Hart umkämpft: Alba Berlins Johannes Thiemann dicht verfolgt von zwei Oldenburgern. / imago/Andreas Burmann
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Video: rbb UM6 | 02.06.2019 | 18 Uhr | Jörg Hellwig | Bild: imago/Andreas Burmann

100:93-Sieg für Alba in Oldenburg - Wieder gewonnen, wo sonst niemand jubelt

Alba Berlin hat gleich zu Beginn der Halbfinal-Serie den so wichtigen Auswärtssieg gefeiert: Die Basketballer gewannen mit 100:93 in Oldenburg und gehen damit in der Best-of-Five-Serie mit 1:0 in Führung. Es war ein intensives Spiel - mit Spannung bis zum Schluss.

Am Ende stand Martin Hermannsson am TV-Mikrofon. Und er wurde gefragt nach dem Erfolgsgeheimnis. Wieder hatte der isländische Point Guard zuvor mit Alba Berlin in Oldenburg gewonnen. Und damit - nach dem Sieg in der Hauptrunde - bereits zum zweiten Mal das geschafft, was in dieser Spielzeit keiner anderen Mannschaft gelang. "Wir haben uns an unseren Plan gehalten, haben ein sehr physisches und schnelles Spiel gemacht. Sie müde zu bekommen, war der Schlüssel zum Sieg", sagte der 24-Jährige bei Magenta Sport.

Durch den 100:93 (46:44)-Erfolg am Sonntagnachmittag nahmen die Albatrosse den Niedersachsen gleich im ersten Halbfinal-Spiel der Playoffs ihren Heimvorteil - angeführt von Peyton Siva, der mit 26 Punkten der überragende Mann auf dem Parkett war. Damit liegen die Berliner in der Best-of-Five-Serie mit 1:0 in Führung und haben bereits am Mittwoch (20:30 Uhr) in der Arena am Ostbahnhof die Chance, einen großen Schritt Richtung Endspiel zu machen. "Sie haben uns zuhause in der Hauptrunde hart geschlagen. Wir müssen also noch einmal einen drauflegen. Aber es wird gut tun, unser Heimpublikum zu haben und nicht reisen zu müssen. Ich freue mich sehr auf diese Partie", sagte Hermannsson.

Schwieriger Start

In den Anfangsminuten brauchte Alba ein wenig, um sich einzugrooven. Oldenburg stellte die Passwege konsequent zu. Und die (Not-)Würfe - gerade aus der Distanz - verfehlten fast ausnahmslos ihr Ziel. Gerade einmal einer von sechs Dreierversuchen landete im ersten Viertel im Korb. So führten die Niedersachsen schnell mit 9:2. Angefeuert von 6.000 Zuschauern in der ausverkauften Halle ließen sie früh erahnen, wieso sie die gesamte Liga - außer den Albatrossen - vor den eigenen Fans das Fürchten lehrten.

Den Berlinern gelang es nach einigen Minuten, den Lauf der Hausherren zu stoppen. Das lag daran, dass sie nun doch ab und an zuvor unentdeckte Lücken fanden. So wie Martin Hermannsson, als er sich mit einem schnellen Antritt zum Korb schlängelte und problemlos zum 6:9 vollendete. Es war jedoch ein seltener Moment der Leichtigkeit in einer Partie, die sonst eher von Intensität und Kampf lebte. Die beiden unangefochtenen Offensiv-Maschinen der Hauptrunde zeigten auch defensive Qualitäten. "Wir haben zwar viele Punkte gemacht, aber es war über die gesamte Spieldauer auch ein physisch hartes Spiel", sagte Peyton Siva.

11:2-Lauf nach der Pause

Nach gut sechseinhalb Minuten brachte Nationalspieler Johannes Thiemann die Albatrosse erstmalig 14:13 in Führung. Es war nun eine ausgeglichene Partie. Eine, bei der jeder auf der Tribüne und vor dem Fernseher spürte: Es geht um was. Gerade unter den Körben ging es ordentlich zur Sache. Die Berliner konnten sich - sowohl vorne wie auch hinten - zahlreiche Rebounds sichern. Das war überlebenswichtig. Denn auch, wenn die Quote sich leicht besserte: Das Team von Aito Garcia Reneses vergab weiter viele einfache Würfe.

Zur Pause lagen die Albatrosse vorne, wenn auch nur mit hauchzarten zwei Pünktchen. Aber danach wurden es zunächst schlagartig mehr. Ein 11:2-Lauf sorgte - erstmals in der Begegnung - für eine zweistellige Führung. Nachhaltig beeindrucken ließen sich die Oldenburger davon jedoch nicht. Im Gegenteil: Zum Ende des dritten Viertels hatten sie das Spiel wieder gedreht und führten mit 73:72. Vor dem Schlussabschnitt schien somit alles möglich. Der nächste Heimsieg der Heimmacht - aber auch der zweite Coup von Alba bei den (fast) Unbezwingbaren.

Der Fluch des fünften Fouls

Und die Albatrosse hatten das bessere Ende für sich. Vor allem, weil sie konsequent ausnutzten, dass Oldenburg Top-Spieler um Top-Spieler mit dem fünften Foul verlor. Will Cummings, Rasid Mahalbasic und Philipp Schwethelm schieden nach und nach aus - ein Qualitätsverlust, den die Hausherren in dieser entscheidenden Phase schlicht nicht kompensieren konnten. Alba zog Punkt um Punkt davon und brachte den Vorsprung in den Schlussminuten routiniert nach Hause. Zu einem Halbfinal-Auftakt, der für sie besser nicht hätte sein können.

Sendung: rbb UM6, 02.06.2019, 18 Uhr

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