Zweikampf im Spiel Union - Stuttgart. Bild: Imago/Sportfoto Rudel
Audio: Inforadio | 24.05.2019 | 06:15 Uhr | Stephanie Baczyk | Bild: Imago/Sportfoto Rudel

2:2 im Relegations-Hinspiel in Stuttgart - Union macht großen Schritt Richtung Bundesliga

Der Traum von der Bundesliga lebt weiter: Union Berlin erspielt sich im Relegations-Hinspiel beim VfB Stuttgart ein 2:2-Unentschieden. Vor dem Rückspiel am Montag im Stadion an der Alten Försterei ist alles offen. Die spielerische Leistung der Eisernen: vielversprechend.

Union Berlin darf weiter auf den Aufstieg in die Bundesliga hoffen. Im Relegations-Hinspiel beim VfB Stuttgart erspielten sich die Köpenicker mit einem beeindruckenden Auftritt ein 2:2 (1:1)-Unentschieden und damit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Montag in Berlin. Union war dabei fast über die komplette Spielzeit gleichwertig mit dem Bundesligisten.

Union nur kurz eingeschüchtert

Eine gewisse Nervosität war den Berlinern in der Anfangsphase anzumerken, gleich nach sieben Minuten kam der Stuttgarter Stürmer Anastasios Donis zur ersten und für lange Zeit besten Gelegenheit der Gastgeber – nach einem Konter wurde er von Daniel Didavi bedient, scheiterte aber aus 15 Metern an Rafal Gikiewicz.

Danach kam Union aber schnell besser ins Spiel, Sebastian Andersson näherte sich zunächst nach einem Freistoß ans Tor von Ron-Robert Zieler an (10. Minute) und hatte dann nach 20 Minuten die erste große Chance für sein Team, als er fünf Meter vor dem Tor in eine Flanke von Suleiman Abdullahi rutschte, den Ball aber nicht mehr an Zieler vorbeibringen konnte. Doch Stuttgart war nun gewarnt vor den Berliner Angriffen und so entwickelte sich ein kontrolliertes Spiel beider Teams.

Zwei turbulente Minuten vor der Halbzeit

Der Bundesligist wurde vor allem dann gefährlich, wenn Nicolas Gonzalez oder Anastasios Donis mit Tempo auf die Berliner Verteidigung zulaufen konnten. So auch beim 1:0 der Stuttgarter: Donis sprintete von der Mittellinie die rechte Seite hinunter, ließ auf dem Weg Parensen stehen und passte in den Strafraum auf Christian Gentner, der zur Führung traf (42. Minute).

Aber die Tormusik in der Stuttgarter Arena war noch nicht richtig verhallt, da durfte der Gästeblock schon zum ersten Mal ausgelassen jubeln. Union gelang unmittelbar nach Wiederanpfiff der Ausgleich. Vom Anstoß spielten die Berliner mit einem langen Ball aus der Verteidigung und einer Kopfballverlängerung von Sebastian Andersson dessen Sturmpartner Suleiman Abdullahi frei. Der Nigerianer nahm den Ball geschickt mit, ließ dadurch Federico Insua ins leere laufen und nutzte die Chance sofort zum 1:1 (43. Minute).

  

Joker Gomez sticht, Union kontert erneut

Zur Pause wechselten die Stuttgarter den ehemaligen Nationalstürmer Mario Gomez ein und Gomez - eigentlich nicht für seine Schnelligkeit bekannt - marschierte plötzlich kurz nach der Halbzeit durch die komplette Berliner Hälfte. Marvin Friedrich konnte ihn erst nicht stoppen und fälschte dann auch noch mit seiner Grätsche den Torschuss des Stuttgarters unhaltbar ins eigene Tor ab zum 2:1 (51. Minute).

Dieses Mal brauchten die Berliner länger, um sich von dem Stuttgarter Tor zu erholen. Aber nach gut einer Stunde kam Union wieder besser ins Spiel und näherte sich dem Ausgleich. Nach einer Ecke von Kapitän Christopher Trimmel war es dann Marvin Friedrich, der per Kopf den Ausgleich erzielte und seinen Fehler vom Gegentor wieder gutmachte (68. Minute).

Trimmel und Kroos fehlen im Rückspiel

In der Schlussphase war es zunächst ein ausgeglichenes Spiel, in dem die Berliner sogar die besseren Chancen hatten. Vor allem Sebastian Andersson war zwei Mal sehr knapp dran, am Siegtreffer. Der Schwede, der ohnehin ein sehr gutes Spiel machte, zwang Ron-Robert Zieler mit einem Fernschuss (79. Minute) und einem Kopfball kurz vor Schluss (90.+3) zu spektakulären Paraden. So blieb es beim 2:2-Unentschieden.

