Das Olympiastadion während eines Spiels von Hertha BSC. Bild: imago/Nordphoto
Video: Abendschau | 27.06.2019 | Anja Herr | Bild: imago/Nordphoto

Verein bestätigt Bericht - Investor kauft sich für 125 Millionen Euro bei Hertha ein

Hertha BSC steht vor dem größten Investoren-Deal der Bundesliga-Geschichte: Lars Windhorst steckt über 100 Millionen Euro in den Berliner Club. Einen entsprechenden Bericht bestätigte der Bundesligist auf seiner Homepage.

Investor Lars Windhorst steigt über seine Beteiligungsgesellschaft Tennor Holding bei Hertha BSC ein. Der Verein bestätigte die Zusammenarbeit mit dem Investor am Donnerstagnachmittag auf seiner Homepage. Demnach erwirbt Windhorsts Firma 37,5 Prozent der Anteile an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA, der Profi-Abteilung des Vereins. Dafür zahlt Tennor insgesamt 125 Millionen Euro. Der "Spiegel" hatte zuerst über den Deal berichtet.

Hertha hatte erst kürzlich Anteile zurückgekauft

Erst vor sieben Monaten hatte Hertha selbst 36,3 Prozent der Anteile und Optionen vom Investor KKR zurückerworben für insgesamt 71,2 Millionen Euro - nun konnte der Verein fast den gleichen Anteil zu einem höheren Preis wieder verkaufen. In der Mitteilung des Vereins heißt es zudem, dass bereits die Möglichkeit einer Aufstockung der Anteile auf 49,9 Prozent mit dem Investor vereinbart wurde - dann aber erneut zu einem höheren Preis.

"Ich bin stolz und glücklich, dass sich unsere kontinuierliche Arbeit bei Hertha BSC bereits so zeitnah nach dem Rückkauf der KKR-Anteile bezahlt gemacht hat", sagte Herthas Geschäftsführer Finanzen, Ingo Schiller, zu dem Deal. "Mein ausdrücklicher Dank gilt allen beteiligten Herthanern und unseren externen Beratern."

08.04.2019, Schleswig-Holstein, Flensburg: Der Mehrheitsgesellschafter der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG), Lars Windhorst, spricht mit Journalisten (Quelle: dpa/ Molter)
Investor Lars Windhorst | Bild: dpa/ Molter

Windhorst als Shootingstar der Investorenszene

Lars Windhorst ist eine schillernde Figur in der Investorenszene. Schon mit 16, Anfang der 1990er Jahre, hat er mehrere Start-ups gegründet. Damals galt er als Shootingstar der deutschen Wirtschaft. 2002 ging allerdings seine wichtigste Firma, Windhorst Electronics, pleite, und er geriet als gescheiterter Held in die Schlagzeilen.

Der Fall um die Jahrtausendwende war allerdings nur ein kurzer Rückschlag für Lars Windhorst: Seine Investmentgesellschaft Tennor, 2009 gegründet, hat ihren Sitz in London, Amsterdam und Berlin, ist aber auf der ganzen Welt aktiv. Mit Tennor stellt Windhorst Unternehmen Kapital zur Verfügung. Geld dafür sammelt Tennor bei den Reichsten der Welt ein.

Laut "Handelsblatt" springen bei Windhorsts Geschäften jährlich mehr als 360 Millionen Euro Nettogewinn heraus. Zuletzt war Windhorst in den Schlagzeilen, weil er die Mehrheit einer angeschlagenen Flensburger Werft erworben hatte.

Hertha könnte mehr Geld in Spielerkäufe investieren

Bei Hertha BSC sah Windhorst nach eigenen Angaben eine "stabile Zahlenbasis" - er will langfristig mit dem Bundesligisten zusammenarbeiten. "Wir sehen es als langfristiges und viel versprechendes Engagement", wird der Investor in der Pressemitteilung des Vereins zitiert. "Für mich persönlich ist es außerdem eine große Freude, einen Beitrag zur wirtschaftlichen Zukunft dieses großartigen Vereins in Berlin leisten zu können."

Das Geld aus dem Deal könnte Hertha auch für Spielerkäufe nutzen - laut dem Bericht des "Spiegel" soll sogar ein Großteil der 125 Millionen Euro dafür verwendet werden. "Das erhöht unsere Chancen, mittelfristig in Reichweite internationaler Plätze zu kommen", wird Hertha-Manager Michael Preetz im Artikel zitiert. In der Pressemitteilung des Vereins ist neben Investitionen in den sportlichen Bereich allerdings auch von einer "umfangreichen Rückführung von Verbindlichkeiten" die Rede, sowie von "Investitionen in die Digitalisierung und Internationalisierung".

Sendung: Abendschau, 27.6.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

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26 Kommentare

  1. 26.

    Haben Sie eigentlich noch ein Argument? Oder schwindeln Sie sich jetzt die Welt zurecht? Sie sagten doch ohne Anteilsverkäufe ist gar keine Bundesliga mehr möglich. Stimmt doch wohl nicht, gelle!?
    Ach... gucken Sie schön weiter Sky oder lesen Sie Bild oder so... ich geh zum Fußball.
    Gute Nacht ins Land der alternativen Fakten.

