Hertha-Trainer Pal Dardai auf dem Trainingsplatz (Quelle: imago images / Metodi Popow)
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Hertha vor dem Spiel gegen Stuttgart - Auf der Suche nach dem Torerfolg

Für Hertha BSC ist die Saison gelaufen. Auf Platz 11 geht es in der Tabelle weder nach oben, noch nach unten. Das Team steht vor dem Heimspiel gegen Stuttgart trotzdem unter Druck. Von Jakob Rüger

Pal Dardais erste Reaktion ist ein Achselzucken. Die Frage auf der Pressekonferenz, vor dem Spiel von Hertha BSC gegen den VfB Stuttgart, ist einfach - die Antwort hingegen umso schwieriger. Auch der Trainer weiß nicht so richtig, wie Herthas Torflaute beizukommen ist.

"Wir haben die Tornetze in dieser Woche kaputt geschossen, die müssen gewechselt werden", erklärt Dardai mit einem Grinsen. Er muss aber auch zugeben: "Wenn ich die Antwort wüsste, hätten wir bestimmt schon zehn Tore geschossen. Wir brauchen endlich ein Tor, das kann der Dosenöffner sein." Ein einziger Treffer ist Hertha BSC in den letzten fünf Bundesligaspielen gelungen.

Vereinsnegativrekord droht

Schaffen es die Berliner auch gegen Stuttgart nicht, ein Tor zu erzielen, könnten sie den Vereinsnegativrekord einstellen. Viermal ohne Tor blieben sie zuletzt vor fast einem Jahr. "Wir haben genau so viele Torchancen wie in den letzten Jahren, wir sind nur einfach nicht effektiv", beklagt Dardai. Der Ungar verzweifelte im letzten Spiel gegen Frankfurt an der teils haarsträubenden Chancenverwertung seiner Mannschaft. Die Chancen sind da, doch nach sieben Spielen ohne Sieg strotzt Hertha nicht gerade vor Selbstvertrauen.

"Ich habe die Wirkung unterschätzt"

"Nach unserer 0:5-Niederlage in Leipzig ist das Selbstvertrauen in den Keller gegangen", analysiert Dardai die Misere: "Ich habe die Wirkung dieses Spiels unterschätzt." Nun versucht der Trainer, seine Mannschaft irgendwie wieder aufzubauen. Als positiver Ansatz könnten die zwei torlosen Unentschieden gegen Hannover und Frankfurt dienen. "Wenn wir endlich einmal gewinnen, dann können wir eine sehr unangenehme Mannschaft sein", sagt Dardai, der aber auch weiß, dass es sonst "schwierig wird, die Motivation aufrecht zu halten". Die Alte Dame macht drei Spieltage vor Saisonende niemandem Angst. Nicht einmal den abstiegsgefährdeten Stuttgartern.

Stuttgart kommt mit neuem Trainer

Der VfB steht derzeit auf dem Relegationsplatz und hat mit Nico Willig einen neuen Interimstrainer an der Seitenlinie. "Wir haben uns natürlich auch angesehen, was der neue Trainer im Nachwuchsbereich der Stuttgarter U-19 gemacht hat, was seine Lieblingstaktik ist", spricht Dardai über die Spielvorbereitung. "Ich glaube, am Wochenende entscheidet aber die Mentalität. Wir haben ein Heimspiel und wollen unser Spiel durchbringen." Der Trainer kann dabei wieder auf eine Dreierkette bauen. Innenverteidiger Jordan Torunarigha ist fit. Dafür fällt Vladimir Darida für den Rest der Saison aus. Der Tscheche hat sich einen Außenbandriss im Knie zugezogen.

Preetz bei Trainersuche "entspannt"

Während Pal Dardai seine Mannschaft in die Pflicht nimmt, "es geht um Fernsehgelder und Prämien", sucht Manager Michael Preetz einen neuen Trainer. Laut Medienberichten vom Donnerstag steht Bruno Labbadia (noch bis Sommer Trainer beim VFL Wolfsburg) auf der Berliner Liste sehr weit oben. Das Trainerkarussell in der Bundesliga nimmt Fahrt auf. Auch der VfB Stuttgart sucht einen neuen Übungsleiter ab dem Sommer und ist nicht der einzige Verein. "Wir müssen unsere Entscheidung treffen und das werden wir tun", sagt Michael Preetz und schiebt hinterher: "Ich bin sehr entspannt."

Sendung: rbb UM6, 02.05.2019, 18 Uhr

Beitrag von Jakob Rüger

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