Paul Drux mit vollem Körpereinsatz. (Quelle: imago/Camera 4)
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Video: Abendschau | 19:30 Uhr | 09.06.19 | Jörg Hellwig | Bild: imago/Camera 4

25:27 gegen Wetzlar - Füchse ziehen trotz Niederlage in den EHF-Pokal ein

Trotz einer Niederlage gegen die HSG Wetzlar haben sich die Füchse Berlin für den EHF-Pokal qualifiziert. Zwar verloren die Berliner am Sonntag mit 25:27 gegen die Mittelhessen, doch da auch der Bergische HC unterlag, zogen die Füchse in den europäischen Wettbewerb ein.

Für die Füchse Berlin ging es im letzten Spiel der Handball-Bundesliga noch um einiges. Die Mannschaft von Velimir Petković wollte sich durch einen Sieg gegen die HSG Wetzlar den Einzug in den EHF-Pokal und das damit verbundene lukrative Startgeld sichern. Doch die Füchse verpassten den Sieg und verloren mit 25:27 gegen die Mittelhessen. So mussten sie auch nach dem Abpfiff noch zittern.

Doch da der Füchse-Konkurrent Bergischer HC gleichzeitig beim neuen Deutschen Meister, der SG Flensburg-Handewitt, verlor, stand schlussendlich fest, dass die Berliner auch in der kommenden Saison international vertreten sein werden.

Von der Mannschaftsfahrt in die Halle

Für die HSG Wetzlar war die Saison, im Gegensatz zu den Füchsen, bereits vor der letzten Partie gelaufen. Das Team von Kai Wandschneider beendete die Spielzeit im gesicherten Mittelfeld auf dem zehnten Tabellenplatz und nutzte daher die vergangenen zwei Wochen zu Teambuilding-Maßnahmen: Dazu brachen die Mittelhessen zu einer vorgezogenen Mannschaftsfahrt nach Mallorca auf. Von Urlaubsmüdigkeit war bei der HSG am Sonntag allerdings nichts zu spüren. In der Anfangsphase entwickelte sich in der Max-Schmeling-Halle ein enges Spiel, in dem sich keines der beiden Teams absetzen konnte. Die Offensive der Füchse brauchte einige Zeit, um ins Spiel zu kommen. Viele Würfe konnte Wetzlar-Torwart Till Klimpke ohne großen Aufwand vereiteln.

Erst nach knapp zwanzig Minuten kamen die Füchse besser ins Spiel: Jacob Holm, der, wie vor dem Spiel bekannt wurde, seinen Vertrag bei den Berlinern bis 2024 verlängert hat, setzte sich auf der rechten Seite ein ums andere Mal gut durch, und auch durchs Zentrum wurde die Mannschaft von Velimir Petkovic in den letzten zehn Minuten des ersten Durchgangs besser. Die Überlegenheit spiegelte sich im Halbzeitergebnis allerdings nur bedingt wieder - mit einer 14:11-Führung gingen die Berliner in die Kabine.

Wetzlar dreht das Spiel

Im zweiten Durchgang zeigte sich ein ähnliches Bild: Zwar waren die Füchse auch weiterhin das bessere Team, verpassten es aber, sich ein komfortables Punkte-Polster zu erspielen. Stattdessen kam Wetzlar immer besser in die Begegnung. In der 42. Minute gelang Lars Weissgerber der Ausgleich: der Rechtsaußen brachte seine Mannschaft zurück ins Spiel.

Petković nahm eine Auszeit, appellierte emotional an seine Mannschaft. Allerdings nur mit geringem Erfolg. Wetzlar war nun im Spiel und forderte die Berliner gewaltig. Diese scheiterten immer wieder an der Wetzlarer Defensive und an Torwart Till Klimpke. Doch auch Klimpkes Gegenüber Silvio Heinevetter spielte stark - hielt ein ums andere Mal und entfachte so eine hitzige Stimmung in der Halle. Trotzdem ging Wetzlar nach 52 Minuten erstmals seit dem 1:0 in Führung. Beim Stand von 22:23 hieß es nun Zittern für die Füchse und ihre Anhänger.

Füchse feiern erst nach dem Abpfiff

Es war den Berlinern anzumerken, dass sie aus eigener Hand den Einzug in den internationalen Wettbewerb sichern wollten. Damit einher ging aber auch eine spürbare Nervosität: Beim Stand von 25:26 vergab der sonst so sichere Hans Lindberg in der letzten Spielminute einen Siebenmeter zum Ausgleich. Somit verloren die Berliner ihr Spiel gegen den Tabellenzehnten und konnten erst nach dem Abpfiff der Partie zwischen dem Bergischen HC und der SG Flensburg-Handewitt feiern.

"Ich bin sehr frustriert, dass wir es nicht geschafft haben, uns aus eigener Hand den Traum von Europa zu ermöglichen", erklärte Füchse-Manager Bob Hanning nach dem Spiel und ergänzte: "Das war ein Spiegelbild unserer Bundesliga-Saison." Die Berliner hatten in dieser Saison immer wieder mit Verletzungssorgen zu kämpfen und blieben daher in der Bundesliga hinter ihren Erwartungen zurück. Dennoch dürfte man im Verein froh sein, auch in der kommenden Saison international spielen zu dürfen.

Sendung: rbbUM6, 09.06.19, 18:00 Uhr

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