Dedryck Boyata im Trikot von Celtic Glasgow. Bild: imago/Action Plus
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Video: rbb UM6 | 19.05.2019 | Hertha-Manager Preetz über Neuzugang Boyata | Bild: imago/Action Plus

Herthas neuer Innenverteidiger Dedryck Boyata - Ein Mann mit Wucht

Hertha BSC hat den ersten Transfer für die kommende Saison bereits bekannt gegeben: Von Celtic Glasgow kommt Dedryck Boyata, ein international erfahrener Innenverteidiger, der Herthas Abwehr eine neue Dimension geben könnte.

Lange bevor die Transferperiode überhaupt so richtig begonnen hat, hatte Hertha eine der wichtigsten Baustellen im Kader schon geschlossen. Auf der Mitgliederversammlung am Sonntag verkündete der Verein in Person von Michael Preetz nun auch offiziell den Transfer von Innenverteidiger Dedryck Boyata. Die Verpflichtung des belgischen Nationalspielers, der ablösefrei von Celtic Glasgow kommt, hatte sich bereits seit Februar abgezeichnet.

Meister in Schottland und England

Selbst anwesend war der neue Mann noch nicht am Sonntag, als Michael Preetz über ihn sprach. Boyata war ziemlich zeitgleich damit beschäftigt, im Celtic Park in Glasgow die Schottische Meisterschaft zu feiern, seine vierte in vier Jahren. Auch sonst liest sich die Vita des 28-Jährigen durchaus beeindruckend: zwei Schottische Pokalsiege und zumindest auf dem Papier eine englische Meisterschaft (bei einem Saisoneinsatz) und einen Pokalsieg (zwei Einsätze) mit Manchester City kann Boyata vorweisen. "Dedryck ist ein erfahrener Spieler, der schon eine Menge erlebt hat", führte Michael Preetz aus.

In der Tat, denn schon als Teenager, im Alter von 16 Jahren, wechselte Boyata aus Belgien auf die Insel. 2010 feierte er mit 19 Jahren sein Profi-Debüt bei Manchester City, auf Dauer konnte er sich aber nicht gegen Stars wie Vincent Kompany, Julian Lescott oder Kolo Touré in der Innenverteidigung des reichen Premier League-Klubs durchsetzen. Nur insgesamt 35 Mal spielte Boyata bis 2015 für die "Skyblues", zwei Mal ließ er sich in dieser Zeit ausleihen - an Twente Enschede und die Bolton Wanderers, dann wechselte Boyata für rund 2 Millionen Euro zu Celtic Glasgow.

Dedryck Boyata bei den WM-Feierlichkeiten am Großen Markt in Brüssel. Bild: imago/Belga
Dedryck Boyata bei den Feierlichkeiten nach der WM 2018 am Großen Markt in Brüssel. | Bild: imago/Belga

Boyata überzeugt mit Athletik - auch bei der WM

Dort wurde er direkt Stammspieler, überzeugte mit seiner beeindruckenden Athletik. 1,88 Meter ist der Belgier mit kongolesischen Vorfahren groß, schnell und kräftigt - gute Voraussetzungen für den körperbetonten Fußball in Schottland. Schwächen zeigte Boyata auf höchster Ebene in der Spieleröffnung und im Stellungsspiel, zum Beispiel in der Champions League bei den Niederlagen Celtics gegen den FC Bayern München in der Saison 2017/18.

Trotzdem wurde Dedryck Boyata, der aus Uccle, einem Vorort südlich von Brüssel stammt, zum Nationalspieler. 2018 bei der Weltmeisterschaft in Russland spielte er die komplette Gruppenphase im Abwehrzentrum des Titelkandidaten, ersetzte dort den verletzten Kompany, Belgien gewann alle drei Gruppenspiele gegen England, Panama und Tunesien. Als Kompany in der KO-Phase wieder fit war, musste Boyata auf die Bank und sah von dort zu, wie seine Mitspieler sich zu Platz drei spielten.

Wechselwillig schon seit letztem Sommer

Nach der WM sorgte Boyata dann für Diskussionen bei Celtic. Der Abwehr-Star wollte weg, Celtic ließ ihn trotz eines millionenschweren Angebotes aus Fulham nicht ziehen. Daraufhin fehlte Boyata angeblich verletzt in der Champions League-Qualifikation - in den Medien hieß es, der Spieler sei im Streik. Auch nach seinem ablösefreien Abgang zu Hertha kam Boyata bei Fans und Presse in Glasgow nicht gut weg. "Ich bin hier nicht der Schuldige", sagte Boyata dazu am Rande der Meisterfeier und betonte, dass er durchaus bereit gewesen wäre, bei Celtic zu verlängern, wenn der Verein seine Forderungen erfüllt hätte.

Lustenberger Ersatz - aber noch mehr

Was diese Forderungen gewesen sind, ist nicht bekannt - es wird aber spekuliert, dass Boyata bei Hertha BSC zu den Topverdienern gehören soll, mit einem Jahresgehalt von geschätzten 2,3 Millionen Euro. Der imposante Mann soll in der Innenverteidigung die Lücke schließen, die Fabian Lustenberger hinterlässt. Denn die Berliner Verantwortlichen haben schon in der vergangenen Saison desöfteren angemerkt, dass ihnen ein erfahrener Innenverteidiger fehlt und dieser Notstand wurde durch den Abgang des Schweizers noch dringender.

Boyata soll dieser Spieler sein: "Wir erhoffen uns, dass er seine Erfahrung auch einbringt", erklärte Manager Michael Preetz und erklärte, dass Boyata eine "top Mentalität und Qualität" in den Kader einbringt. Das ist wichtig, denn vielleicht muss der Neuzugang am Ende sogar die Rolle des Abwehrchefs übernehmen. Dedryck Boyata bekleidet genau die Position in der Viererkette, die auch Niklas Stark aktuell bei Hertha spielt - innen rechts. Sollte Stark also doch noch seine Ausstiegsklausel ziehen und Hertha im Sommer verlassen, dann könnte ihn Boyata direkt ersetzen. Bleibt Stark, dann ist Hertha mit ihm, Boyata, Karim Rekik und Jordan Torunarigha in der Innenverteidigung noch stärker besetzt, als in dieser Saison.   

Sendung: rbb UM6, 19.05.2019, 18 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Dem kann ich mich nur anschließen. Herzlich Willkommen und viel Erfolg !!! HA HO HE

  2. 1.

    Willkommen bei Hertha!

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