Weiter mit Teamgeist zum Erfolg: Niels Giffey und Joshiko Saibou. / imago/Camera 4
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Interview | Joshiko Saibou von Alba Berlin - "Wir wollen keine Chance hergeben!"

Nur noch ein Sieg fehlt zum Finaleinzug. Am Sonntag tritt Alba Berlin zum dritten Halbfinal-Playoffspiel in Oldenburg an - und führt bereits 2:0. Point-Guard Joshiko Saibou spricht vor dem Spiel über die starke Offense, eine sichere Defense und das Schlafen im eigenen Bett.

rbb: Joshiko Saibou, worauf wird es im dritten Playoff-Halbfinalspiel in Oldenburg ankommen?

Joshiko Saibou: Es wird viel auf Energie ankommen. Es wird ein ganz neues Spiel sein. So wie es in den Playoffs immer ist, muss man jedes Spiel gesondert betrachten. Oldenburg steht jetzt mit dem Rücken zur  Wand. Sie spielen zuhause und sind eine sehr heimstarke Mannschaft. Das wird ein richtiger Fight werden.

Warum ist es eigentlich so, dass die Spiele in einer Playoff-Serie oft gravierend  unterschiedlich sind? Beim ersten Match in Oldenburg wurden viele Punkte erzielt, und es war lange ziemlich eng. Die zweite Partie war eher eine Verteidigungsschlacht.

Gerade in den Playoffs hat man mehr Zeit, sich mit dem Gegner  zu beschäftigen, als in der normalen Saison. Gerade bei uns, wenn wir zwei-  oder dreimal die Woche gespielt haben, hatten wir meistens nur einen oder zwei Vorbereitungstage. Jetzt haben wir teilweise ganze Wochen. Das heißt, die Teams kennen sich gut. Man kennt die Stärken und Schwächen des anderen. Das macht es in der Offensive schwerer - obwohl beide stark sind. Aber es stimmt, der Fokus lag im zweiten Spiel auf der Defensive. Vor allem um leichte Ballgewinne zu generieren.

Ist diese Defensivstärke eine neue Qualität von Alba? Ihr habt zwanzigmal über 100 Punkte erzielt in dieser Saison. Aber hat die Mannschaft jetzt auch gelernt zu verteidigen? Ist das etwas Neues, oder habt Ihr das im zweiten Halbfinale einfach zum ersten Mal extrem gezeigt?

Das ist etwas, was wir über die ganze Saison immer wieder gezeigt haben. Wir spielen eigentlich kontinuierlich eine gute Team-Defense. Und gerade gegen die Oldenburger, bei denen mehrere Spieler viele Minuten auf dem Feld sind, muss es es unser Ziel sein, das Spiel noch schneller zu machen und sehr intensiv zu gestalten.  

Die Mannschaft hat das erste Mal während der Saison, vor den Playoffviertel- und vor den Halbfinals etwas Zeit gehabt, miteinander zu trainieren. Intensiver miteinander zu trainieren. Was macht man da? Was kommt da noch Neues?

In erster Linie hatten wir einfach Zeit, an Bewegungen zu arbeiten und uns behandeln zu lassen. Außerdem: Einfach in Berlin zu sein, im eigenen Bett zu schlafen, hilft. Das sind alles Dinge, die eine Rolle spielen. Und natürlich arbeiten wir an taktischen Feinheiten. Es gibt uns einfach Zeit, noch tiefer ins Detail zu gehen. Wo wir Oldenburg attackieren können beispielsweise. Oder welche Situationen wir erzwingen wollen - oder auf jeden Fall vermeiden wollen.

Ist es einem Spieler eigentlich lieber, wenn eine Serie vielleicht sogar länger dauert? Weil man da dann im Spielrhythmus bleibt? Oder ist es angenehmer, dann eine Woche zwischendrin zu trainieren bevor es weitergeht?

Wir wollen auf jeden Fall gewinnen. Ob wir dann eine längere Pause haben oder nicht, daran denke ich überhaupt nicht. Das Hin- und Hergereise ist natürlich anstrengend. Wir wollen keine Chance hergeben. Wir haben die Chance, das vierte Spiel zu gewinnen. Unsere Gedanken sind überhaupt nicht darauf gerichtet, was danach passiert. Entweder wir haben eine Woche frei, oder ein paar Tage weniger. Wir konzentrieren uns einfach auf das anstehende Spiel. Der Rest tut gar nichts zur Sache.

Was ist im Vergleich zur Vorsaison bei Alba besser geworden?  

Ich finde, wir verteidigen noch besser und intensiver. Und dass wir noch mehr Offensiv-Waffen haben. Und wir können die Spielminuten und die Lasten, vor allem bei den vielen Spielen, auf mehr Schultern verteilen.

Wenn es denn ins Finale ginge und der Gegner Bayern München hieße: Wäre das dann ein Duell auf Augenhöhe? Ihr habt immerhin in dieser Saison im Pokal in München gewonnen.

Das steht jetzt einfach noch nicht an. Wir haben noch das Halbfinale vor Augen. Aber sollten wir auf Bayern München treffen, dann wird es auf jeden Fall ein Duel auf Augenhöhe. Das war es letztes Jahr auch.

Das Interview führte Nikolaus Hillmann.

Sendung: inforadio, 08.06.2019, 16:15 Uhr

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