Die Alba-Spieler umringen Bayerns Devin Booker am Korb (Quelle: imago images / Contrast)
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77:82-Niederlage gegen München - Titel-Hoffnungen von Alba Berlin schwinden

Zweites Spiel, zweite Niederlage: Alba Berlin kann sich nur noch wenig Hoffnungen auf den ersten deutschen Meistertitel seit 2008 machen. Die Berliner unterlagen zu Hause trotz großem Kampf und stehen am Sonntag in München bereits mit dem Rücken zur Wand.

Es waren noch knapp 13 Sekunden auf der Uhr, als die gelbe Wand gebannt auf das Parkett starrte. Vier Punkte betrug der Rückstand von Alba Berlin zu diesem Zeitpunkt. Franz Wagner versuchte einen Dreier: Rumms! Alba war dran. Ausgerechnet der erst 17-Jährige brachte den Ball trotz des größtmöglichen Drucks auf den Korb. So viel Mut hatten wohl selbst die Berliner Fans nicht erwartet, die vor lauter Spannung fast den Applaus vergaßen.

Doch belohnt wurden das Toptalent und sein Team am Ende nicht. Mit 77:82 (46:45) ging die Partie verloren. In der Finalserie, die im Modus Best-of-Five ausgespielt wird, liegen sie damit bereits mit 0:2 zurück.

"Jetzt gerade ist es sehr enttäuschend", sagte Niels Giffey. "Wir haben uns natürlich viel von einem Heimspiel erhofft."

Berlin erwischt wieder den besseren Start

Dabei gelang den Berlinern wie schon im ersten Spiel der deutlich bessere Start: Mit 7:0 gingen sie angetrieben von über 14.000 Fans in Führung. Und im Gegensatz zum Duell am Sonntag in München konnten sie ihren Vorsprung diesmal auch halten. Zwar kamen die Gäste zunächst wieder auf 7:9 heran. Doch die in rot spielenden Bayern taten sich schwer unter dem Korb. Mit 25:15 entschied Alba das erste Viertel für sich.

Doch so ging es nicht weiter. Alba leistete sich nun leichte Ballverluste, die Bayern wurden immer aggressiver. Beim 36:37 lagen die Berliner erstmals in der Partie zurück. Der deutsche Meister präsentierte sich nun abgezockt, nutze jede Chance. Die Führung wechselte jetzt ständig. Mit einer denkbar knappen Führung (46:45) ging es für das Team von Aito Garcia Reneses in die Kabine.

Alba verliert Offensiv-Rhythmus

Nach der Pause wurde die Dominanz des Titelverteidigers dann noch deutlicher. Der erfahrene Spanier musste mit ansehen, wie sein Team offensiv völlig den Rhythmus verlor. Die Gäste verteidigten clever. Albas Spiel dagegen war wenig variabel, die Spieler wirkten einfallslos. Entschlossen erklärte Coach Aito seinem Team in einer Auszeit, was nun zu tun sei. Doch die Würfe wollten einfach nicht mehr fallen. Vor allem bei den Distanzwürfen offenbarten die Albatrosse Schwächen. Mit einem Rückstand (59:63) ging es in das Schlussviertel.

Dramatische Aufholjagd

Die Hauptstädter mussten sich jetzt dringend etwas einfallen lassen. Doch auf die gute Defensive der Bayern hatten sie keine Antwort. Beim 59:69 war der Rückstand erstmals zweistellig. Aber jetzt schon aufgeben? Für Alba keine Option! Mit einem 11:0-Lauf kämpften sich die Berliner wieder zurück.

Und da war er dann. Der kurze Moment, in dem der Sieg doch wieder möglich schien. Doch nach dem sensationellen Dreier von Wagner, der an diesem Abend mit 14 Punkten ebenso wie Rokas Giedraitis bester Werfer war, punkteten nur noch die Bayern.

"Wir wissen, dass die Serie nicht vorbei ist"

"Wir haben mit der maximalen Intensität gespielt und ich bin stolz auf meine Spieler", erklärte Trainer Reneses nach dem Spiel.

Kapitän Niels Giffey richtete den Blick bereits nach vorne. "Wir wissen natürlich, dass die Serie nicht vorbei ist. Vielleicht ist es ganz gut, dass ein bisschen Druck jetzt weg ist und wir am Sonntag extrem befreit und mit unglaublicher Energie spielen können", so der Berliner. Dann könnten die Münchner mit einem dritten Sieg ihren Titel bereits verteidigen.

Sendung: Inforadio, 19.06.2019, 22.15 Uhr

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