Svenja Huth im Einsatz für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen. / imago/MIS
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Interview | Vize-Kapitänin Svenja Huth - "Das WM-Fieber hat alle gepackt"

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft startet am Samstag in die WM in Frankreich. Eine der Führungsspielerinnen ist Vize-Kapitänin Svenja Huth. In der ARD sprach sie über Vorfreude, Sammel-Leidenschaft - und die Playlist in der Kabine.

Fast genau einen Monat ist es her, da stand Svenja Huth im Potsdam Karl-Liebknecht-Stadion und kämpfte mit den Tränen: Nach vier Jahren bei Turbine Potsdam hieß es Abschied nehmen. Von dem Verein, der ihr viel zu verdanken hat - genauso wie sie ihm. In der brandenburgischen Landeshauptstadt entwickelte sich Huth zu der Spielerin, die nun die deutsche Nationalmannschaft als Vize-Kapitänin bei der Weltmeisterschaft in Frankreich anführt.

Am Freitag startet das Turnier. Für Deutschland geht es einen Tag später (15 Uhr) gegen China los. Die Ziele sind groß - auch bei Huth. Das Team von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg zählt - wie eigentlich immer - zu den Mitfavoritinnen. Die 28-jährige Stürmerin könnte im besten Fall als Weltmeisterin bei ihrem neuen Arbeitgeber VfL Wolfsburg anfangen.

Kurz vor dem Start des Turniers sprach Huth mit mehreren Hörfunkprogrammen der ARD über ...

1. ... die Vorfreude:

"Die wächst natürlich von Tag zu Tag. Gerade wenn dann die letzte Nacht vor unserem ersten Spiel bei der Weltmeisterschaft ist, ist die Vorfreude sehr, sehr groß. Wir haben uns super vorbereitet. In den Vereinen. Mit den individuellen Trainingsplänen. Hier in Frankreich haben wir in den vergangenen Tagen noch einmal die letzten Prozente rausgeholt. Es kann losgehen."

2. ... die Lage nach ihrer verletzungsbedingten Pause:

"Ich habe bei unserem Länderspiel gegen Chile einen Schlag auf den Fuß bekommen. Deshalb habe ich am Dienstag individuell im Kraftraum mein Programm absolviert. Das war eine Vorsichtsmaßnahme. Einfach um dem Fuß noch einen Tag länger Zeit zu geben. Aber einem Einsatz am Samstag im ersten Spiel steht nichts im Wege."

3. ... die Gruppengegner:

"Es ist keine leichte Gruppe. Aber wir sind Deutschland und wollen sie natürlich auf jeden Fall dominieren. Dafür wird es wichtig sein, dass wir am Samstag gut in das Turnier starten. Wir werden noch Bilder von China bekommen - um ihre Stärken, aber natürlich auch die Schwächen zu kennen und zu wissen, wo wir Räume auf dem Feld vorfinden werden. Dann kommt mit Spanien eine technisch sehr versierte Mannschaft. Und dann Südafrika, die physisch stark sind. Wir wollen uns aber Selbstvertrauen für weitere Spiele holen."

4. ... die Freizeitbeschäftigungen der Spielerinnen:

"Jetzt müssen wir uns erst einmal auf das erste Spiel konzentrieren. Bis dahin ist auch gar nicht so viel Freizeit. Wir waren am Dienstag und am Mittwoch zwei Mal zum Training auf dem Platz. Das ist also schon ein sehr enger Zeitplan. Aber je länger so ein Turnier geht, hat man vielleicht auch mal einen Vor- oder Nachmittag frei. Da kann man vielleicht - wenn man unweit der Stadt ist - auch mal ein bisschen auf andere Gedanken kommen. Ein bisschen bummeln oder einen Kaffee trinken. Aber die Playstation ist bei uns nicht im Vordergrund."

5. ... die Sammel-Leidenschaften:

"Wir haben Panini-Hefte und sammeln gegenseitig. Mein Papa holt sich auch die Sticker, um einzukleben. Das WM-Fieber hat alle gepackt."

6. ... die Playlist in der Kabine:

"Wir haben kein bestimmtes Lied. In der Playlist laufen ganz bunte, verschiedene Songs. Aktuell ist natürlich von Ed Sheeran und Justin Bieber 'I don't care' ganz hoch im Rennen. Aber auch viele spanische Titel. Die bringen auch immer eine gute Laune in die Kabine. Da sind wir schon sehr flexibel."

7. ... Schwalben und den brasilianischen Nationalspieler Neymar:

"Mich hat er ehrlich gesagt beim letzten Turnier auch ein bisschen genervt. Das war einfach ein bisschen zu viel Show. Ich glaube, das weiß man auch beim Frauenfußball zu schätzen, dass wir teilweise noch blutverschmiert rumlaufen und einfach weiterkämpfen. Da gibt es im Männerfußball doch den ein oder anderen, der das ein wenig übertreibt."

Sendung: Inforadio, 05.06.2019, 14:15 Uhr

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