Grund zum Strahlen: Union-Kapitän Christopher Trimmel. / imago/Claus Bergmann
Audio: rbb UM6 | 16.05.2019 | 12:15 Uhr | Interview mit Christoph Trimmel | Bild: imago/Claus Bergmann

Interview | Union-Kapitän Christopher Trimmel - "Ein Aufstieg wäre schon Wahnsinn"

Seit 2014 spielt Christopher Trimmel bei Union Berlin. Mit dem Bundesliga-Aufstieg könnte er nun als Kapitän den größten Erfolg der Köpenicker feiern. Im Interview spricht er über das letzte Saisonspiel gegen Bochum, Druck - und eine Herzensangelegenheit.

rbb|24: Sie haben 151 Zweitliga-Partien absolviert. Welchen Stellenwert hat das Spiel am Sonntag gegen den VfL Bochum für Sie?

Einen sehr großen natürlich. Jeder, der die Tabelle lesen kann, weiß, dass das ein sehr wichtiges Spiel ist. Eine riesige Herausforderung für uns gegen einen starken Gegner. Wir werden wieder unser Bestes geben und hoffen natürlich, dass wir da gewinnen.

Wie bereitet man sich individuell auf so eine besondere Partie vor?

Nicht anders als in den vergangenen Wochen. Wir haben zuletzt sehr guten Fußball gezeigt und haben wieder Selbstvertrauen. Vor allem seit dem Spiel gegen den Hamburger SV. Wir werden jetzt nichts verändern. Wir werden wieder hart in der Woche arbeiten, gut trainieren - und dann alles reinhauen.

Ob es mit dem direkten Aufstieg klappt, hat auch maßgeblich mit dem Ausgang der Partie des SC Paderborn in Dresden zu tun. Hatten Sie schon einmal so eine Konstellation, bei der Sie mit einem Auge auch auf ein anderes Spiel schauen müssen?

Dass es jetzt wirklich am letzten Spieltag so ist, gab es noch nicht in meiner Karriere. Das ist extrem. Aber es macht natürlich mega Spaß, wenn man über die gesamte Saison oben mit dabei ist und es bis zur letzten Sekunde - so muss man es ja schon sagen - um Einiges geht.

Bochum wird sich sicher nicht einfach so geschlagen geben. Was wird wichtig gegen diesen VfL?

Es ist eine sehr gute Mannschaft. Vor allem mit einem starken Kurzpassspiel. Bochum steht für schönen Fußball. Wir wollen aber trotzdem auf uns schauen. Wir werden den Gegner respektieren, gut analysieren - und dann wird es wichtig sein, dass wir unsere Stärken auf den Platz kriegen. Das hat in den vergangenen Wochen gut funktioniert. Das Gleichgewicht zwischen Offensive und Defensive ist wiederhergestellt. Also freuen wir uns darauf.

Fans und Verein haben das Motto ausgerufen: "Gib niemals auf und glaub an dich." Das ist ja auch Teil eines bekannten Fansongs von Union Berlin. Was bedeutet dieses Motto für das Spiel am Sonntag und den Kampf um den Aufstieg generell?

Wir glauben an uns und wollen dieses Spiel gewinnen. Was am Ende rauskommt, werden wir dann sehen. Aber wir werden sicherlich nicht im Vorfeld irgendwie nervös werden oder hoffen, dass Dresden gewinnt. Wir schauen auf uns.

Die Relegation ist praktisch sicher. Nimmt das ein wenig den Druck vom letzten Saisonspiel, weil klar ist: Man muss nicht unbedingt gewinnen?

Das kann natürlich beim ein oder anderen Spieler eine Rolle spielen. Ich glaube schon, dass im Umfeld ein bisschen die Angst umging, dass wir am Ende doch noch Vierter sind. Da müsste man lügen, wenn das nicht so wäre. Jetzt ist es so, dass wir wahrscheinlich mindestens Dritter werden. Das ist schon schön. Ich war schon vor Wochen überzeugt, dass es eine sehr gute Saison von uns ist. Aber spätestens jetzt wissen es alle.

Unabhängig davon, ob es am Sonntag schon klappt oder aber in einer späteren Relegation gegen den VfB Stuttgart. Was würde Ihnen persönlich ein Aufstieg in die Bundesliga mit Union Berlin bedeuten?

Sehr viel. Ich bin jetzt wirklich schon eine lange Zeit da. Der Verein ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich bin seit dieser Saison auch Kapitän. Das wäre schon Wahnsinn. Das kann man gar nicht so in Worte fassen. Ich glaube, dass muss man dann wirklich erst einmal verdauen, wenn so etwas passiert.

Das Interview führte Jakob Rüger für das rbb-Inforadio. Sie können es beim Klick auf das Titelbild auch im Audio nachhören.

Sendung: rbb UM6, 16.05.2019, 18 Uhr

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