg - Union Berlin hat den Relegationsplatz praktisch sicher

Union hat mit 3:0 gegen Magdeburg gewonnen. Damit ist den Berlinern der Relegationsplatz einen Spieltag vor Saisonende nur noch theoretisch zu nehmen. Nach frühen Toren kamen nie Zweifel am Sieg auf. Überschattet wurde die Partie von Ausschreitungen im Gästeblock.

Union Berlin darf weiter vom ersten Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte träumen: Die Köpenicker gewannen am Sonntag mit 3:0 (2:0) gegen den 1. FC Magdeburg und stehen damit einen Spieltag vor Saisonende weiter auf dem Relegationsplatz. Da der viertplatzierte Hamburger SV zeitgleich deutlich beim SC Paderborn verlor, ist dem Team von Urs Fischer dieser Rang nur noch theoretisch zu nehmen. Bei nur einem Punkt Rückstand auf den SC Paderborn ist derweil auch der zweite Platz - und damit der direkte Aufstieg - in Reichweite.

Per Doppel-Kopfball zum Erfolg

Union Berlin gelang vor 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei der perfekte Start. Mit der ersten Chance des Spiels gingen die Köpenicker in Führung - gerade einmal sieben Minuten waren da gespielt. Das Erfolgsgeheimnis? Der Doppel-Kopfball! Christopher Trimmel hatte aus dem Halbfeld geflankt, Sebastian Andersson war mit seinem Versuch noch an Magdeburg-Keeper Giorgi Loria gescheitert, doch Grischa Prömel wuchtete den Abpraller mit dem Kopf unter die Latte. Es war das sechste Saisontor des Mittelfeldspielers.

Danach war zunächst nicht mehr viel los. Zumindest in den Strafräumen. Magdeburg - ganz dicht dran am Liga-Abgrund und daher zum Punkten verdammt - versuchte es zwar. Richtig gefährlich wurden sie gegen die beste Abwehr der Liga jedoch nicht. Das 32. Gegentor für Union war gefühlt in ganz weiter Ferne. Timo Perthels Freistoß aus zwanzig Metern war noch die beste Torannährung für den Ost-Rivalen, für Rafael Gikiewicz im Union-Tor aber dennoch überhaupt kein Problem (21.).

Gnadenlos effizient

Die Köpenicker hingegen überzeugten mit gnadenloser Effizienz. Nach einer halben Stunde eroberte Sebastian Andersson nach Magdeburger Ungenauigkeit im Mittelfeld den Ball, eilte auf dem rechten Flügel auf und davon, flankte zielgenau auf Sebastian Polter - und sein Sturmpartner traf zum 2:0 (31.). Der 28-Jährige war neu in die Startelf gerutscht, die Berliner agierten somit mit einer Doppelspitze. Offensiv-Qualität, die sich in diesem Moment auszahlte.

Felix Lohkemper hatte eine der wenigen Möglichkeiten der Magdeburger, für den Anschluss zu sorgen. Sein Schuss ging nur um wenige Zentimeter am Tor vorbei (33.). Ansonsten passierte in den verbleibenden Minuten in der ersten Hälfte reichlich wenig, und das sollte sich nach dem Seitenwechsel vorsetzen. Union musste nicht mehr - und verwaltete den Vorsprung. Magdeburg konnte nicht mehr - aus den mit viel Willen vorgetragenen Versuchen wurden nur selten Situationen, die im Ansatz an Torgefahr erinnerten.

  

Ausschreitungen im Gästeblock

Bei den Fans im Gästeblock schlug der Frust kurz vor Schluss in Aggression um. Durch die klare Ingolstädter Führung im Parallelspiel gegen Darmstadt 98 war der Abstieg der Magdeburger besiegelt. Es kam zu Ausschreitungen und die Partie musste in der 83. Minute für beinahe zehn Minuten unterbrochen werden. Als das Spiel fortgesetzt werden konnte, sorgte Sebastian Polter für den 3:0-Endstand (90.+6).

Union liegt damit vor der Partie beim VfL Bochum (19.05., 15:30 Uhr) nur einen Punkt hinter dem Tabellenzweiten Paderborn, der am kommenden Sonntag bei Dynamo Dresden antritt. Dass die Eisernen noch hinter den Hamburger SV zurückfallen, ist bei drei Zählern Vorsprung und einer klar besseren Tordifferenz von 21 Treffern nur noch theoretisch möglich.

Sendung: rbb UM6, 12.05.2019, 18 Uhr

Kommentar

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10 Kommentare

  1. 10.

    Bei Union spuckt bestimmt keiner große Töne und wird auch kein zweiter vor dem ersten Schritt gemacht. Die Finanzen stimmen jetzt, Union hat ein tolles Stadion ( eigenes ) und wird es erweitern und hat einen weiteren kleinen Schritt gemacht, der sogar noch ein Großer werden kann. Es passt einfach. Die Fans sind sowieso cool.

  2. 9.

    Noch gar nicht oben aber schon große Töne spucken. Besser mal nicht den zweiten Schritt vor dem ersten tun.

  3. 6.

    Da werden Einige große Augen bekommen, für zwei Siege gegen Hertha BSC reicht es allemal.

  4. 4.

    Ein Relegationsplatz ist ein großer Erfolg , egal ob man nun gegen Stuttgart gewinnt oder verliert...Stuttgart muss zittern, nicht Union

  5. 3.

    Und dann verlieren sie in der Relegation gegen Stuttgart!

  6. 2.

    Ich muss zugeben, dass ich mitgefierbert habe, obwohl ein Aufstieg in die erste Liga viele Nachteile für die Fans hätte. Aber wie jedes Jahr hat Union die Erfolge des Saisonbeginns im Folgejahr wieder zunichte gemacht. Nur diesmal haben sie ganz knapp doch die Chance bis zum Schluss retten können. Fehlende Spannung kann man der 2. Liga aus Sicht von Union diesmal nicht nachsagen.

    Auf was soll man nun für den letzten Spieltag hoffen? Aufstieg und damit ab nächstem Jahr teurere Tickets? Ein Aufstiegskampf in der zweiten Liga ist allemal erfreulicher anzusehen, als der Kampf gegen den Abstieg in der ersten Liga. Dort verliert Union doch vermutlich fast jedes Spiel. Ich bin hin und hergerissen. Stolz vs. Bedenken.

  7. 1.

    Geil!!!!!

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