Peyton Siva im Duell mit Gegenspieler Will Cummings. (Quelle: imago/Nordphoto)
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Video: rbb24 | 09.06.19 | 21:45 Uhr | Philipp Büchner | Bild: imago/Nordphoto

100:89 in Oldenburg - Alba Berlin erreicht Playoff-Finale

Die Basketballer von Alba Berlin stehen zum zweiten Mal in Folge im Finale um die deutsche Meisterschaft. Mit dem 100:89 in Oldenburg holten die Berliner den dritten Sieg im dritten Spiel der Serie. Im Finale wartet nun wieder Titelverteidiger Bayern München.

Als die Schlusssirene in der Oldenburger Halle ertönte, waren zunächst nur die 300 mitgereisten Alba-Fans zu hören. Die Jubelschreie von der Tribüne, die Trommelschläge und Gesänge übertrugen sich auf die Spieler auf dem Parkett. Die in dunklen Trikots gekleideten Berliner lagen sich in den Armen, klatschen sich ab und versammelten sich dann im Kreis. Sie hatten es geschafft.

Alba Berlin steht zum zweiten Mal in Folge im Finale um die deutsche Basketballmeisterschaft. Nach dem  100:89 in Oldenburg und dem dritten Erfolg im dritten Spiel der Halbfinal-Serie, hatten sie ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. In Basketballkreisen heißt so ein Durchmarsch "Sweep" (auf Deutsch: weggefegt). Im Finale wartet nun, wie in der vergangenen Saison, Titelverteidiger Bayern München.

Rasantes erstes Viertel

"Über die ganze Serie hinweg hat die Tiefe unserer Bank entschieden", sagte ein strahlender und verschwitzter Alba-Kapitän Niels Giffey nach der Partie am Mikrofon bei "Magenta Sport". Was er damit meinte, hatte das Team auch in Oldenburg eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Bemerkenswertes gab es aber bereits vor Spielbeginn zu bestaunen: Alba-Coach Aito Garcia Reneses setzte sich mit einem großen schwarzen Basecap auf seine Trainerbank - äußerst ungewöhnlich für den 72-Jährigen. Eine anhaltende Lichtempfindlichkeit erschwere den Durchblick in hellen Hallen, war dann aus dem Berliner Umfeld zu hören.

Umso besseren Durchblick behielten Reneses' Männer auf dem Parkett. Die Albatrosse starteten rasant in die Begegnung, spielten mit teils atemberaubendem Tempo nach vorne. Die Offensive um Spielmacher Peyton Siva und Power-Forward Luke Sikma dribbelten die Oldenburger Verteidigung schwindelig. Nach gut fünf Minuten führten die Gäste bereits mit zwölf Punkten (24:12) und ließen die Oldenburger Halle erstmals verstummen.

Oldenburg fängt sich und kämpft sich heran

Doch trotz spielerischer Überlegenheit konnten die Berliner den Rhythmus nicht halten - es schlichen sich immer wieder leichte und vor allem unnötige Ballverluste ein. Die Ungenauigkeiten, das war in den Auszeiten deutlich zu vernehmen, gefielen Coach Aito überhaupt nicht. Insgesamt verlor das Spiel an Geschwindigkeit. So kamen die Oldenburger zurück in die Partie und verkürzten zur Halbzeit. Voraus ging bei der Aufholjagd der Baskets der quirlige und phasenweise kaum in den Griff zu bekommende Will Cummings, der ingesamt 31 Punkte sammelte. Alba lag nur noch mit vier Zählern vorn (47:43).

Doch die große Stärke des Hauptrunden-Dritten aus der Hauptstadt hatte Kapitän Giffey bereits ausgemacht: Egal, wer bei Alba auf dem Parkett stand: er erledigte seinen Job höchst engagiert - und teils mit Bravour. Während die Oldenburger die Bürde des sogenannten "Do or die"-Spiels nur auf wenigen Schultern verteilen konnten, trafen bei den Berlinern sechs Spieler zweistellig.

Trotzdem sollte sich der Nachmittag in der stimmungsvollen Halle zur emotionalen Achterbahnfahrt entwickeln. Die Gastgeber kämpften aufopferungsvoll, schnupperten immer wieder am Ausgleich. Jedoch immer, wenn sie punktemäßig bedrohlich nah an Alba herankamen, zogen die Gäste das Tempo an - und auf der Anzeigetafel davon.

Alba sichert sich durch Finaleinzug einen Euroleague-Platz

Den Unterschied machte letztendlich auch die größerere Effektivität bei der Chancenverwertung: Alba nutzte die Nachlässigkeiten des Gegner gnadenlos aus. Nicht selten glänzten die Berliner durch schnelle Gegenstöße.

Im Schlussviertel, in das Alba mit einer Drei-Punkte-Führung gegangen war, gerieten die Gäste dann nochmal richtig unter Druck - doch die Hauptstädter blieben ihrer Spielweise stets treu und warteten mit der passenden Antwort auf. So reichte es schlussendlich zum hart erkämpften Sieg, den auch der spanische Trainer mit seinem Basecap ausgelassen feiern konnte. Und es gab noch mehr Grund zur Freude: Alba hat durch den Finaleinzug auch die Qualifikation für die Euroleague sicher, da Finalgegner Bayern bereits eine Wildcard für die kommende Saison der europäischen Königsklasse erhält.

Am kommenden Sonntag geht es nun für die Berliner zum ersten Playoff-Finalspiel nach München. Mit einer Leistung wie dieser und der gefürchteten "Tiefe der Bank" wird das eine spannende Neuauflage des letztjährigen Finals, welches Alba nur knapp mit 2:3 verlor.

Sendung: Abendschau, 09.06.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Let's go Alba.

  2. 2.

    Glückwunsch !!!

    Nun aber bitte nicht den dritten Vizetitel (nach Pokal und Eurocup) holen, sondern die Bayern ordentlich abwatschen. Es wird Zeit für eine neue Fahne in der Mercedes-Benz Arena !!!

  3. 1.

    Fiiiinale!! Großartige Mannschaftsleistung. Nun noch der Titel und gut ist...

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