Für Union ist das eine hervorragende Ausgangslage vor dem Rückspiel am Montag im Stadion an der Alten Försterei. Trainer Urs Fischer wird aber spätestens dann unglücklich über zwei Randnotizen in dieser turbulenten Partie sein: Denn sowohl Kapitän Trimmel, als auch Felix Kroos werden den Berlinern im Rückspiel gelbgesperrt fehlen. An diesem Abend in Stuttgart interessierte das die Unioner aber wenig. Noch eine Viertelstunde nach dem Spiel feierten sie euphorisch mit ihren Fans. Der Anlass war klar: Unions Traum von der Bundesliga lebt und scheint realer denn je.

Drama, Baby, Drama! - Historie der Relegation

Sendung: rbb24, 23.05.2019, 21:45 Uhr

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11 Kommentare

  1. 11.

    Es tut mir Leid, aber ich werde das blöde Gefühl nicht los, dass es für Union Berlin im Rückspiel am Montag nicht zum Aufstieg reichen wird. Das Ganze erinnert doch stark an die Relegationsspiele in den Jahren 2014, 2015 und 2016, als der Zweitligist jeweils auch im Hinspiel auswärts ein Unentschieden holte und es im Rückspiel doch nicht nach Hause brachte. Dazu kommt die Tatsache, dass zwei wichtige Spieler von Union Berlin im Rückspiel am Montag fehlen werden. Ich würde es dem Verein definitiv wünschen und verdient hätte er es nach dieser starken Saison auch und der VfB Stuttgart hätte es nach dieser schwachen Saison ebenso verdient abzusteigen, aber leider ist das Leben kein Wunschkonzert und meistens auch nicht gerecht. Daher befürchte ich, dass es auch dieses Mal wieder nicht gut ausgehen wird für den Zweitligisten.

  2. 9.

    Gute Ausgangsposition geschaffen, Glückwunsch dazu! Hoffe, ihr macht am Montag den Deckel drauf. Wären dann schon einmal 2 Spiele in der neuen Saison mit Teilnahmepflicht. Also, alles Gute und das nötige Spielglück am Montag!
    Dafür Glück auf, aus Sachsen-Anhalt!

  3. 8.

    Ich lese immer Eisern Union sei im Auswärtsspiel schlecht. Nun 2:2 in Stuttgart - fantastisch! Heißt letztendlich, Eisern Union spielt im Heimspiel gut. Ich unke nicht, aber ich möchte, 1. FC Union spielt gegen Fortuna Düsseldorf, wegen derer dortigen aufkommenden unerträglichen Koe-Arroganz. Gruß zurzeit Düsseldorf.

  4. 6.

    Hallo,
    ich finde das überhaupt nicht in Ordnung. Früher wurden solche Spiele mindestens in den dritten Programmen übertragen und jeder/e konnte zuschauen. Der rbb würde dann auch mal was sinnvolles für die Region machen.
    UB

  5. 5.

    Hallo Matze,

    leider liegen die Rechte bei Eurosport und das Spiel ist nur gegen Bezahlung zu empfangen. Du musst also in den sauren Apfel beißen und Dir bei "Eurosport-Player" für 6,99 Euro einen Monat buchen. Oder aber über Amazon Prime für 5,99 einen Monat den Eurosport Channel. Das ist dann einen Euro günstiger. Solltest Du Union-Fan sein und nicht auf den Pfennig schauen müssen, dann mach das doch. Sind dann 3 Euro pro Spiel ;-)
    Würde noch die Bundesliga laufen, dann könntest Du für die 5,99 auch alle Freitagsspiele, 5 Sonntagsspiele und 5 Montagsspiele sehen. Dafür geht der Preis in Ordnung finde ich.

  6. 4.

    "Beide Spiele sind live nur gegen Bezahlung bei Eurosport zu sehen." Wenn es mit dem Lesen/Sehen eh nicht so klappt, dann hören Sie bei Radio eins des rbb rein. Steht auch im Text. Nichts für ungut ;-))

  7. 2.

    Hallo Matze,

    Sie haben recht, das fehlte im Text definitiv noch. Wir haben die Infos ergänzt, danke für Ihren Hinweis.

    Viele Grüße und ein spannendes Spiel!

  8. 1.

    Kein Wort im Text, ob der rbb das Spiel überträgt. Vermutlich nicht, ist ja nicht wichtig im Sendegebiet. Sicher muss dringend eine Zoo-Doku oder eine Quiz-Show gezeigt werden...

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