Mann mit Durchblick: Alba Berlins Spielmacher Peyton Siva. / imago/Bernd König
Video: rbb UM6 | 04.06.2019 | 18 Uhr | Uri Zahavi | Bild: imago/Bernd König

Alba Berlin vor dem zweiten Halbfinale - Peyton Siva, der fleißige Anführer

Der Auftakt in die Halbfinal-Serie lief nach Maß. Alba Berlin gewann in Oldenburg - und vermieste dem Gegner damit den Heimvorteil. Nun wollen die Albatrosse am Mittwoch zu Hause nachlegen. Dabei wird es einmal mehr auf Peyton Siva ankommen.

Peyton Siva ist schon da. Mal dribbelt er, mal trickst er, mal versenkt er Dreier um Dreier im Korb. Maschinengleich. Und ganz für sich alleine. Es ist 9:30 Uhr im Trainingszentrum von Alba Berlin. Bis seine Teamkollegen zu ihm aufs Parkett kommen, wird es noch eine knappe Stunde dauern. Der 28-Jährige genießt diese Zeit, in der keine weiteren Bälle kreuz und quer durch die Halle fliegen, ja: Er nimmt sie sich immer wieder ganz bewusst. "Ich liebe es mit der Mannschaft zusammen zu sein. Ich verbringe mehr Zeit mit den Jungs als mit der Familie", sagt er. "Deshalb ist es wichtig, auch mal für sich zu arbeiten und sich zu sammeln."

26 Punkte im ersten Halbfinal-Spiel

Es ist akribische Extra-Arbeit, die sich lohnt - für ihn und das gesamte Team. Von den Mitspielern gibt es nur Lob in den allerhöchsten Tönen. "Er ist immens, immens wichtig für uns", sagt etwa Joshiko Saibou, "ein Vorzeigeprofi." 26 Punkte erzielte Siva im ersten Spiel der Halbfinal-Serie in Oldenburg. So viele wie kein anderer Spieler. Und das bei einem Gegner, den die ganze Liga als Offensiv-Ungeheur kennt. "Es ist beeindruckend, wie er wirft, aber auch defensiv Akzente setzt und das Team anführt", sagt Saibou.

Am 100:93-Sieg der Albatrosse hatte er damit entscheidenden Anteil. Musste der US-Amerikaner in der Hauptrunde noch mit Verletzungen kämpfen, läuft es nun. Der Spielmacher hat seinen Rhythmus gefunden - zum Schrecken aller Gegner. Kapitän Niels Giffey beschreibt es vielleicht am besten. Siva sei im "Top-Flow drinne", sagt er. Und der "klasse Typ", der abseits des Feldes "super ruhig" sei, habe im Spiel die Qualität, sein Team mitzureißen. "Er ist auf dem Court ein Leader. Er ist sehr, sehr 'competitive' (wetteifernd, die Red.). Es macht einfach Spaß, mit ihm zu spielen", sagt Giffey.

"Wir dürfen nicht zu zufrieden sein"

Spaß haben wollen sie im Idealfall auch am Mittwochabend (20:30 Uhr) in der Arena am Ostbahnhof. Der Sieg in Oldenburg gleich im ersten Spiel der Halbfinal-Serie hat noch einmal Selbstvertrauen gegeben. "Wir sind sehr zufrieden. Das Team hat einen tollen Job gemacht. Es waren viele Kleinigkeiten, die uns geholfen haben, zu gewinnen", sagt Siva. Doch der 28-Jährige, der 2016 aus dem italienischen Caserta zu Alba kam, schiebt gleich hinterher: "Wir dürfen nicht zu zufrieden sein. Das Spiel ist vorbei. Wir müssen uns auf das nächste fokussieren." Schließlich sollte den Alba-Spielern klar sein: Den gerade erkämpften Heimvorteil wollen die Albatrosse auf überhaupt keinen Fall wieder hergeben.

Erstes Ziel: Gegner müde machen

Dass es eine schwierige Aufgabe wird, wissen sie alle. Sie erwarten die Oldenburger Attacke. Und wenn das beste Offensiv-Team der Hauptrunde diese startet, kann das durchaus furchteinflößend sein. Nicht zuletzt die eigenen Erfahrungen aus der Hauptrunde dienen als Warnung. Da verloren die Berliner - im Dauerstress durch die ständigen Eurocup-Auftritte - zu Hause gegen die Niedersachsen. Noch einmal soll das nicht passieren.

"Das erste Spiel der Serie war super offensiv. So wollen wir es eigentlich auch halten. Wir wollen unseren schnellen Rhythmus spielen", sagt Giffey. Denn der Kapitän und sein Team wissen, dass Tempo einer ihrer größten Trümpfe ist. Beim Gegner ist die Spielzeit auf weniger Schultern verteilt als bei Alba. Müdigkeit kann da zum Faktor werden.

Ist der Titel möglich? "Definitiv!"

Der soll natürlich auch Siva wieder sein. Dass der Spielmacher im Flow bleibt, ist für die Albatrosse (fast) unerlässlich. Ob der Meistertitel in dieser Saison drin sei? "Definitiv", sagt der US-Amerikaner, aber momentan gehe es nur um das nächste Spiel gegen Oldenburg. Einen Schritt nach dem anderen wollen sie machen. Aber sollte es am Ende tatsächlich klappen, liegt es ganz sicher auch am vorbildhaften Fleiß des Anführers. Morgens um 9:30 Uhr. Im Trainingszentrum. 

Sendung: rbb UM6, 04.06.2019, 18 Uhr

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