Ondrej Duda bejubelt sein Tor (Quelle: imago images / Jan Huebner)
Audio: Inforadio | 05.05.2019 | Guido Ringel | Bild: imago images / Jan Huebner

3:1 gegen VfB Stuttgart - Hertha kann doch noch gewinnen

Aufatmen bei Hertha BSC: Nach sieben Spielen ohne Sieg haben die Berliner ihren Negativtrend am Samstag endlich gestoppt. Mit 3:1 besiegten sie den abstiegsgefährdeten VfB Stuttgart - dabei profitierten sie von einem krassen Schiedsrichter-Fehler.

Pal Dardai war glücklich, das verriet das breite Grinsen des Ungarn unmissverständlich. Zwar war das Spiel seiner Mannschaft beim 3:1-Erfolg gegen den VfB Stuttgart keines aus der Kategorie "hochklassiger Fußball", zufrieden war der Hertha-Coach aber dennoch. "Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt und in den richtigen Momenten die Tore geschossen.".

Schiedsrichter übersieht Handspiel

Dabei sahen die über 48.000 Zuschauer im Olympiastadion zunächst ein zähes Spiel. Mehr als einige zaghafte Angriffe in Richtung Stuttgarter Tor waren nicht drin. "Man hat gedacht: Oh nein, heute treffen wir schon wieder nicht", sagt Dardai. Seine Sorgen waren nicht unbegründet: In den letzten drei Spielen hatte Hertha BSC keinen einzigen Treffer erzielt.

Auch am Samstag fiel zunächst kein Tor, und dennoch waren die Berliner im Glück. Denn im Duell in der Luft spielte Karim Rekik den Ball klar mit der Hand - unbemerkt, sowohl vom Schiedsrichter als auch vom Videoassistenten in Köln. "Wie kann man das denn nicht sehen", schimpfte Ex-Herthaner Alexander Esswein. "Wenn das der Videoschiedsrichter nicht sieht, können wir es auch gleich ganz lassen.".

Doppelschlag vor der Pause

Statt des möglichen 1:0 für Stuttgart nahm die Partie dann jedoch einen ganz anderen Verlauf. Vedad Ibisevic (40.) profitierte davon, dass Keeper Ron-Robert Zieler einen Kopfball von Mathew Leckie prallen ließ und staubte zur Führung ab. "Das war der oft genannte Dosenöffner", freute sich auch Fabian Lustenberger. Nach insgesamt 358 Minuten ohne Treffer erlöste der 34-Jährige die Hertha-Fans und bereitete noch vor der Pause das nächste Tor vor. Nachdem Zieler seinen Schuss erneut nicht klären konnte, war diesmal Ondrej Duda (45.+1) zur Stelle.


 

Kalou sorgt für die Vorentscheidung

Jetzt konnte man den Eindruck gewinnen, dass Hertha den Spaß am Toreschießen wiederentdeckt hatte. Javairo Dilrosun sprintete der Gästeabwehr davon, Salomon Kalou (67.) schob den Ball unter Bedrängnis zum 3:0 über die Linie.

Zwar erzielte der eingewechselte Mario Gomez noch das 1:3 für Stuttgart, konnte am ersten Berliner Heimsieg seit zwei Monaten aber nichts mehr ändern. "Wir haben ein unnötiges Tor kassiert. Das ist das Einzige, was heute nicht schön ist", bilanzierte Dardai.

Keeper Jarstein muss am Knie operiert werden

Einen Wermutstropfen hatte die Partie dennoch. Mathew Leckie verletzte sich am Knöchel und musste nach 66 Minuten ausgewechselt werden. Eine genaue Diagnose steht noch aus. Und auch Keeper Rune Jarstein wird in dieser Saison voraussichtlich nicht mehr zum Einsatz kommen. Der 34-jährige Norweger leide schon länger unter Knie-Problemen und soll sich deshalb schon in der kommenden Woche operieren lassen.

Weil Herthas Nummer zwei, Thomas Kraft, derzeit eine Blessur im Nackenbereich hat, könnte in den beiden abschließenden Spielen in Augsburg und gegen Leverkusen der erst 20-jährige Dennis Smarsch sein Bundesliga-Debut geben. Der A-Jugendmeister von 2018 saß schon beim 0:0 in Frankfurt und beim 3:1 gegen Stuttgart als Ersatzkeeper auf der Bank.

Sendung: Inforadio, 04.05.2019, 17.25 Uhr

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