Symbolbild: Eine Unisex-Toilette in einem Fussballstadion (Quelle: augenklick/firo Sportphoto)
Audio: Inforadio | 24.05.2019 | Sarah-Lisa Angress | Bild: augenklick/firo Sportphoto

Unisex-Toiletten und Co. - Berliner Olympiastadion wird zum Pokalfinale genderneutral

Toiletten zugänglich für alle, freie Auswahl beim Kontrollpersonal: Zum Pokalfinale zwischen Bayern München und RB Leipzig am Samstag gibt es im Olympiastadion neue, geschlechtsneutrale Regeln.

Das Berliner Olympiastadion soll beim DFB-Pokalfinale genderneutral gestaltet sein. Das berichtet die ARD-Radio-Recherche Sport am Freitag [br.de].

Demnach können die Besucher beim Einlass zum Duell zwischen Bayern München und RB Leipzig selbst entscheiden, ob sie von einer Frau oder einem Mann kontrolliert werden. Als eine weitere Maßnahme wird es gekennzeichnete Unisex-Toiletten geben, die alle Fans unabhängig von ihrem Geschlecht nutzen können. Es ist eine weltweite Premiere bei einem großen Sportevent.

Piktogramm soll Toiletten ausweisen

Der Anstoß für das Projekt kommt von der Vereinigung europäischer schwul-lesbischer Fußball-Fanorganisationen. Deren Sprecher Sven Kistner sagte gegenüber der ARD-Radio-Recherche Sport: "Es war uns von Anfang an wichtig, dass die Toiletten von allen Personen genutzt werden und nicht nur von den Transgender-Leuten. Dass die dann auch gekennzeichnet werden mit dem Piktogramm: 'Für Gender Neutral.'"

Somit werde ermöglicht, dass jede Person, die auf der Suche nach einer Toilette sei, "um es mal ganz flapsig zu formulieren, dort sein oder ihr Geschäft verrichten kann, ohne noch lange weiter suchen zu müssen nach einer anderen Toilette." Die Ordner wurden im Vorfeld der Pokalbegegnung laut der ARD-Radio-Recherche Sport geschult, um bei unvorhersehbaren Situationen deeskalierend eingreifen zu können.

Stadien bei Spielen der DFB-Elf künftig immer genderneutral

Und es soll nach der Premiere eine Fortsetzung geben: Dem Bericht zufolge ist es das Ziel, künftig alle Heim-Länderspiele der Männer-Nationalmannschaft in genderneutralen Stadien auszutragen. Bei der Partie gegen Serbien im März gab es dafür einen ersten Test.

Auch die Stadionbetreiber einiger Bundesliga-Vereine, wie etwa Borussia Mönchengladbach, Hertha BSC und Mainz 05, diskutieren laut der Recherche bereits über genderneutrale Einlasskontrollen und Unisex-Toiletten. Hintergrund ist auch die offizielle Einführung des dritten Geschlechtes. Seit Jahresbeginn gibt es in Deutschland neben männlich und weiblich auch die Kategorie divers.

Sendung: Inforadio, 24.05.2019, 11:15 Uhr

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33 Kommentare

  1. 33.

    Sehr gut! Da kann frau sich endlich mal aussuchen, von wem sie sich betatschen lässt. Manche der Herren vom Sicherheitspersonal sehen ja delikat aus ... Hoffentlich bekommen wir diesen Service demnächst auch am Flughafen.

  2. 32.

    Effektive Nutzung? Solange die PP nicht abgeschafft werden ist alles ok. Bei Damenklos ist immer eine Warteschlange, bei herrenklos ist der „Durchlauf“ schneller ;-)

  3. 31.

    Ähm... ist nur das Piktogramm an der Tür oder steht noch irgendwo, dass es sich um eine Toilette handelt?

  4. 30.

    Alfred Neumann und Horst: Weil es unsere Berliner Mannschaft ist und zwar das Aushängeschild. Oder schon mal woanders gesehen, dass die ins benachbarte Bundesland umgezogen sind?

  5. 29.

    Ja, ich bin als Frau auch schon oft bei Veranstaltungen oder im Kino einfach aufs Herrenklo gegangen, wenn die Blase kurz vorm Bersten war. Herrlich, wie leer das da war, während auf dem Damenklo Schlangestehen angesagt war. Ich bin schon lange für Unisex-Klos. Solange ich mich in eine Kabine einschließen kann, ist es mir doch Wurscht, ob der knökende Nachbar männlich, weiblich oder was dazwischen ist.

