Die Turbine-Spielerinnen beim Auslaufen nach dem Training (Quelle: imago images / Matthias Koch)
Bild: imago images / Matthias Koch

Viele junge Spielerinnen - Wie Turbine Potsdam den Umbruch stemmen will

Seit knapp vier Wochen bereitet sich Turbine Potsdam auf die kommende Saison vor. Nach dem Umbruch stehen neben einigen erfahrenen Spielerinnen auch viele junge Talente im Kader - und das könnte sich auszahlen. Von Lisa Surkamp 

Im Kabinentrakt von Turbine Potsdam herrscht Trubel am Dienstagvormittag. Der Fototermin für die Autogrammkarten und das Mannschaftsbild steht an. Doch bevor sich die Spielerinnen alle hinter dem blau-weißen Banner in Position bringen, hat erstmal etwas anderes Priorität: ein Selfie.

Die Turbine-Spielerinnen machen ein Selfie (Quelle: rbb/Lisa Surkamp)
Erstmal ein Selfie: Die Spielerinnen von Turbine Potsdam versammeln sich zum Gruppenbild.Bild: rbb/Lisa Surkamp

Jetzt ist Erfahrung gefragt

Eine Spielerin zückt ihr Smartphone. Ruckzuck hat sich eine große Traube um sie gebildet. "Schmidti fehlt", ruft jemand. Gemeint ist Bianca Schmidt. Die Abwehrspielerin ist mit ihren 29 Jahren die Älteste im Kader. Gemütlich schlendert sie über den Rasen zu ihren wartenden Teamkolleginnen. Schmidt strahlt Ruhe aus - und die wird ebenso wie ihre Erfahrung mehr denn je gefragt sein in der neuen Saison.

"Ich werde sie einfach noch mehr in die Verantwortung nehmen, dass sie mit jungen Spielern noch öfter spricht und ihre Erfahrung weitergibt", erklärt Trainer Matthias Rudolph. Denn hinter der Mannschaft liegt ein großer Umbruch. Erfahrene Spielerinnen wie Svenja Huth, Felicitas Rauch oder Amanda Ilestedt haben Turbine verlassen. Gekommen sind dagegen fast ausnahmslos junge Talente. Durchschnittsalter: 18 Jahre.  

21 Jahre jung - und schon Führungsspielerin

"Natürlich merkt man auf dem Platz, dass ein paar unerfahrene Spielerinnen dabei sind. Aber wir versuchen natürlich, die jungen mitzuziehen", sagt Viktoria Schwalm. Die Stürmerin ist selbst gerade einmal 21 Jahre jung, geht aber schon in ihre fünfte Profi-Saison in Potsdam.

Nachdem sie viele Jahre vom Verletzungspech verfolgt wurde, konnte sie in der letzten Spielzeit erstmals durchspielen. "Demzufolge erwarten wir von ihr, dass sie in der kommenden Saison den richtigen Durchbruch in der Bundesliga schafft und jetzt auch Verantwortung übernimmt", so Rudolph. Eine Erwartungshaltung, der sich die gebürtige Hessin durchaus bewusst ist. "Ich möchte den nächsten Schritt gehen", sagt sie. 

Junge Talente wollen in Potsdam den nächsten Schritt schaffen

Das möchte auch Sophie Weidauer. Die 17-Jährige kommt aus dem eigenen Nachwuchs und ist gerade erst U17-Europameisterin geworden. "Sie ist eine super Stürmerin. Eiskalt vor dem Tor, kann sich gut durchsetzen", lobt Viktoria Schwalm ihre jüngere Mitspielerin. Ihre Qualitäten hat die Rechtsschützin gerade erst beim Testspiel gegen den schwedischen Traditionsverein FC Rosengard gezeigt, als sie zum 4:2-Endstand traf.

"Das war schon cool. Ich hätte das nicht erwartet", sagt die Schülerin. "Das Spiel war für mich eigentlich zum Reinkommen gedacht. Wenn dann gleich ein Tor gelingt, ist es umso schöner. Jetzt heißt es: Daran weiterarbeiten und Schritt für Schritt nach vorne gehen."

Sophie Weidauer bei der U17-EM im Laufduell (Quelle: imago images / Aleksandar Djorovic)
Stürmerin Sophie Weidauer besiegte bei der U17-EM mit Deutschland im Halbfinale Portugal und gewann schließlich sogar den Titel. | Bild: imago images / Aleksandar Djorovic

"Die jungen Spielerinnen denken nicht so viel nach"

In der Defensive hat das Testspiel zwar noch Verbesserungspotential offenbart, Trainer Matthias Rudolph ist nach den bisherigen Beobachtungen aber dennoch optimistisch, dass seine verjüngte Truppe gegen die finanziell besser aufgestellten Teams bestehen kann. "In den letzten Jahren waren die finanzkräftigen Vereine auch schon in der Bundesliga, da konnten wir auch gut mithalten", erinnert der 36-Jährige. "Ich gucke aber eher auf uns. Wir haben jetzt unsere Mannschaft zusammen. Mit der wollen wir Erfolg haben und sie über die nächsten zwei, drei Jahre entwickeln."

Dabei könnte die Unbekümmertheit der vielen Neuen sogar zum Vorteil werden. "Die jungen Spielerinnen denken ja nicht so viel nach. Die spielen einfach Fußball und haben Spaß", meint Stürmerin Schwalm. Und den haben auch alle beim gemeinsamen Fotoshooting. Die Stimmung ist locker bei Turbine Potsdam, der Optimismus ist groß. Mit der Mischung aus routinierten Spielerinnen wie Bianca Schmidt, jungen erfahrenen wie Viktoria Schwalm und Talenten wie Sophie Weidauer sehen sich die Potsdamerinnen bestens gewappnet, um auch in der Bundesliga für Trubel zu sorgen.

das auftaktprogramm von turbine potsdam in der bundesliga

1. Spieltag (16. August)
1. FFC Frankfurt - Turbine Potsdam

2. Spieltag (25. August)
Turbine Potsdam
- FF USV Jena

3. Spieltag (15. September)
1. FC Köln - Turbine Potsdam

4. Spieltag (22. September)
Turbine Potsdam - VfL Wolfsburg

5. Spieltag (29. September)
SGS Essen - Turbine Potsdam

Sendung: Inforadio, 17.07.2019, 11.15 Uhr

Beitrag von Lisa Surkamp

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