Ein Mann hält ein bemaltes Pappschild "Need Tickets" (Quelle:imago/Milner)
Bild: imago/Milner

Fußball-Europameisterschaft - Das müssen Fans zum EM-Vorverkaufsstart wissen

Ein Jahr vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft startet am Mittwoch um 14 Uhr der Ticketverkauf. Gespielt wird zum 60. Jubiläum des Turniers erstmals in zwölf Städten in ganz Europa. Eintrittskarten gibt es ab 30 Euro. Was Fans wissen müssen.

In welchem Zeitraum läuft die Bewerbungsfrist für Tickets?

Eine Zahl ist entscheidend: die 12. Denn die erste Phase läuft vom 12. Juni bis zum 12. Juli. Am Mittwoch beginnt also der Vorverkauf - und zwar um 14 Uhr. Auf den Tag genau ein Jahr vor dem Eröffnungsspiel des paneuropäischen Turniers in Rom.

Wo muss der Kartenwunsch hinterlegt werden?

Die Vorverkauf der Tickets läuft ausschließlich online über den europäischen Fußballverband UEFA und seine Plattform euro2020.com/tickets. Dort ist es - sobald sich das Bewerbungsfenster öffnet - möglich, sich auf Karten für alle der insgesamt 51 Turnierspiele zu bewerben. In der ersten Phase gehen 1,5 der rund 3 Millionen Tickets in den freien Verkauf.

Kommt es auf das Tempo an?

Klare Antwort: Nein. Es ist also nicht nötig, am Mittwoch um Punkt 14 Uhr nervös vor dem Computer zu sitzen und wie wild die UEFA-Seite zu aktualisieren. Denn egal, ob man sich gleich an Tag eins bewirbt oder auf den allerletzten Drücker am 12. Juli - die Chancen auf ein Ticket sind gleich. Übersteigt die Nachfrage das Angebot, entscheidet das Los. Bis Mitte August folgt dann die Nachricht, ob der Kartenantrag erfolgreich war.

Ist die Bewerbung auf beliebig viele Tickets möglich?

Wieder nein. Es kann pro Person ein Antrag für maximal vier Karten der gleichen Preiskategorie gestellt werden - und das für jeweils ein Spiel pro Tag.

In welchen Ländern wird eigentlich gespielt?

Die EM findet in Aserbaidschan (Baku), Dänemark (Kopenhagen), England (London), Irland (Dublin), Italien (Rom), den Niederlanden (Amsterdam), Rumänien (Bukarest), Russland (St. Petersburg), Schottland (Glasgow), Spanien (Bilbao) und Ungarn (Budapest). Deutscher Co-Gastgeber des Turniers ist München. Dort werden drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale ausgetragen.

Wie teuer sind die Karten?

Für die Endrunde gibt es drei Preiskategorien. Zudem werden die zwölf Austragungsstädte in zwei Gruppen aufgeteilt. Damit soll der Kaufkraft und dem Durchschnittseinkommen der Einwohner Rechnung getragen werden. Die günstigsten Tickets gibt es ab 30 Euro - für das Finale gehen die Preise bis 945 Euro. Hier eine genaue Auflistung:

  • Amsterdam

  • Baku

  • Bilbao

  • Budapest

  • Bukarest

  • Dublin

  • Glasgow

  • Kopenhagen

  • London

  • München

  • Rom

  • St. Petersburg

Lässt sich Spiel und Ort genau auswählen?

Zunächst können die Fans den gewünschten Spielort angeben und sich dann für einzelne Paarungen (Gruppenspiele oder K.o.-Spiele) entscheiden. Partien einer Nationalmannschaft zu wählen - etwa des deutschen Teams - ist hingegen nicht möglich. Die Qualifikation für das Turnier läuft schließlich noch. Damit steht noch gar nicht fest, wer schließlich dabei ist.

Gibt es trotzdem einen Tipp, wie man die Chance auf möglichst viele Deutschland-Partien hat?

Ja. Denn sicher ist, dass die Löw-Auswahl bei direkter Qualifikation mindestens zwei von drei Gruppenspielen in München bestreitet. Schaffen auch die Ungarn das direkte Ticket, wird gelost, ob das dann fällige Duell beider Teams in der Gruppe F in München oder Budapest gespielt wird. Sind die Ungarn nicht auf direktem Weg bei der EM dabei, finden alle drei deutschen Gruppenspiele in München statt.

Und nach der Gruppenphase?

