Ondrej Duda im Zweikampf mit Julian Baumgartlinger (Quelle: imago images / Contrast)
Audio: Inforadio | 18.05.2019 | Guido Ringel | Bild: imago images / Contrast

1:5-Niederlage gegen Leverkusen - Hertha verliert bei Dardai-Abschied

Mit einer 1:5-Niederlage gegen Bayer Leverkusen endet bei Hertha BSC eine Ära: Pal Dardai wurde nach über vier Jahren als Cheftrainer unter viel Applaus verabschiedet. Bei einem anderen scheidenden Urgestein flossen schon vor dem Spiel die Tränen.

"Pal Dardai, oh oh, Pal Dardai, oh oh oh", tönte es schon Minuten vor dem Anpfiff lautstark aus der Ostkurve. Ein letztes Mal betrat der Ungar als Hertha-Cheftrainer das Olympiastadion und wurde für seine Zeit bei den Berlinern geehrt. "Ich bin stolz. Wer hätte gedacht, dass es viereinhalb Jahre sind. Ich bin Hertha BSC dankbar für die Erfahrung - und ich habe sogar noch Geld dafür gekriegt", scherzte der 43-Jährige.

Pal Dardai wird von Hertha BSC verabschiedet (Quelle: dpa/ Andreas Gora)
Bild: dpa/ Andreas Gora

Tränen bei Lustenberger

Defensivspezialist Fabian Lustenberger, der nach zwölf Jahren im Verein zurück in seine Schweizer Heimat zu den Young Boys Bern wechselt, ging der Abschied sichtlich nah. Schon vor dem Spiel konnte der 31-Jährige seine Tränen nicht zurückhalten. In seinem letzten Spiel für die Berliner führte Lustenberger sein Team als Kapitän auf den Rasen.

Die Mannschaft startete mit viel Schwung und verhinderte zunächst, dass Leverkusen sich offensiv entfalten konnte. Doch die Gäste brachten mit zunehmendem Spielverlauf immer mehr Schüsse auf das Tor von Thomas Kraft und gingen schließlich verdient in Führung. Nach einem langen Ball von Jonathan Tah traf Kai Havertz (28.) mit einem beherzten Schuss zum 1:0.

Leverkusen kommt mit langen Bällen zu Toren

Mit einer schnellen Ibisevic-Duda-Lazaro-Kombination (34.) gelang den Berlinern jedoch der Ausgleich. Doch gerade einmal fünf Minuten später führte der nächste lange Ball zur erneuten Führung der Gäste. Karim Rekik konnte den heranrasenden Lucas Alario (39.) nicht mehr aufhalten, der Stürmer spitzelte den Ball auch noch an Keeper Kraft vorbei.

Kurz vor der Pause musste Lukas Klünter verletzt ausgewechselt werden. Der Berliner bekam von Kevin Volland einen Schlag auf die Nase. Erste Diagnose: Nasenbeinbruch und Gehirnerschütterung.

     

Überlegene Leverkusener feiern Champions League-Qualifikation

Spätestens zu Beginn der zweiten Hälfte dürfte auch Pal Dardai klar gewesen sein, dass er sich nicht mit einem Sieg aus Berlin verabschieden wird. Denn Leverkusen traf erneut - und das auch noch äußerst sehenswert. Nach einer Flanke von Aranguiz hämmerte Julian Brandt (54.) den Ball mit einem satten Schuss ins lange obere Eck.

Lucas Alario gelang nach einem Treffer per Kopf (72.) und einem weiteren aus zentraler Position vor dem Tor (88.) der Hattrick. Die Gäste bejubelten nach dem Abpfiff den Einzug in die Champions League.

Dardai hofft für Hertha, "dass es in Zukunft besser wird". Eine Zukunft, die vorerst ohne den Ungarn stattfinden wird. "Heute gehe ich nach Hause. Meine Freunde aus Ungarn sind hier. Wir lassen den Abend ausklingen und ab morgen kommt der Tag, wo man sich nicht mehr mit Fußball beschäftigt. Nach viereinhalb Jahren in einem harten Job hat man ein bisschen Pause verdient."

Eine Spielzeit der Aufs und Abs

Sendung: rbb UM6, 18.05.2019, 18 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

7 Kommentare

  1. 7.

    Randale? Chaoten-Aktion? Es war ein normaler Fanmarsch, der friedlich abgelaufen ist. Das dabei Müll entsteht, ist vorhersehbar und wäre bei jeder anderen Veranstaltung einer solchen Größe das gleiche.
    Da hätte die Stadt/Polizei/BSR eigentlich mit rechnen können.

  2. 5.

    Die Saison ist vorbei. Abhaken und nächste Saison wieder alles geben!!!

  3. 4.

    'N neues Stadion bauen wollen, aber nicht in den Kader investieten.. Hertha BSC Berlin...

  4. 3.

    Dardei stand immer hinter seiner Mannschaft die Mannschaft aber immer öfter nicht hinter ihm. Die Medien taten durch ihre negative Berichterstattung den Rest,.

  5. 2.

    Na hoffentlich ist das für die Hertha-Fans jetzt kein Grund für Randale. Die Chaoten-Aktion vor dem Spiel am Theo inkl. Verkehrsbehinderung hat ja wohl gereicht
    und hat nichts mit Fußball und Fankult zu tun. Einfach nur dämlich, dem Ansehen des eigenen Vereins so zu schaden.

  6. 1.

    "Ein einstelliger Tabellenplatz, „das ist das offizielle Ziel“, sagte Preetz"

    Damit hat die Mannschaft das selbst gesteckte Saisonziel deutlich verfehlt. Ist es richtig, dass nur der Trainer dafür büßen muss?

Das könnte Sie auch interessieren