  6. 28.

    Es ist natuerlich erfreulich, dass sich unter dzt 27 Kommentaren immerhin 3 befinden (#7, 21, 27), deren Verfasser einen Sachverhalt erfassen und realistisch sowie sachlich bewerten koennen: Es geht hier um die effektivere Nutzung von WCs, nicht mehr und nicht weniger. Angesichts der morgigen Wahlen macht es mir allerdings schon Angst, dass demgegenueber offenbar bis zu 89% nicht einmal korrekt erkennen koennen, worueber sie sich eigentlich aufregen.

  7. 27.

    Gute Sache, zumindest einen Versuch wert.
    Häufig sind bei Großveranstaltungen in den Männertoiletten viele Boxen frei, während die Frauen sich vor ihrem Eingang einen Wolf anstehen, um endlich an die Reihe zu kommen. Wenn ich gelegentlich beim Verlassen der Männertoilette eine entsprechende Einladung an die wartenden Frauen ausspreche, wird die meist sehr gerne angenommen.
    In der Realität wird schon oft genug praktiziert, was nun auch offiziell kommuniziert wird.

  8. 26.

    Das Zeichen für „untergehende“ Kulturen ist dann zu erkennen, wenn gravierende Probleme nicht wahrgenommen werden und Kleinigkeiten hochgejubelt werden.
    Berlin hat große Probleme als dieses.

  9. 25.

    Wenn jetzt auch noch WC dranstehen würde oder Toilette, wüsste auch jeder Bedürftige, dass er, sie, divers hier mal darf, wenn divers muss.

  10. 24.

    Der Sozialismus lässt grüßen: ein allgeschlechtlicher Abort.

  11. 22.

    Toll, jetzt kann ich also entscheiden ob mich ein Mann, eine Frau oder Diverses bei der Einlasskontrolle befummelt?

  12. 21.

    Ich würd ja einfach mal den Artikel lesen, das könnte dabei helfen, den Unterschied zu erkennen. Aber wir wollen ja niemanden überfordern, man kann geistige Leistungsfähigkeit ja auch nicht zwingend voraussetzen, daher zur Erklärung:

    Das gender-neutrale Klo (hier bemerken Sie schon die erste Auffälligkeit, von "Gender-Klo" ist nämlich null die Rede) ist für ALLE Geschlechter gedacht, ob nun weiblich, männlich, divers,..., spielt überhaupt keine Rolle. Ein genderSPEZIFISCHES Klo ist für das Geschlecht gedacht, für das es ausgewiesen ist.

  13. 20.

    Sie ja scheinbar nicht, wenn Sie Zeit haben, hier rumzuheulen. Was stört denn bitte daran, wenn wir mit gutem Beispiel voran gehen? Sie können diese Toiletten übrigens einfach ignorieren - und schon kann Ihnen dieses Thema komplett egal sein, so einfach ist das.

  14. 19.

    Der Sozialismus lässt grüßen: ein allgeschlechtlicher Abort.

  15. 18.

    Warum sollte das Land einen Plan für die mittelmässige Hertha haben? Die wollen ein neues Stadion, also sollen die sich selber darum kümmern. Ludwigsfelde hätte die mit Kußhand genommen. Die wurden von Preetz aber nur zum Aufbau eines Popanzes mißbraucht. Gut, dass Müller und Geisel standhaft geblieben sind.

  16. 17.

    In anderen worten wird hier nichts anderes gesagt als: Die rechte und bedürfnisse anderer menschen sind weniger oder gar nicht wichtig.
    Und das was ich jetzt gerne tun und sagen würde fällt unter das stgb.
    Gute nacht!

  17. 16.

    Erschreckend zu verfolgen wie menschen hier ihrer transphobie und unwissenheit freien Lauf lassen..
    Im boden versinken solltet ihr alle!

  18. 15.

    Sowas gibt es bestimmt nur in Deutschland?
    Haben wir keine anderen Probleme?

  19. 14.

    Puh, wenigstens ein Bereich, in dem Berlin führend in der Welt ist. Wenn schon der Flughafen nie fertig wird und keine bezahlbaren Wohnungen gebaut werden. Aber wen interessiert das schon, wenn man(che) beim Fußball auf Unisextoiletten gehen kann.