Da wird es ein wenig der Blick in die Glaskugel. Viele Varianten sind möglich. Als Gruppensieger würde die Europa-Tournee das deutsche Team für Achtel- und Viertelfinale nach Bukarest und St. Petersburg führen. Als Gruppenzweiter ginge es in den nächsten Runden nach Dublin und Rom. Nur als Gruppendritter wäre für Deutschland bei einer von zwei dann möglichen Konstellationen München der Viertelfinalort nach einem Achtelfinale in Bilbao. Die andere Variante wäre: Achtelfinale in Budapest, Viertelfinale in Baku. Beide Halbfinals und Endspiele finden im Londoner Wembley Stadion statt. Spielorte, in den Deutschland sicher nicht spielen wird, sind Amsterdam, Kopenhagen und Glasgow.

Wie lange sind die Fans aus der Region zu den Spielorten unterwegs?

Beim reinen Blick auf die Luftlinie liegen zwischen Berlin und Kopenhagen die wenigsten Kilometer - nämlich gut 350. Da ist selbst die Strecke zum deutschen Spielort München mit knapp mehr als 500 Kilometern länger. Am weitesten entfernt ist Baku - mehr als 3.000 Kilometer sind es bis in die Hauptstadt Aserbaidschans. Sicher ist: Nach dem möglichen Ticketkauf wird die Koordination der Reise zur nächsten Herausforderung.

Gibt es noch weitere Bewerbungsphasen?

Ja. Im Dezember öffnet das Bewerbungsfenster zum zweiten Mal. Dann hat die Auslosung des Spielplans stattgefunden. Die nationalen Verbände erhalten im Anschluss Karten - und können sie für die Spiele ihres jeweiligen Teams verkaufen, sprich: Es sind sogenannte Follow-your-Team-Tickets. Wer darauf Zugriff hat, legen die Verbände in Eigenregie fest. Beim DFB war in den Vergangenheit Voraussetzung, Mitglied im Fanclub der Nationalmannschaft zu sein. Eine dritte Phase schließt sich im April für die Anhänger der Mannschaften an, die sich erst über die Playoffs für die Europameisterschaft qualifizieren.

Was ist sonst noch wichtig?

In allen zwölf Städten öffnen zeitgleich mit dem Bewerbungsfenster für Tickets auch die Portale für das Helfer-Programm. Gesucht werden 12.000 Freiwillige, um bei Abläufen wie Akkreditierung, Gästebetreuung, Transport, Medien, Ticketing, Spieloperationen und Fanservices zu helfen.

Eckdaten zur Europameisterschaft 2020

Die Europameisterschaft findet vom 12. Juni bis zum 12. Juli 2020 in zwölf europäischen Ländern statt. Das Ziel aller Mannschaften ist das Wembley-Stadion in London. Dort werden die Halbfinal-Partien und das Endspiel ausgetragen. Titelverteidiger ist Portugal. Die Idee einer paneuropäischen EM hatte der damalige UEFA-Präsident Michel Platini, der zum 60. Jahrestag des Turniers etwas Besonderes machen wollte. Inzwischen ist der über eine dubiose Millionenzahlung gestolperte Franzose längst nicht mehr im Amt. Sein Nachfolger Aleksander Ceferin betonte aber ebenso, dass "der Fußball als Brücke zwischen den Nationen fungiert und dass der Wettbewerb so näher an die Fans, die dem Fußball erst Leben einhauchen, heranrückt". Das nächste EM-Turnier in nur einem Land findet dann 2024 in Deutschland statt.

Sendung: rbb UM6, 11.06.2019, 18 Uhr 

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Ich hab andere Ansprüche. Schon die 2. Bundesliga ist mir zu schwach. Aber wenn Sie Dorffußball internationalem Spitzenfußball vorziehen, bitte sehr.

  2. 2.

    Kartenpteise 50 € aufwärts für ein Spiel. Da bekomme ich eine Jahreskarte bei FC Slovan Liberec in Tschechien. Zum Glück wohne ich an der Grenze zum Nachbarland. Auf dieses ganze WM und EM Theater habe ich keine Lust mehr.
    Thomas W.

  3. 1.

    Wer tut sich diesen Kommerz noch an? Ich habe mich vor 3 Jahren aus diesem Zirkus verabschiedet. Der Michel wird doch nur ausgesaugt und an der Nase herumgeführt. Nein zur FIFA, Nein zur UEFA und Nein zum DFB und DFL! Guten und ehrlichen Fußball gibts zuhause auf'm Sportplatz.

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