  2. 25.

    Den Menschen kann man es einfach nicht mehr recht machen.
    Und da wundert man sich das keiner mehr Bürgermeister oder so was werden will.
    Jetzt tut Hertha endlich mal was um nach vorne zu kommen, da wird auch wieder nur gemeckert, ich verstehe das einfach nicht mehr.
    Gibts denn bei euch wirklich keine Freude mehr, seit ihr alle so verbiestert, echt traurig.

  3. 23.

    Niedlich. Einer von sieben. Dafür, dass Ihr erster Kommentar etwas von fast alle Vereine beinhaltete, ist das ziemlich dürftig. Damit ist auch klar, wer hier flunkert. Im Jahr 2017/ 2018 wird die Auswahl übrigens auch nicht besser. Nächstes Mal besser vorbereiten.

  4. 21.

    Um den Rückkauf der Anteile von KKR zu finanzieren, hatte Hertha 70 Millionen mit einer Anleihe und Bankkredite aufgenommen. Wenn man diesen Betrag nun abzieht, würden dann auch nur 55 Millionen für neue Spieler zur Verfügung stehen. Oder lässt der Klub die bestehenden Verbindlichkeiten weiterlaufen?

  5. 20.

    Union hat das Gelände nicht geschenkt bekommen, sondern muss eine jährliche Pacht zahlen. In dem Pachtvertrag ist aber eine Option für den Kauf des Grundstücks für drei Millionen Euro drin. Die Option wurde jedoch bisher noch nicht gezogen.

  6. 18.

    sehr originell,jut jetroffen, det is Berliner Witz.Kurz und knackig uf en Punkt jebracht.

  7. 17.

    Sie sind mir ja ein Schlaumeier. Dann legen Sie mal Ihr Taschentuch zurecht.
    Gladbach: Dem Stammverein gehören 100% der Spielbetriebs-GmbH. Die GmbH wurde auch nur gegründet weil dies eine Lizensierungsvorgabe seitens DFL/DFB ist.
    Für den Verkauf von Anteilen müssen 2/3 der Mitglieder zustimmen.
    Suchen Sie sich weitere Beispiele alleine und flunkern Sie nicht hier herum.

  8. 16.

    Hertha kommt in längst überwunden geglaubtes Fahrwasser zurück.Ein windiger Pleitier,Spekulant, versucht Imagepflege.Vermutlich sucht er Einfluss und Akzeptanz in Berlin um seine hochriskanten Geschäfte die er für Investoren tätigt.Ein sehr gewagtes Unterfangen für Hertha .Aber ich glaube Preetz ist da nicht wählerisch.Er will sein neues Stadion und dem Senat zeigen , dass er der grosse Macher ist.Was glauben sie wer da beim Stadionbau mitmischt.??vielleicht Herr Windhose, entschuldigen sie, ich meine natürlich Herrn Windhorst.Viel Glück Hertha BSC .

  9. 15.

    Das ist die pure Angst davor, nur noch die Nummer 2 in der Stadt zu sein ;) :D

  10. 14.

    Halbwissen hat hier nur einer: Sie. Die ersten sieben Plätze der abgelaufenen Saison werden von Bayern, Dortmund, Leipzig, Leverkusen, Gladbach, Wolfsburg und Frankfurt belegt. Na, dann mal zu, wer wieviel verkauft hat. Ausgliederungen, Kommanditgesellschaften, Börsenanteile etc pp. Aber nicht weinen.

  11. 13.

    Neuer Vereinsname:
    "Windbeutel BSC"

  12. 12.

    Guter Deal Hertha. Das bringt doch mal richtig was.

  13. 11.

    Nicht wieder nur Halbwissen präsentieren. Machen Sie sich kundig. Wikipedia etc.
    Es gibt noch genügend Vereine die keine Anteile verkauft haben. Einige schaffen es sogar immer noch nach Europa.

  14. 9.

    Sorry, aber du solltest dich wirklich mal schlau machen, wer noch 100 Prozent hat. Die meisten haben ihre Profiabteilungen ausgegliedert. Kannst ja mal überlegen, warum. Der Kommentar geht sowas von an der Realität vorbei...

  15. 8.

    Der Senat wird nicht helfen, die Zeiten sind vorbei. Das letzte Mal, dass der Senat geholfen hat, war, als er Köpenick das Stadiongelände geschenkt hat. Nein, Hertha wird es dann wohl einfach nicht mehr geben.

  16. 7.

    Der Anfang vom Ausverkauf und dem irgendwann folgenden Ende von Hertha BSC.
    Ne Brausebude hätte mich auch nicht gewundert.
    Anstatt durch Leistung Geld zu verdienen und sich alles zu erarbeiten, macht sich der Club von irgendeinem Fuzzi abhängig, der weltweit dubiose Geschäfte macht, nachdemuer hier in 2006 gescheitert ist.
    Glückwunsch Hertha.

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