Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion in Berlin (Quelle: imago/Schoening)
Audio: Inforadio | 07.06.2019 | Martin Adam | Bild: www.imago-images.de/Schoening

Neubau bis 2023 geplant - Stadion im Jahn-Sportpark wird komplett abgerissen

Im kommenden Jahr wird das Stadion im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark Geschichte sein. Die 1951 gebaute Anlage wird komplett abgerissen und weicht einem barrierefreien Neubau, der zu den Special Olympics 2023 fertig sein soll.  

Das Stadion im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Berlin-Prenzlauer Berg soll komplett abgerissen und neu gebaut werden. Das teilte Sport-Staatssekretär Aleksander Dzembritzki am Freitag bei einer Sitzung des Sportausschusses im Stadiongebäude mit.

Bis zu den Special Olympics im Jahr 2023 soll die Arena für 20.000 Zuschauer barrierefrei neu gebaut werden. Auch die Sportanlage um das Stadion soll komplett überholt werden. Geplant sind eine Doppelstock-Sporthalle, neue Tennisplätze, ein Clubhaus und ein Fitnesspark. Einen konkreten Bauplan gibt es noch nicht. Der Abriss des alten Stadions soll im kommenden Jahr beginnen, der Neubau 2022 starten. Die Kosten werden auf rund 160 Millionen Euro für die gesamte Anlage beziffert.
 

1951 für Weltjugendfestspiele errichtet

Auf dem ehemaligen Exerzierplatz der Preußischen Armee war Ende des 19. Jahrhunderts erstmals eine Sportstätte entstanden. 1951 wurde die moderne Anlage anlässlich der Weltjugendfestspiele errichtet und ein Jahr später nach "Turnvater" Jahn benannt. Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Stadion mehrmals umgebaut und saniert. Das heutige Erscheinungsbild mit den bunten Sitzschalen hat es seit 1998.

Der Jahn-Sportpark ist die Heimspielstätte des BFC Dynamo, der dort zahlreiche DDR-Meisterschaften einfuhr. Außerdem wird das Stadion für American Football und Leichtathletik genutzt. Am 20. Juli 1984 erlebten die Zuschauer beim Olympischen Tag den ersten Speerwurf über 100 Meter durch Uwe Hohn (104,80 m).

Sendung: Inforadio, 07.06.2019, 15.40 Uhr

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17 Kommentare

  1. 15.

    Wollte der R2G-Senat nicht endlich mal diese Verkehrswende schaffen? Wer sagt denn, dass man mit dem Auto ins Stadion muss? Da gibt es genügend Platz für Parkplätze für Menschen mit Behinderung, die darauf evtl. angewiesen sind. Für alle anderen ist der ÖPNV und die bis dahin hoffentlich ausgebaute Radwegeinfrastruktur eine hervorragende Alternative. Durch Ringbahn und die Innenstadtlage perfekt erreichbar. Das wäre doch auch mal ein Statement von unserem Senat. Wogegen wollen denn die Anwohner protestieren und mit welchem Argument? Dass eine Sportstätte, die sich seit über einem halben Jahrhundert in ihrer Nachbarschaft befindet, auch mal alle zwei Wochen anständig bespielt wird? Das ist doch lächerlich. In England sind Fußballstadien in Wohnvierteln in der Innenstadt möglich. Warum nicht auch bei uns? Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

  2. 14.

    160 Mio € um etwas abzureißen und neuzubauen, was durchaus auf mich noch nen sehr guten und funktionellen Eindruck macht, da es gut gepflegt und immer wieder teuer saniert wurde!?

    Das Geld sollte man besser in die Sanierung/Neuerrichtung von Spielplätzen stecken!!

    ist das alles traurig, armseelig und pervers!!

    Schande über Planer und Befürworter!!

  3. 13.

    so eine einfache Idee wird natürlich nicht umgesetzt werden (können). Da gibt es dann natürlich die Proteste der zugezogenen Anwohner mit einer BI. zu wenig Autoparkplätze, zu viel Verkehr u. Fußballfans und Lärm u.......

  4. 12.

