Michael Parensen (rechts) hilft Suleiman Abdullahi (links) auf die Beine. Quelle: imago/Matthias Koch
Audio: Inforadio | 22.05.2019 | 08:15 Uhr | Stephanie Baczyk | Bild: imago/Matthias Koch

Union Berlin vor dem Relegationsspiel in Stuttgart - Aufrichten und nach vorne schauen

Den direkten Aufstieg hat Union Berlin verpasst. Viel Zeit zu hadern bleibt nicht. Für die Eisernen besteht die Möglichkeit, über die Relegation gegen den VfB Stuttgart doch noch in die Bundesliga aufzusteigen. Der Verein baut dabei auf ein besonderes Motto. Von Jonas Bürgener

Urs Fischer konnte schon wieder lachen. Der Trainer scherzte mit den vielen Journalisten, die sich am Dienstag im Presseraum des Stadion An der Alten Försterei versammelt hatten. Nur knappe 48 Stunden nach dem um Haaresbreite verpassten Aufstieg in die Bundesliga, gilt es für Fischer nach vorne zu schauen. Schließlich ist der Traum von der Bundesliga für den Coach, die Mannschaft und den gesamten Verein noch nicht ausgeträumt.

Am kommenden Donnerstag (20:30 Uhr) trifft Union Berlin im Relegationshinspiel auf den Bundesligasechszehnten VfB Stuttgart. Vier Tage später steht das Rückspiel im Stadion An der Alten Försterei an. Fischer möchte sich nicht mehr mit der verpassten Chance beschäftigen - das Motto: Gib niemals auf und glaub an dich. Der Leitsatz, der das Spruchband vor dem Gästeblock in Bochum schmückte und mittlerweile auf tausenden Fischerhüten und T-Shirts abgedruckt ist.  

Ein Spruchband der Union-Fans in Bochum. Quelle: imago/Sven Simon
"Gib niemals auf und Glaub an dich" - Unioner Leitsatz im Aufstiegskampf | Bild: imago/Sven Simon

"Sofort an die neue Aufgabe herangemacht"

Zwar konnte der Trainer nicht abstreiten, dass die Enttäuschung nach der greifbaren Chance, direkt aufzusteigen und so die mit Druck belastete Relegation zu vermeiden, groß war. "Klar war die Stimmung am Montag nicht gut. Da genügen ein paar Stunden Schlaf nicht, um alles aus dem Kopf zu kriegen", schilderte der Coach die Verfassung seiner Mannschaft nach dem Spiel in Bochum. Doch Fischer ergänzte schnell: "Es war wichtig, dass wir uns nicht mehr mit dem Spiel vom Sonntag beschäftigen, sondern uns sofort an die neue Aufgabe herangemacht haben."

Diese Aufgabe ist eine große. Erst zwei Mal konnte ein Zweitligist seit der Wiedereinführung der Relegation in der Saison 2008/2009 als Sieger aus dem Duell gegen den Bundesligisten hervorgehen. 2009 schaffte es der 1. FC Nürnberg gegen Energie Cottbus, 2012 gewann Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC und sprang so ins Fußball-Oberhaus. Auch der 1. FC Union Berlin geht als Außenseiter in die Partie gegen den - nach der Trainerentlassung von Markus Weinzierl - formstarken VfB Stuttgart. Unter Interimstrainer Nico Willig holten die Schwaben sieben Punkte aus den letzten vier Spielen.

Union möchte gute Ausgangslage erarbeiten

"Stuttgart ist eine Mannschaft, die sehr kompakt steht, nicht viel zulässt", weiß auch Urs Fischer. Der Trainer hat das letzte Spiel des VfB gegen Schalke live im Stadion verfolgt. Dennoch findet Fischer, dass "der Druck bei ihnen größer ist als bei uns". Natürlich wolle aber auch seine Mannschaft ihr Ziel unbedingt erreichen. Gerade im Hinspiel ist daher wohl ein eher defensives, abwartendes Union Berlin zu erwarten. Man möchte sich eine "gute Ausgangslage für das Rückspiel" im heimischen Stadion erarbeiten, erklärte Fischer. Zu groß ist die Gefahr, dass der VfB sich vor eigener Kulisse in einen Rausch spielt und bereits im Hinspiel die Weichen für den Verbleib in der Bundesliga stellt. Verzichten muss Union Berlin im mit fast 55.000 Zuschauern ausverkauften Stuttgarter Stadion auf Verteidiger Florian Hübner, der wegen einer Gelbsperre im Relegationshinspiel pausieren muss.  

5.000 Unioner in Stuttgart - Public Viewing in Köpenick

An Unterstützung von den Rängen wird es den Eisernen auch in Stuttgart nicht fehlen. 3.000 Karten waren bereits nach dem Vorverkauf für Vereinsmitglieder vergriffen. 2.000 weitere Tickets gehen in den freien Verkauf und dürften ebenfalls in Windeseile einen Abnehmer finden. Es wird sich also wieder ein gewaltiger roter Tross auf den Weg machen, um den Verein zu unterstützen. Für alle Union-Anhänger, die keine der begehrten Karten für das Spiel in Stuttgart ergattern konnten, bietet der Verein ein Public Viewing im Stadion An der Alten Försterei an. Bereits am vergangenen Sonntag waren 11.000 zum Public Viewing zum Spiel gegen den VfL Bochum gekommen.

Es herrscht eine Euphorie im Verein, die die Mannschaft tragen kann. Urs Fischer weiß, dass die "Fans es verdient hätten", in der kommenden Saison Bundesliga-Fußball in Köpenick zu erleben. Der Trainer ist dankbar für die Unterstützung, die die Mannschaft in dieser Saison erfahren hat. Die Anhänger sollen belohnt werden - mit einem guten Auftritt des Teams in den Relegationsspielen und anschließend mit dem Aufstieg in die Bundesliga.

Sendung: rbbUM6, 21.05.19, 18:00 Uhr

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