Urs Fischer gestikuliert am Spielfeldrand in Stuttgart. (Quelle: imago/Sven Simon)
Bild: imago/Sven Simon

Interview | Union-Coach Fischer - "Die Ausgangslage hat sich nicht geändert"

Showdown, Finale furioso, Saisonhöhepunkt: Am Montag geht es für den 1. FC Union Berlin um nicht weniger als den historischen ersten Aufstieg in die Bundesliga. Nach dem 2:2 im Hinspiel in Stuttgart sind die Chancen gestiegen - nur für Trainer Urs Fischer nicht.

rbb|24: Urs Fischer, zum Relegationshinspiel gegen den VfB Stuttgart waren beim Public Viewing an der Alten Försterei 15.000 Zuschauer. Man konnte förmlich sehen, wie sie mitgelitten haben. Wie empfinden Sie und die Spieler diese Relegation?

Urs Fischer: Schwierig, das in Worte zu fassen. Es ist ein unglaubliches Gefühl. Du weißt vor dem Spiel, wie viele Zuschauer an der Alten Försterei sind und dass sie dich unterstützen, obwohl sie nicht vor Ort sind. Wir spielen 700 Kilometer von Berlin entfernt und auch dort hatten wir eine tolle Unterstützung im Stadion. Das ist wichtig. Gerade bei engen Spielen bekommst du das mit und es verleiht dir einfach nochmal zusätzliche Energie.

Als Trainer hat man bei solch wichtigen Spielen unheimlich viel im Kopf. Kann man die Atmosphäre trotzdem genießen?

Natürlich versuchst du das Spiel zu genießen. Ich gebe den Spielern ja auch vor, das Spiel zu genießen. Als Trainer bist du Teil des Ganzen, da gehört es dazu, Freude und Spaß an diesem Spiel zu haben. Ich glaube schon, dass es immer wieder Phasen gab, die ich genießen konnte – gute Aktionen, Ballzirkulationen, wenn sich die Jungs aus einer Drucksituation befreien konnten. Das löst bei mir Zufriedenheit aus. Dann musst du aber wieder umschalten, dich auf das Spiel fokussieren, helfen und dich auch mal ärgern. Es kommt alles vor im Spiel.

Es war eine lange Saison. Jetzt folgt kurz nach dem Hinspiel das Rückspiel. Was konnten Sie als Trainer im Training noch bewirken?

Ich glaube schon, dass man das eine oder das andere machen kann. Man darf es aber auch nicht übertreiben. Wir haben das Spiel analysiert, haben den Jungs einige Situationen gezeigt und besprochen, was gut war, was wir besser machen können. Es geht darum, es so zu machen, wie wir es immer machen. Dann bin ich überzeugt, dass am Ende etwas Gutes dabei herauskommt.

Was ist das Gefährliche an dem 2:2-Remis aus dem Hinspiel?

Für mich hat sich an der Ausgangslage nichts geändert. Stuttgart ist und bleibt der Favorit. Ich glaube, sie haben schon die Qualität, ein Spiel zu drehen. Für uns gilt es, die Leistung vom Donnerstag zu bestätigen. Wir dürfen nicht einen Zentimeter nachlassen, besser wäre nach Möglichkeit einen Zentimeter zuzulegen. Am Schluss muss das Ziel sein, auf das Feld zu gehen, das Spiel zu gewinnen und Tore zu erzielen. Es ist aus meiner Seite genau das Gleiche wie vor dem Hinspiel.

Sendung: Inforadio, 26.05.2019, 14:15 Uhr

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