Union-Trainer Urs Fischer gibt Anweisungen (Quelle: Matthias Koch/dpa)
Bild: Audio: Inforadio | 15.07.2019 | Jakob Rüger

1. FC Union Berlin im Trainingslager - Zwischen Anspannung und Entspannung

Fünf intensive Trainingstage liegen hinter den Profis des 1. FC Union im österreichischen Trainingslager. Weil der Kader riesig ist, ist auch der Konkurrenzkampf hoch. Es gibt erste Gewinner und Verlierer. Von Jakob Rüger 

Die Stimmung ist entspannt in den ersten Tagen in Österreich. Trainer Urs Fischer kommt morgens mit einem Lächeln auf den Trainingsplatz und begrüßt die Zuschauer. Auch unter den Spielern beobachtet man immer wieder kleine Scherze. Der dienstälteste Unioner Michael Parensen nahm Stürmer Sebastian Polter nach dessen Tor gegen  Linz auf die Schippe. "Polter trifft nur, wenn man ihn anschießt", grinste er seinen Teamkollegen an, der sich ebenfalls das Lachen nicht verkneifen konnte. Der enorme Konkurrenzkampf ist aber im Training spürbar. Dort herrscht eine konzentrierte und ernsthafte Atmosphäre.

Die Verlierer schauen nur zu

33 Spieler kämpfen um einen Platz in der Mannschaft. Einen so großen Konkurrenzkampf gab es noch nie bei Union. Da schadet jede verpasste Trainingseinheit. Die Verlierer in der ersten Hälfte des Trainingslagers sind daher schnell gefunden. Außenverteidiger Julian Ryerson zog sich gegen den SV Ried beim 3:0-Testspielsieg eine Zerrung der Wadenmuskulatur zu. Stürmer Suleiman Abdullahi kam wegen Visa-Problemen zu spät aus seiner Heimat Nigeria und absolviert in Österreich lediglich Laufeinheiten. Innenverteidiger Florian Hübner plagt sich mit Kapselproblemen im Knie und kann nur zuschauen: "Es gibt für mich gerade nichts Schlimmeres, als im Kraftraum zu stehen und die Jungs auf dem Platz trainieren zu sehen. Das ist natürlich bitter, aber was soll ich machen."

Aufstiegshelden machen Dampf

Wo es Verlierer gibt, da finden sich auch Gewinner. Beim Testspiel gegen den SV Ried traf Grischa Prömel gleich zweimal sehenswert aus der Distanz. Der 24-Jährige setzt seine starke Entwicklung fort und zeigt sich selbstbewusst und lautstark in den Übungseinheiten. Die Flügelspieler Marcel Hartel und Akaki Gogia spüren den Konkurrenzkampf im Angriff, beide zeigten sich spiel- und lauffreudig in den Testspielen.

Stürmer Sebastian Polter erarbeitete sich gegen Linz so viele Torchancen wie sonst kein Unioner, auch wenn er nur einmal ins Tor traf. Insgesamt ist Trainer Urs Fischer zufrieden mit den spielerischen Fortschritten seines Teams nach den beiden Siegen gegen Linz und Ried. "Da war Zugriff da, wir haben präziser gespielt und wir haben Geschwindigkeit in unsere Aktionen bekommen und damit hat jeder Gegner Mühe."

Die Bundesligadinos brauchen Zeit

Fischer hat gegen Blau-Weiß Linz das erste Mal Christian Gentner eingesetzt. Der bundesligaerfahrene Mittelfeldspieler hatte ein unauffälliges 45-Minuten-Debüt im Union-Trikot. Der Trainer fordert Geduld mit dem 33-Jährigen, der eine Führungsrolle einnehmen soll. Zeit braucht auch noch Innenverteidiger Neven Subotic, der immer wieder individuell arbeitet, um seinen Trainingsrückstand aufzuholen. Es gibt zarte Hoffnungen, dass er im Testspiel gegen Aue (20. Juli, 16 Uhr live im rbb) sein Debüt geben könnte. Damit würde er den Konkurrenzkampf in der Verteidigung weiter verschärfen. Weniger als fünf Wochen bleiben den Spielern noch, um sich zu empfehlen. Am 18. August startet der 1.FC Union seine Bundesligapremiere gegen den Champions League-Teilnehmer RB Leipzig.

Sendung: Inforadio, 15.07.2019, 11.15 Uhr

Beitrag von Jakob Rüger

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