Die BR Volleys feiern den zehnten deutschen Meistertitel (Quelle: dpa/Felix Kästle)
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Video: rbb UM6 | 12.05.2019 | Philipp Büchner | Bild: dpa/Felix Kästle

Volleyball: Entscheidung im fünften Spiel - BR Volleys gewinnen vierte deutsche Meisterschaft in Folge

Die BR Volleys haben es tatsächlich wieder geschafft: Wie im Vorjahr holen die Berliner im Entscheidungsspiel in Friedrichshafen die deutsche Meisterschaft. Der 3:2-Sieg geriet dabei nach gutem Start noch zu einem Volleyball-Krimi.

Die BR Volleys haben es geschafft: Mit einem dramatischen 3:2 (25:17, 25:21, 19:25, 23:25, 16:14)-Sieg in Friedrichshafen verteidigten sie ihren Meistertitel in der Volleyball-Bundesliga.

Volleys starten konzentriert

In dieses entscheidende fünfte Finalspiel am Sonntag erwischten die Volleys einen optimalen Start. Früh gingen die Berliner mit 4:0 in Führung, denn die Gastgeber aus Friedrichshafen machten leichte Fehler und die Volleys nutzten sie. Allen voran Benjamin Patch - der Angreifer hatte einen super Tag.

Zu Beginn der Serie war er noch gar kein Faktor, nun überragte er am Netz. Mit einem spektakulären Block, der einmal quer durch die Friedrichshafener zischte und genau in die linke hintere Ecke des Feldes klatschte, sorgte er nach etwas mehr als zwanzig Minuten für das 23:15. Kurze Zeit später verwertete Jendryk den zweiten Satzball der Volleys mit einem Schmetterschlag - mit 25:17 ging der erste Durchgang an den Titelverteidiger.

Friedrichshafen sucht seinen Aufschlag

Danach brach kurzzeitig das spielerische Chaos aus in der Arena in Friedrichshafen, die Zuschauer versuchten zunehmend die aufschlagenden Volleys-Spieler mit Pfiffen aus dem Konzept zu bringen und ein bisschen gelang das. Aber auch die Gastgeber fanden nicht zu ihrem Spiel, so gelangen beiden Teams einige Aufschlagsbreaks, absetzen konnten sich aber weder die Volleys noch Friedrichshafen.

Mitte des Satzes schafften es dann die Berliner, ihre Konzentration wiederzufinden, bei den Gastgebern dagegen fiel nun auch der Aufschlag ein ums andere mal aus. Wieder war es Benjamin Patch, der mit seinem Schmetterball zum 21:17 ein riesen Ausrufezeichen setzte: Der Angreifer prügelte den Ball regelrecht ins Feld. Diesmal brauchten die Volleys einen Satzball mehr, aber auch der zweite Durchgang ging mit 25:21 letztlich recht deutlich an Berlin. "Nach den ersten zwei Sätzen hatten wir sie eigentlich schon halb im Sack", beschrieb Volleys-Außenangreifer Moritz Reichert die Lage später, "aber wir konnten es nicht zu machen."

Die Halle erwacht - Friedrichshafen gleicht aus

Dabei steuerte auch der dritte Satz zunächst auf eine ähnliche Entwicklung hin wie der erste. Aber diesmal konnten sich die Gastgeber in der entscheidenden Phase absetzen. Ein spektakulärer Ballwechsel zum 21:18 für Friedrichshafen brachte die Halle zum ersten Mal an diesem Nachmittag zum Kochen und die Volleys ein bisschen aus dem Tritt. Nun waren es die Berliner, die in den entscheidenden Phasen einen Schritt zu spät kamen.

So holte sich der Pokalsieger mit 25:19 den Anschluss nach Sätzen. Das Momentum im Spiel war nun auf die andere Seite gewechselt. Gab es lange, umkämpfte Ballwechsel, so entschied sie meist Friedrichshafen für sich. Trotzdem wurde es Ende des vierten Satzes dramatisch. Die Volleys stemmten sich gegen den Satzausgleich, kämpften sich immer wieder zurück, mussten sich am Ende aber doch mit 23:25 geschlagen geben. "Ich glaube wir haben Volleyball-Deutschland das Finale geboten, was es sehen wollte", schwärmte Volleys Mittelblocker Georg Klein später über den Volleyball-Krimi.

    

Nervenkitzel bis zum Schluss

Im entscheidenden Tie-Break waren es dann wieder die Berliner, die den besseren Start erwischten, schnell lagen sie mit drei Punkten vorne, zeigten wieder die Konzentration und Dominanz des ersten Satzes, aber eine 11:7 Führung verspielten sie und so ging es beim Stand von 13:13 in die denkbar spannendste Meisterschaftsentscheidung. Da war es wieder Benjamin Patch, der mit zwei seiner unnachahmlichen Schmetterbälle Matchbälle für die BR Volleys erspielte. Den zweiten nutzte Moritz Reichert mit einem Ass zum 16:14. 

Mit dem 3:2-Sieg nach Sätzen krönten sich die Berliner zum zehnten Mal insgesamt und zum vierten Mal in Folge zum deutschen Volleyballmeister. Die Party in der Halle des Rivalen kennen die Volleys schon und so kündigte Georg Klein nach der Siegerehrung an: "Wir reißen Friedrichshafen auf jeden Fall ab. Wir sind noch eine Nacht hier, wir lassen nichts stehen, hier bleibt nichts auf einem Stein!" Danach verschwand er in einer Schaumdusche aus Bier, die seine Kollegen über ihn ergossen.

 

Sendung: rbb UM6, 12.05.2019, 18 Uhr

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