Der Schiedsrichter Patrick Ittrich gestikuliert mit den Händen, Bundesligaspiel FC Augsburg - 1.FC Nürnberg, 03.11.2018
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Audio: Inforadio "Draufgehalten" | 03.06.2019 | Thomas Kroh | Bild: imago/Bernd Müller

UEFA führt Anpassungen erst später ein - Regeln sind für alle da?

Seit 01. Juni 2019 sollen erneuerte Regeln im Fußball gelten, um zum Beispiel Handspielsituationen eindeutiger bewerten zu können. Doch die UEFA will diese Änderungen im Gegensatz zur FIFA später einführen und sorgt damit für Verwirrung. Von Friedrich Rößler

Der Fußball entwickelt sich ständig weiter - daher müssen auch immer wieder Regeln angepasst werden. Beschlossen werden diese vom International Football Association Board (IFAB). Zuletzt hat das Board auf seiner 133. Generalversammlung einige Anpassungen zum 1. Juni 2019 verabschiedet.

In Zukunft gibt es demnach ganz klare Anweisungen für die Schiedsrichter bei einem Handspiel. Gerade in der abgelaufenen Saison herrschte oft Verwirrung und Unverständnis bei manchen Entscheidungen. Bestraft werden weiterhin Spieler, die ihre Körperfläche mit ausgetreckten Armen vergrößern oder ein Tor mit der Hand oder dem Oberarm erzielen oder vorbereiten. Wenn ein Ball abgefälscht wird, sodass nicht genügend Reaktionszeit besteht, dann soll dieser Vorfall nicht mehr bestraft werden.

Nur Frauen-WM nach neuen Regeln

Weitere Änderungen betreffen die Mauer bei Freistößen. In der haben die Spieler der ballbesitzenden Mannschaft nichts mehr verloren. Der Schiedsrichter wird auch nicht mehr als Luft angesehen. Lenkt der Referee einen Ball ab und befördert ihn damit ins Tor oder verursacht einen Fehlpass, soll das Spiel mit Schiedsrichterball fortgesetzt werden. Außerdem sollen die Auswechselbummelanten verschwinden. Wer herunter muss, der kann das Spielfeld zukünftig an der nächstgelegenen Außenlinie verlassen und muss nicht mehr erst zur Mittellinie gehen.

Kurios wirkt im Zuge der Regelanpassung allerdings eine Entscheidung der UEFA (Union of European Football Associations). Diese hat verkündet, die neuen Regeln erst zum 25. Juni 2019 einzuführen, wenn die Vor-Qualifikation für die Champions League beginnt. Beim Finale der Nations League in Portugal (05. bis 09. Juni), bei der U21-EM in Italien (16. bis 30. Juni) und dem dritten und vierten Spieltag der EM-Qualifikation der Männer (07./08. und 10./11. Juni) pfeifen die Schiedsrichter noch nach den alten Regeln. Bei der FIFA Frauen-WM 2019 in Frankreich (07. Juni bis 07. Juli) wird aber schon nach den neuen Regeln gepfiffen.

Die UEFA begründete ihre Entscheidung damit, dass es durch eine kurze Vorbereitungszeit zu Störungen kommen könnte. Doch U21-Coach Stefan Kuntz ärgert diese Entscheidung: "Ich kann das absolut nicht verstehen. Wir bereiten uns auf die neuen Regeln vor und dann das".

Eine Situation, zwei Entscheidungen

Das unterschiedliche Einführungsdatum könnte auch die Zuschauer verwirren. Denn während zum Beispiel ein Zufallstor des Unparteiischen bei der EM-Qualifikation der Männer zählt, würde die Situation bei der Frauen-WM abgepfiffen werden. Auch bei Handspiel dürfte es bei identischen Situationen verschiedene Schiri-Entscheidungen geben.

Sendung: Inforadio, 03.06.2019, 10:15 Uhr

Beitrag von Friedrich Rößler

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