Lars Windhorst (Quelle: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert)
Audio: Inforadio | 27.06.2019 | Marie Asmussen | Bild: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

Porträt des Hertha-Investors - Wer ist Lars Windhorst?

Hertha BSC steht vor einem ganz großen Deal. Für zunächst 125 Millionen Euro will sich der Unternehmer Lars Windhorst beim Berliner Bundesligisten einkaufen. Den Namen Lars Windhorst haben Sie wahrscheinlich schon mal gehört.  

Was Lars Windhorst in den bisher 42 Jahren seit seiner Geburt erlebt hat, würde locker für drei Biografien reichen. Als 16-Jähriger gründete er 1993 als Schüler sein erstes Unternehmen. In der heimischen Garage schrieb er Software und baute Computer zusammen.

Mit der Windhorst Electronic GmbH machte er im ersten Jahr schon einen Umsatz von 80 Millionen D-Mark. Als "German Wunderkind" begleitete er den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl auf Wirtschaftsreisen nach Asien. Dort ließ sich Windhorst 1995 nieder, in Hongkong, und gründete dort eine neue Holding für Geschäfte im asiatischen Raum. Er konzentrierte sich ab 2000 auf den IT-Bereich, ging aber zwei Jahre später pleite. Im Zusammenhang mit dieser Insolvenz verurteilte ihn das Landgericht Berlin später wegen Untreue zu einer Geld und Bewährungsstrafe.

Lars Windhorst (Quelle: Imago/teutopress)
Lars Windhorst 1994 als Jungunternehmer in seinem Büro | Bild: Imago/teutopress

Netto 360 Millionen Euro

Aber Lars Windhorst kam schnell wieder auf die Beine. Er wurde Mitbegründer der Holding Sapinda (heute Tennor), mit der er weltweit in Unternehmen investiert, um diese vor der Insolvenz zu bewahren oder möglichst hohe Summen aus einem erneuten Verkauf zu erzielen. Zu Windhorsts Portfolio gehören unter anderem eine Flensburger Werft, die Luxus-Modemarke "La Perla" und ein südafrikanischer Minenbetreiber. Auch im Immobiliengeschäft war Windhorst aktiv.

Laut Handelsblatt soll der künftige Hertha-Anteilseigner mit seinen Geschäften jährlich über 360 Millionen Euro verdienen - netto wohlgemerkt. Und noch etwas gehört zu dieser Biografie: Der Unfall mit einem Geschäftsflugzeug 2007 in Kasachstan. Der Pilot ist damals gestorben. Windhorst kam mit Quetschungen und Verbrennungen davon. Ein Wunderkind eben.

Sendung: Inforadio, 27.06.2019, 16:20 Uhr

Beitrag von Marie Asmussen

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