Befreiendes Gefühl bei Grischa Prömel: Die Durststrecke ist beendet - ausgerechnet gegen den Hamburger SV. / imago/Matthias Koch
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Audio: Inforadio | 14.05.2019 | 14:15 Uhr | Lars Becker | Bild: imago/Matthias Koch

So wirtschaftet der 1. FC Union Berlin - Der Tag der Abrechnung

Der vielleicht letzte sportliche Kampf am Sonntag in Bochum könnte den Aufstieg von Union Berlin perfekt machen. Spielerisch ist alles drin, aber wie sieht es finanziell aus? Ob Umsatz, Zuschauer oder Mitglieder - Union Berlin ist auf Rekordkurs.

Was Union-Präsident Dirk Zingler bereits vor Jahren, bei der Mitgliederversammlung des Klubs 2013 verkündet hat, gilt noch immer: "Wir konnten heute berichten, dass Union Berlin ein wirtschaftlich stabiler Zweitligist ist, dass wir uns in den letzten Jahren stetig entwickelt haben und in fast allen Bereichen Bestzahlen verkünden können."

Und schon damals lag auf einen Bundesliga-Aufstieg mittelfristig der sportliche Fokus. "Union Berlin ist wirtschaftlich gesund genug für dieses Ziel", fügte Zingler hinzu.

Seit 2004 treibt Zingler die Weiterentwicklung des Klubs auf allen Ebenen voran. Bei der letzten Mitgliederversammlung im November 2018 konnte der Union-Boss Bestmarken in fast allen Bereichen verkünden: Rekordumsatz bei nahezu ausgeglichener Bilanz, Rekord-Zuschauer und -Mitgliederzahl, sowie Zuwachs bei den Sponsoren.

In der Saison 2017/2018 lag der Umsatz der Eisernen erstmals über 40 Millionen Euro. In der laufenden Spielzeit sollen es sogar 47 Millionen Euro werden.

Lizenz für die erste Liga ist da

Union arbeitet solide und würde wirtschaftlich gesund in die Bundesliga aufsteigen. "Uns geht's gut. Also wir sind uns treu geblieben, seit Jahren nicht mehr auszugeben, als wir einnehmen", berichtete der Präsident im November.

Ende April hat der Deutsche Fußball-Bund dem 1. FC Union neben der Zulassung für die Zweite Liga auch die beantragte Lizenz für die Bundesliga erteilt - ohne Bedingungen oder vereinsspezifische Auflagen.

Die Köpenicker haben kaum Verbindlichkeiten. Das leicht negative Eigenkapital konnte auf rund 2,77 Millionen Euro gesenkt. Außerdem schuldet Union dem Unternehmer Michael Kölmel rund 8,7 Millionen Euro. Dieser Betrag ist allerdings mit einem sogenannten Rangrücktrittsrecht versehen und muss in näherer Zukunft nicht zurückgezahlt werden.

Problem: Infrastruktur und Verkehr

Im Fall des Bundesliga-Aufstiegs würde sich der Etat deutlich erhöhen. Ein riesiger Sprung für die Eisernen, vor allem den dann massiv steigenden Fernsehgeldern geschuldet.

Zudem könnte der Klub als attraktiver Bundesligist auch im Sponsoring einige Millionen mehr erwirtschaften. Der Vertrag mit dem Hauptsponsor läuft im Sommer nach dreijähriger Zusammenarbeit aus und wird voraussichtlich nicht verlängert, ein Nachfolger steht noch nicht fest. Es dürfte mehrere Interessenten geben.

Bleibt noch das vereinseigene, regelmäßig ausverkaufte Stadion an der Alten Försterei. Die Arena, das steht schon länger fest, soll ausgebaut werden. Aktuell finden 22.000 Zuschauer Platz. Damit es bundesligatauglich werden kann, braucht es 37.000.

Ein großes Problem in diesem Zusammenhang ist die Infrastruktur in Köpenick, die schlechte Verkehrsanbindung der Alten Försterei: Staus und zugeparkte Nebenstraßen, keine unmittelbare Verkehrsanbindung. Noch hat der Verein das Baurecht nicht erhalten. Auch bei einem Bundesliga-Aufstieg bliebe erstmal alles beim Alten.

Sendung: Inforadio, 14.05.2019, 14.15 Uhr

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