    ...und das, nachdem man der DDR-Architektur mit dem Abriss der Mauer schon solch unwiederbringlichen Schaden zugefügt hat ;-)

  5. 11.

    Special Olympics im Jahr 2023 , warum da und mit neubau, obwohl im westend schon alles fertig steht.
    es waere doch guenstiger den sportpark an herthabsc fuer ihr stadionneubau zu verpachten, statt ein weiters selten ausgelastete stadion zu errichten.

  6. 10.

    Komisches Gefühl, habe in dem Stadion mein erstes Fußballspiel gesehen ( 1966 ) und war noch FCV-Fan, bevor Mielke das Stadion für seinen Verein frei gemacht hat. Zwei Meisterschaften, ein Europacupsieg gegen Benfica und das tolle Abschiedsspiel des FCV gegen Dynamo Dresden bleiben in meiner Erinnerung. Da ich schon lange, lange Unioner bin, ist natürlich der Aufstieg in die zweite Liga mit den " Auswärtsspielen " in meinem Bewusstsein.

  7. 9.

    Baubeginn 2022? Und Fertigstellung 2023? In Berlin? HAHAHA! Wer hat sich das denn ausgedacht?! Im Leben nicht, Freunde, wirklich nicht! HAHAHA!

  8. 7.

    Lieber die Special Olympics im Olympiastadion ausrichten und anstelle der Jahn-Ruine das neue Hertha-Stadion bauen. Der Ort ist geradezu prädestiniert - dort lernte die damals noch junge Alte Dame laufen. Damit würde man zurück zu den Wurzeln gehen und die eigene Identität als Verein, aber auch die Historie des Stadtteils mit der größten Bevölkerungsfluktuation stärken. Der Fernbahnhof Gesundbrunnen ist fußläufig erreichbar und würde sich für die An- und Abreise von Auswärtsfans anbieten. Schließlich würde ein Umzug in den ehemaligen "Osten" das vereinte Berlin stärken und den unsäglichen 28 Jahren Mauer dann über 130 Jahre Traditionsverein entgegensetzen.

  9. 6.

    Paar „Fachleute“ vom BER Bau-Management sind gerade freigestellt. Die können da sicher aushelfen ;))

    @ RalfBerlin-WilmersdorfFreitag, 07.06.2019 | 17:48 Uhr
    Ich persönlich plädiere auch lieber dafür, dass architektonische Zeitgeschichte erhalten werden sollte, auch die der DDR. Ich lebe selber in einer. Aber ehrlich... dieses Stadion ist jetzt nicht so der Bringer dafür, zumal seit 1990 dort schon viele Übergangslösungen verbrochen wurden, dass außer grauem Beton nichts mehr übrig ist von DDR Zeiten. Und mal was besseres Neues für Vereine tut Berlin auch mal gut.

  10. 5.

    Na endlich.
    Schön das wieder so ein Machwerk der unsäglichen "DDR" verschwindet.

  11. 3.

    Stimmt, warum soll es da besser laufen als beim BER?
    Ist wirklich optimistisch dieser Zeitplan!

  12. 2.

    Ich will ja nicht alles schlecht machen. Aber ist der beabsichtigte Zeitplan nicht zu optimistisch?

  13. 1.

    Und wieder wird ein Stück DDR-Architektur vernichtet ! Wozu gibt es eigentlich so etwas wie Denkmalschutz ?! Ich fürchte, es ist das letzte seiner Art, mit dieser Tribünendach-Gestaltung in der DDR-typischen "Schirmmützen-Architektur", wie ich es gern nenne und man es von Wach- u. Wartehäuschen, Pavillions und Kiosken kennt, von denen es ja auch kaum noch welche gibt.
    Die Lichtmasten sind ein weithin sichtbares Wahrzeichen dieser Stadt und einzigartig, kleinere ähnliche Masten am Flughafen Schönefeld schon lange abgebaut. Werden die vielleicht wenigsten erhalten (ab- u. wieder aufgebaut) ? Doch ich fürchte man käme bestenfalls auf die Idee, die Farbgebung der Sitze von 1998 zu übernehmen ...

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