  20. 13.

    Wieder so ein typisches Beispiel politischer Geisterbahn Politik des linken Senats. Nach dem unsinnigen Frauentag, als Geschenk an den linken Koalitionspartner, nun den "gendergerechten Toilettengang" für die feministischen Streetfighter. Gerade am Beispiel Olympiastadion zeigt sich deren Unfähigkeit. Nicht mal einen Zukunfts-Plan für die große HERTA an diesem oder benachbarten Standort, aber so einen Unsinn....

  21. 12.

    Sehr erfreulich.
    Leider schimpfen menschen über diesen fortschritt und es scheint als wäre dies ein ausdruck enormen neids und bodenloser ahnungslosigkeit.
    Wäre wohl auch zu viel verlangt sich selbst zu bilden..
    Ts Ts Ts..

  22. 11.

    und wie läuft das dann? Männlein und Weiblein stehen zusammen am Pissoir? Sehr interessanter Ansatz. Ich glaube auch nicht, dass eine Dame auf ein Klo möchte wo ein Mann vorher war. Da sieht es auf den Klos im Stadion immer ziemlich komisch aus. Ob es andersherum auch so ist, weiß ich nicht

  23. 10.

    Die genderneutrale Kür beherrscht das Land, doch bei der gesetzlichem Barrierefreiheit des ÖPNV versagt die linke Sozialsenatorin samt ihrer Gleichststellungsbeauftragten und dem wohlwollenden Blicken von Günther und Pop von den Grünen.

  24. 9.

    Ja ist den heute der 1.April,

    oder ist es ein Afd-Fake, um auch den letzten weißen alten Mann zum Wählen zu treiben.

  25. 8.

    Woran erkennt man untergehende Kulturen, sie beschäftigen sich mit Nichtigkeiten und nicht den wahren Problemen der Gesellschaft.

  26. 6.

    Hauptsache die Spieler auf dem Rasen sind auch weiblich und transsexuell. GIBT es da schon Quoten? Oder ist der DFB etwa rückständig?

  27. 5.

    Viel schlimmer finde ich dass sich in diesem Land so viele wegen solchen Belanglosigkeiten so künstlich aufregen. Hat man den keine eigenen / anderen / wichtigeren Probleme mit denen man sich beschäftigen könnte?

  28. 4.

    @RBB: was ist der so wichtige Unterschied eines GENDER-Klos zum "geschlechtspezifischen Klo"?
    Ich erkenne keinen?!?! Und deshalb konnte ich auch über AKKS Karneval Witz lachen und war nicht künstlich empört.
    Die Frage von mir ist übrigens ernst gemeint. Was ist das Besondere außer der Aufkleber an der Tür?
    Oft frage ich mich auch, hat dieses Land keine anderen, wichtigen Probleme? (zu lösen)

  29. 2.

    ...und Helene Fischer kann in der Halbzeitpause im Auftrag des DFB "Genderneutral durch die Nacht..." trällern...
    Und was ist mit der Diskriminierung von Frauen, die sich an in die Rinne urinierenden Männern Richtung "Box" bewegen müssen (Zitat:"Alle Toiletten zugänglich für alle")..
    Ich fass' es nicht, als ob für diverse Menschen die Toilettenfrage existenziell und gegenwärtig die wichtigste Form der Diskriminierung sei, was den Blick für grundlegenden Ungerechtigkeiten in dieser Gesellschaft völlig verwässert!
    Aber vielleicht können die Genderbeauftragten des DFB das alles besser beurteilen, als ich und jeder in dieser hypersensiblen Gesellschaft fühlt sich diskriminiert!

  30. 1.

    Wer hat eigentlich mit diesem ganzen "Genderkram" angefangen? Es kommt mir manchmal so vor, als ob wir die großen Probleme unserer Zeit nicht in den Griff bekommen, und uns deshalb künstliche Probleme ausdenken müssen, um zu zeigen, dass etwas getan wird. Das Schlimme ist ja auch, dass es in Deutschland eine große Zahl von Gender-Professuren gibt, die Unmengen von Steuergeldern verschlingen. Dem Normalbürger ist das doch in keiner Weise mehr vermittelbar. Und dem eher simpel gestrickten Fußballfan schon gar nicht.

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