Marvin Friedrich (links) und Rafal Gikiewicz (rechts) klatschen ab. Quelle: imago/ULMER Pressebildagentur
Video: Abendschau | 26.05.2019 | Torsten Michels | Bild: imago/Ulmer Pressebildagentur

Schaffen die Eisernen den Bundesliga-Aufstieg? - Union Berlin will den letzten Schritt gehen

Die Ausgangslage für den 1. FC Union nach dem Unentschieden im Relegations-Hinspiel ist gut, die Euphorie im Verein riesig. Doch Trainer Urs Fischer warnt vor dem Rückspiel gegen den VfB Stuttgart vor Leichtsinn. Der Aufstieg ist dennoch greifbar. Von Jonas Bürgener

Die Lobeshymnen auf Union Berlin nach dem Relegationshinspiel am vergangenen Donnerstag gegen den VfB Stuttgart und dem hart erkämpften 2:2-Unentschieden waren groß. Die Medien überschlugen sich und auch der sonst so kritische Eurosport-Experte Matthias Sammer fand lobende Worte für die Leistung der Eisernen. Gerade Trainer Urs Fischer adelte der Europameister von 1996: "Fischer hat bei Union sehr gute Arbeit geleistet, aus dem negativen Sonntag diesen starken Donnerstag zu machen", sagte Sammer in seiner Analyse nach dem Spiel.

Auch die Spieler von Union Berlin wussten, dass sie sich eine gute Ausgangslage für das Heimspiel am kommenden Montag (20:30 Uhr) in der Alten Försterei erarbeitet hatten. "Wir wollten ein gutes Resultat erreichen, das ist uns gelungen", erklärte der für das Rückspiel gesperrte Kapitän Christopher Trimmel nach der Begegnung. Die Hochstimmung im Verein vor dem greifbaren ersten Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte könnte nicht größer sein.

Urs Fischer bremst die Euphorie

Einzig der Vater des Erfolges, Trainer Urs Fischer, bremste am Samstag die Euphorie ein wenig. Für ihn ist die Mission Aufstieg nach dem 2:2-Remis "nicht leichter geworden". Zwar schätzt auch er das Ergebnis aus dem Hinspiel als "ein gutes Resultat" ein. Allerdings betonte er, dass es "eine ähnliche Leistung wie im Hinspiel" braucht, um gegen den Bundesligisten zu bestehen und so den letzten Schritt in Richtung Aufstieg gehen zu können.

Neben Christopher Trimmel wird dabei auch Felix Kroos mit einer Gelbsperre nicht zur Verfügung stehen. Es sind zwei Führungsspieler, die die Köpenicker ohne Frage gerne dabei hätten. Urs Fischer vertraut dennoch auf die Breite seines Kaders: "Wir haben in dieser Saison schon öfter gezeigt, dass wir Ausfälle kompensieren können", erklärte der Schweizer selbstbewusst.

Eine Variante für den Coach wäre es, den nach abgesessener Gelbsperre wieder einsatzbereiten Florian Hübner neben Marvin Friedrich ins Abwehrzentrum zu stellen und Routinier Michael Parensen auf der Rechtsverteidigerposition aufzubieten. Als weitere Alternative stünde der Norweger Julian Ryerson als Rechtsverteidiger bereit. Detaillierte Einblicke in seine Kaderplanungen gab Urs Fischer zwei Tage vor dem Spiel wie gewohnt nicht.

Stuttgart will "zurückschlagen"

Neben dem breiten Kader setzt Union Berlin auf die Heimstärke und die eigenen Fans im Stadion An der Alten Försterei. Die Euphorie im ganzen Klub ist riesig. "Wir haben mitbekommen, was hier los war, als wir in Stuttgart gespielt haben. 15.000 Zuschauer, die ein Spiel im Stadion verfolgen, das wir 700 Kilometer entfernt spielen. Das ist Wahnsinn", zeigte sich der Trainer beeindruckt von der Unterstützung der Fans beim Public Viewing in der Alten Försterei.

Dort sind die Eisernen in dieser Saison eine Macht: Nur ein Heimspiel verlor die Fischer-Elf in der abgelaufenen Zweitligasaison. Hinzu kommt, dass Stuttgart in 17 Bundesliga-Auswärtsspielen nur einen Sieg feiern konnte, am 11. Spieltag gegen Absteiger 1. FC Nürnberg. Und trotzdem sollten die Köpenicker gewarnt sein. Bei den Schwaben hat sich nach dem 2:2 im Hinspiel Wut angestaut. Stürmer Mario Gomez beschwerte sich nach dem Spiel über die schlechte Stimmung im Verein, kündigte aber auch an, in Berlin "zurückschlagen" zu wollen. Auch mit den schnellen Stuttgarter Stürmern Anastasios Donis und Nicolas Gonzalez hatte die Unioner Hintermannschaft im Hinspiel ein ums andere Mal Probleme. Urs Fischer möchte die beiden am Montag mit einer "geschlossenen Teamleistung" unter Kontrolle kriegen.

Es wird ein letzter Kampf nötig sein für die Eisernen, um auch im Rückspiel gegen den VfB Stuttgart bestehen zu können. Dass sie dazu bereit sind, haben die Spieler von Union Berlin in dieser Saison bereits des Öfteren eindrucksvoll bewiesen. Es geht darum, den letzten Schritt zu gehen und sich den Traum von der Bundesliga zu erfüllen.  

Sendung: rbbUM6, 18:00 Uhr, 25.05.19

Beitrag von Jonas Bürgener

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1 Kommentar

  1. 1.

    Eigentlich ist es ja ganz einfach. Heimspiel gewinnen :-) Stuttgart war diese Saison ja nicht besonders erfolgreich.

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