Die Osttribüne im Stadion der Freundschaft in Cottbus (Quelle: imago/Picture Point)
Bild: imago/Picture Point

Keine finanzielle Unterstützung - Stadt Cottbus lehnt Hilferuf von Energie ab

Der Fußballverein Energie Cottbus bekommt voraussichtlich keine finanzielle Unterstützung von der Kommune für die Betriebskosten des Stadions der Freundschaft. In einer Pressemitteilung der Stadt [cottbus.de] hieß es am Mittwoch, man wolle lieber einen konsequenten Kurs der Konsolidierung des kommunalen Haushaltes und der Entschuldung fahren. "Damit sind nach derzeitigem Stand keine Mittel frei für neue freiwillige Leistungen im Rahmen des Haushaltes", teilte die Stadt mit. Energie-Präsident Werner Fahle hatte zuvor die Hoffnung auf Gelder von der Stadt geäußert.

OB Kelch bietet Gespräche an

Fahle hatte am Montag dem rbb mitgeteilt, dass er sich einen jährlichen Investitions- und Unterhaltzuschuss von 500.000 Euro wünsche. "Wenn ich nach Jena oder Kiel schaue - dass dort mithilfe von Land und Kommunen Stadien saniert oder neu gebaut werden - dann muss das auch in Cottbus und Brandenburg möglich sein", sagte der Energie-Präsident.

Die Stadtverwaltung kenne die schwierige wirtschaftliche und sportliche Situation des in die Regionalliga Nordost abgestiegenen Vereins. Daher biete der Oberbürgermeister Holger Kelch der Vereinsführung an, "über die Situation zu sprechen und etwaige Lösungsmodelle auszuloten", hieß es. Kelch war auf Nachfrage von rbb|24 am Donnerstag nicht zu erreichen, Werner Fahle äußerte sich jedoch: "Das konkrete Gesprächsangebot des Oberbürgermeisters nehmen wir natürlich dankend an und hoffen, dass es vielleicht alternative und praktikable Möglichkeiten gibt, um gemeinsam etwas zu bewegen." Dies sei, laut Energie-Präsident, im Interesse der Stadt, der Bürger, der Fans und auch im Sinne des FC Energie.

Durch den Abstieg in die 4. Liga erwarten den Verein finanzielle Engpässe. Cheftrainer Claus-Dieter Wollitz hat inzwischen seinen Verbleib bekräftigt, allerdings muss der Kader deutlich verkleinert werden und jeder Spieler mit teils deutlichen Gehaltseinbußen leben. Nach dem Abstieg hatte der FC Energie Cottbus bereits eine Spendenaktion mit Tickets für ein "fiktives Heimspiel" gestartet.

Sendung: rbb UM6, 06.06.2019, 18 Uhr

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11 Kommentare

  1. 11.

    Ja, gibt zu viele Neonazis bei Energie Cottbus....da ist die Gelegenheit, den Verein im Sand laufen zu lassen ja ideal....
    In Chemnitz wird das selbe passieren....gut so....

  2. 10.

    Das es bei Energie Cottbus ein Loch im geplanten Etat gibt, kann man aus den Medien entnehmen. Nun ja, dann muss halt der Verein einsparen, die Kosten senken und sich mit der Regionalliga abfinden. Die Finanzlage wird garantiert nicht besser werden zumal die Kohleverstromung bald der Vergangenheit angehören wird und die Unternehmen sich umorientieren werden. Wenn das Stadion zu teuer und zu groß ist, dann muss es zurückgebaut werden. Vielleicht sollte sich dieser Verein eingestehen, dass mehr als die Regionalliga auf Dauer nicht mehr möglich sein wird. Auch wenn jetzt noch einige Tausend Karten für ein fiktives Spiel verkauft werden sollten.

  3. 9.

    Ich fühle zwar mit Energie und habe Verständnis, dass man versucht, die immensen Stadionkosten etwas abzufedern. Aber dass die Stadt Cottbus, die mühsam und mit Disziplin ihre Millionenschulden langsam runterfährt, so einen fetten Betrag beisteuert, war von Anfang an eine Illusion. Es wäre den Vereinen, die jeden Euro umdrehen müssen, auch nicht zu vermitteln, warum der größte unter ihnen einen Betrag bekommt, der vielleicht höhr als alle freiwilligen Leistungen der Stadt zusammen ist. Das Gespräch mit der Stadt zu suchen, um Möglichkeiten der Unterstützung auszuloten, wäre sicher der bessere Weg gewesen, als einen subtilen öffentlichen Druck aufzubauen.

  4. 8.

    Ob die AfD sich für die Cottbuser Kicker verwendet? Schließlich ist sie in Cottbus nach Umfragen dort stärkste Kraft. Und der Fußball ist insbesondere in der wirtschaftlich abkippenden Lausitz ein Wirtschaftsfaktor.

    Alle jene, die empört das Hohe Lied von der Marktwirtschaft anstimmen " Profikicker und Steuergeld geht gar nicht" seien daran erinnert, in Berlin gab es kunstvolle Konstruktionen, wie der alte Hertha Platz an der Plumpe zugunsten von Hertha in wirtschaftlich nicht so guten Zeiten und zulasten des Steuerzahlers Geld in die Kasse von Hertha spülte.

  5. 7.

    Hakt nicht. Fußball ist der Sport Nr. 1 in D, für jede Stadt eine Bereicherung und ja auch ein Wirtschaftsfaktor. Deswegen fördern die Kommunen diese Vereine auch.

  6. 6.

    Liebe AfD jetzt die Chance nutzen.

  7. 5.

    @Maik /Bautzen, auch Profi-Fussballvereine zahlen ordentlich Steuern und Abgaben für die Allgemeinheit!!
    FCE Fan Thomas W. Görlitz

  8. 4.

    Ich glaube es hackt... Mit Allgemeinmitteln und Steuergeldern Fußball finanzieren. Soweit kommt es noch. Wo Geld in Kindergärten oder an Schulen fehlt. Und jetzt erzählt nichts von Investitionen... Ein Verein ist so gut, wie er ist und kein Spekulationsgut.

  9. 3.

    500000 sind schnell zusammen, Strom,Reparaturen, Gehalt für Personal, Hausmeister,Gärtner,Security,Steuern, dann geht in einem Stadion auch gerne mal etwas kaputt

  10. 2.

    Ich denke, da kommt einiges zusammen: Rasenpflege (Bewässerung!) - Rasenheizung - Gebäudebetriebskosten Wasser, Abwasser, Strom, Heizung(insbes. Hallen!) - Reparaturkosten - Reinigungsarbeiten nach jedem Spiel - Sicherheitsprüfungen ....... ich denke, 500.000 Euro sind da noch im unteren Bereich angesiedelt.

  11. 1.

    Darf man fragen, wieso ein Stadion 500.000 Euro im Unterhalt kostet pro Jahr? Ich hoffe, das ist nicht bei allen Stadien so teuer.

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