Das Stadion der Freundschaft ist zu großen Teilen leer während einer Partie des FC Energie Cottbus (Quelle: imago/Contrast)
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Spendenaktion - Energie Cottbus verkauft Tickets für "fiktives Heimspiel"

Nur wenige Tage nach dem bitteren Abstieg aus der 3. Liga hat der FC Energie Cottbus eine Spendenaktion gestartet. Zum symbolischen, an das Gründungsdatum angelehnten Preis von 19,66 Euro verkauft der finanziell klamme Verein Tickets für ein "fiktives Heimspiel" im Stadion der Freundschaft. "Auf die Idee haben uns die Fans gebracht", sagt Klubsprecher Stefan Scharfenberg-Hecht rbb|24. "Die haben gesagt: Macht was, tut was. Wir wollen euch helfen."

Einnahmen bis zu 440.000 Euro

Unter dem Hashtag "Einmalvollmachenbitte" will Energie Geld gegen "die fußballerische Bedeutungslosigkeit" sammeln, wie der Verein es auf seiner Website schreibt. 22.528 Karten gehen raus - so viele wie Fans ins Cottbuser Stadion passen. Die nicht reale Partie soll am 31. Januar 2020, dem 54. Vereinsgeburtstag der Lausitzer, "ausgetragen werden".

Anders als bei vielen anderen finanziell angeschlagenen Vereinen fiel bei Energie bewusst die Entscheidung gegen ein Benefizspiel gegen einen prominenten Gegner: "In Zwickau gastierten die Gladbacher Borussia und Dynamo Dresden, in Erfurt kam der 1. FC Union Berlin vorbei, nach Kaiserslautern fahren die Bayern zu diversen Benefizspielen. Und in der Lausitz, da hilft man sich selbst", heißt es in der Mitteilung. Werde die Spendenaktion gut angenommen, seien beachtliche Einnahmen möglich. "Wenn wir ausverkauft sind, wären das über 440.000 Euro", so Scharfenberg-Hecht. "Die Aktion ist gerade erst angelaufen, aber die Leute kaufen schon fleißig Tickets."

Sendung: Inforadio, 22.05.2019, 15.15 Uhr

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10 Kommentare

  1. 10.

    Geschätzter Eastsoccer, dass Du damit aber selbst politisierst, wenn Du dem vermeintlich kunterbunten Treiben die sogenannten "wahren Fans" entgegenstellst sollte klar sein. Ich bin Energiefan und habe selbst für mich und meine Familie 4 Karten gekauft. Das der Fussball im Stadion kein politikfreier Raum ist, dafür sorgen diese sogenannten "wahren Fans" schon selber. Fremdschämen in Rot Weiss beim Auswärtsspiel gibt's dann gratis genauso dazu, wie Infernoaufkleber im Regionalexpress....

  2. 9.

    Als Energie-Fan dürfte ihnen die pauschalisierte Hetzkampagne gegen die FCE- Fangemeinde auch in Berlin nicht entgangen sein.

  3. 8.

    Witzige Aktion, im positiven Sinne. Wir haben schon fleißig gekauft.

    @Eastsoccer, Sie kennen mich und viele andere, die den Verein unterstützen und dabei helfen, dass Energie nicht untergeht, doch gar nicht, warum bezeichnen Sie uns dann pauschal als "Nazi-Fans"?

  4. 7.

    @Eastsoccer. Laut Magazin Forbes wird das Vermögen von LEAG Chef Kretinsky auf 2,6 Milliarden Dollar geschätzt. Ich will das aber nicht an einer Person festmachen. Laut Wollitz bräuchte Energie einen Etat für die Regionalliga von ca. 2,5 Mio, um als eventueller Staffelsieger gehandelt zu werden. Das nur mal in Relation, hoffe auf der Mitgliederversammlung bei Energie wird das mal angesprochen. Der "normale" Fan soll jetzt Energie retten, das ist wirklich frech.
    Eigentlich musste man doch realistisch mit 50 % Abstieg rechnen. Bunt hört bei der Kohle auf!
    FCE Fan Thomas W.

  5. 6.

    Liebe Eve,

    Sie haben recht, ein kein Benefizspiel kann es nicht nicht geben. Haben wir korrigiert, danke für Ihren Hinweis.

  6. 5.

    "Anders als viele finanziell angeschlagene Vereine fiel bei Energie bewusst die Entscheidung gegen ein kein Benefizspiel gegen einen prominenten - realen - Gegner" Vielleicht noch einmal Korrekturlesen?

  7. 4.

    Ich stimme dir zu, wobei dies nicht nur für die LEAG gilt, sondern für alle aus diesen Verein "Cottbus ist bunt". Sie haben das Stadion der Freundschaft zu ihrem politischen Spielrasen gemacht und diffarmieren einen großen Teil ihrer treuen Fangemeinde. Politik hat im Stadion nichts zu suchen, aber seit einer gefühlten Ewigkeit hat der kunterbunte Verein sein Banner über die Gäste-Tribüne gespannt. Bezahlen die LEAG, das CTK, die Sparkasse, die Stadt u.a. für diese Werbung? Nein, im Gegenteil, sie veranstalten politische Fussball(vor)spielchen und rabattieren den Eintritt des Ligaspiel für die, die sich diesen Rasen-Zirkus anschauen. Jetzt sollen die "Nazi-Fans" wieder die Kohlen aus dem Feuer holen. Das ist echt schon frech. Energie soll sich nicht länger vor den politischen Karren spannen lassen und das Stadion wieder entpolitisieren, oder das Bündnis "Cottbus ist bunt" soll die Zeche löhnen! Alles andere ist Verhöhnung der wahren Fans.

  8. 3.

    Warum steht nichts darüber im Videotext des RBB?????

  9. 2.

    Gibt es irgendwo ne Füllstandsanzeige? Zwei Tickets sind auf jedenfall schon weg.

  10. 1.

    Die Idee ist sicherlich gut, aber man sollte alle Karten LEAG Eigentümer Kretinsky anbieten, welcher diese sicherlich aus der Portokasse bezahlen könnte. Warum kommt von dort keine ausreichende finanzielle Unterstützung für die kommende Regionalliga? Mit einem bereits absolvierten Testspiel gegen Sparta Prag ist es eben nicht getan, da müsste eigentlich viel mehr kommen. Auch ich werde Energie weiter unterstützen!!
    Thomas W. aus Görlitz

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