Christian Arbeit: Presse- und Stadionsprecher von Union Berlin. Quelle: imago/Matthias Koch
Audio: Inforadio | 02.06.19 | Nikolaus Hillmann | Bild: imago/Matthias Koch

Interview | Union-Pressesprecher Christian Arbeit - "Wir versuchen, den Kern des Teams zu erhalten"

Wenige Tage nach den berauschenden Aufstiegsfeierlichkeiten blickt Union Berlins Presse- und Stadionsprecher Christian Arbeit im Interview bereits auf die kommende Bundesliga-Saison - und stimmt erneut einer Wette zu.  

rbb|24: Christian Arbeit, zu Beginn die Frage: Haben alle Beteiligten bei Union Berlin die Feierlichkeiten gut überstanden?

Christian Arbeit: Ja, es sieht so aus. Es war wirklich sehr ausufernd, wir haben es sehr genossen, dass so viele Menschen dabei waren und mit uns gefeiert haben. Jetzt kommen wir so langsam in das normale Leben zurück. Die Mannschaft und das Trainer-Team sind jetzt im Urlaub und wir im Verein fangen jetzt an für die 1. Bundesliga vorzubereiten. Da gibt es eine Menge zu tun.

Womit fangen Sie in den nächsten Wochen an? Abgesehen von sportlichen Verstärkungen steht ja einiges an.

Vieles ähnelt der Saisonvorbereitung, die wir auch schon in der zweiten Liga vornehmen mussten – Dauerkartenverkauf und Vertragsverhandlungen zum Beispiel. Natürlich gibt es aber auch Unterschiede: Wir werden am Stadion ein paar infrastrukturelle Veränderungen vornehmen müssen - da geht es in erster Linie um das gestiegene Medienaufkommen. Vieles davon konnten wir im Relegationsspiel schon mal üben. Da gab es 21 Fernsehkameras, ähnlich wie bei einem Bundesliga-Topspiel. Jetzt geht es darum, den Anforderungen in mehr als nur einem Spiel standzuhalten.

Auch das Stadion selber wird verändert werden müssen. Es gibt zwar eine Ausnahmegenehmigung der DFL, da Union eigentlich nicht genug Sitzplätze hat, trotzdem müssen Dinge angepasst werden. Worum geht es konkret?

Das ist gar nicht so viel. Wichtig ist nur, dass man sich auf dieser Ausnahmegenehmigung nicht ausruht. Wir wollen also deutlich machen, dass wir diese Lizenzbestimmungen erfüllen wollen. Die DFL (Deutsche Fußball Liga, Anm. d. Red.) kennt natürlich unsere Ausbaupläne, die haben wir da genau so vorgestellt, wie wir es gegenüber der Öffentlichkeit getan haben. Wir sind gut unterwegs, diese Themen auch umzusetzen. Klar ist aber auch, dass es sich dabei um einen längeren politischen und verwaltungstechnischen Prozess handelt. Ich gehe aber fest davon aus, dass wir in den nächsten Monaten ein Baurecht für den Ausbau haben. Bauen werden wir in diesem Premierenjahr in der Bundesliga aber nicht.

Kommen wir zum Sportlichen: Da wird es bestimmt einige Veränderungen geben, einige Neuzugänge wurden schon vermeldet. Was ist in den kommenden Wochen noch zu erwarten?

Klar ist, dass wir uns verstärken müssen. Es steht aber auch fest, dass wir die Mannschaft, die uns in die erste Liga gebracht hat, nicht in alle Winde zerstreuen werden. Wir versuchen, den Kern des Teams zu halten. Das haben die Mannschaft und die Menschen, die das Team lieb gewonnen haben, sich verdient. Es ist aber davon auszugehen, dass wir in allen Mannschaftsteilen noch etwas machen werden. Hinzu kommt, dass es noch ein paar offenen Partien gibt. Der FC Augsburg hat die Rückkaufoption bei Marvin Friedrich gezogen, da wird es aber Bemühungen geben, dass der Spieler bei uns bleibt. An solchen Schrauben werden wir vor dem Trainingsstart Ende Juni schrauben.

Müssen die Fans eine Preiserhöhung in der Bundesliga fürchten?

Wir fangen erst jetzt an uns zu sammeln und zu sortieren. Es geht uns aber nicht darum, unser Publikum auszutauschen – überhaupt nicht. Union soll auch in der Bundesliga für Unioner leistbar sein. Das Problem wird in erster Linie nicht der Preis, sondern die Verfügbarkeit an Tickets sein. Daher gilt die Konzentration der Erhaltung des Baurechts und irgendwann dem Ausbau des Stadions.

Sie haben sich nach dem Aufstieg wegen einer verlorenen Wette eine Glatze rasieren lassen. Ist im Falle eines Klassenerhalts der Bart fällig?

(lacht) Selbstverständlich! Der Bart wächst schließlich ganz schnell nach. Das ist die leichtere Übung, den verwette ich für den Klassenerhalt gerne.

Das Interview führte Nikolaus Hillmann für das rbb Inforadio. Es handelt sich um eine redigierte und gekürzte Fassung. Das vollständige Interview können Sie hören, wenn Sie auf das Bild oben im Beitrag klicken.

Sendung: Inforadio, 02.06.19, 15:15 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Hoffe das die Politik schnell die weichen für die Erweiterung und für eine bessere Infrastruktur stellt!!

  2. 1.

    Union, ich drücke beide Daumen für den Klassenerhalt!

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