Jordan Torunarigha im Training von Hertha BSC. Quelle: imago/Jan Huebner
Audio: Inforadio | 19.07.19 | 11:15 Uhr | Dennis Wiese | Bild: imago/Jan Huebner

Verteidiger trifft auf alten Bekannten - Jordan Torunarigha startet mit Ante Covic in das nächste Kapitel

In der vergangenen Saison hatte Jordan Torunarigha immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. In dieser Saison soll sich das ändern. Er trainiert härter, pflegt seinen Körper und freut sich mit Ante Covic auf einen alten Bekannten zu treffen.

Herthas neuer Cheftrainer Ante Covic und Innenverteidiger Jordan Torunarigha blicken auf eine lange gemeinsame Vergangenheit zurück. Bereits in der C-Jugend trainierte der großgewachsene Innenverteidiger unter Covic - damals noch in anderer Funktion. "Da war Jordan noch Stürmer", erinnert sich Covic. Nach relativ kurzer Zeit war zu erkennen, dass er - wenn er im Profifußball Fuß fassen will - in die Verteidigung gehen muss, da er viele Voraussetzungen für einen Verteidiger mitgebracht hat." Der Trainer sollte mit dieser Entscheidung richtig liegen, die Karriere von Jordan Torunarigha geht seitdem steil bergauf.

Covic muss Überzeugungsarbeit leisten

Der 21-Jährige setzte sich nicht nur bei Hertha BSC durch, wo er seit 2006 spielt, sondern durchlief seit der U16 zudem alle Nachwuchsmannschaften des DFB. Auch Torunarigha selbst weiß, dass Covic maßgeblichen Anteil an seinem Aufstieg hatte: "Er meinte immer: Du bist zu groß für einen linken Außenspieler. Du musst Innenverteidiger spielen", sagt der gebürtige Chemnitzer heute. Damals gefiel ihm diese Umstellung hingegen weniger. Wie viele Jugendspieler wollte er in jungen Jahren als Stürmer spielen und Tore erzielen – nicht verhindern.

So wollte der damals 14-Jährige in die Fußstapfen seines Vaters treten. Ojokojo Torunarigha, der in seiner Karriere für den Chemnitzer FC, Borussia Neunkirchen und den FC Sachsen Leipzig auflief, spielte als offensiver Mittelfeldspieler zwölf Mal für die nigerianische Nationalelf. Ante Covic erinnert sich, dass er in der Familie Torunarigha zunächst Überzeugungsarbeit leisten musste als er seinen Schützling zum Verteidiger umschulte. Gerade Vater Ojokojo war nicht begeistert von der Versetzung ins Abwehrzentrum. "Am Anfang war schon eine gewisse Skepsis in der Familie. Sie haben mir dann aber vertraut und ich habe es mir hinterher ja auch bestätigt", erzählt Covic schmunzelnd.

Torunarigha achtet jetzt mehr auf seinen Körper

Nach der C-Jugend verloren sich die Wege von Covic und Schützling Torunarigha zwischenzeitlich ein wenig. Erst in der U23 trafen beide wieder aufeinander und erneut ebnete Covic dem nun etablierten Innenverteidiger den Weg. Der Trainer führte Torunarigha an den Profibereich heran, was schließlich dafür sorgte, dass Trainer Pal Dardai auf den damals 19-Jährigen Torunarigha in der Abwehr setzte.

In der letzten Saison wurde Torunarigha allerdings immer wieder durch hartnäckige Verletzungen gestoppt und kam so nur auf 14 Einsätze in der Bundesliga. In dieser Spielzeit soll sich das ändern. Seine Gesundheit steht im Vordergrund, Torunarigha pflegt seinen Körper. Mit einem Individualtrainer schuftete er in der Sommerpause, um in der neuen Saison endlich wieder durchstarten zu können. "Ich möchte so viele Spiele machen, wie es geht und auf meinen Körper achten. Dafür möchte ich nach dem Training ausdehnen, öfter in den Kraftraum und ins Eisbad gehen", erklärt er.

Großer Konkurrenzkampf in der Abwehr

Um auch weiter in Herthas Abwehrreihe gesetzt zu bleiben, wird das auch nötig sein. Die Mannschaft wurde nochmal verstärkt: Mit Neuzugang Dedryck Boyata, Nationalspieler Niklas Stark, Karim Rekik und eben Torunarigha bewerben sich vier Innenverteidiger auf die zwei Positionen im Abwehrzentrum. Trainer Covic kann sich allerdings gut vorstellen, dass Torunarigha nach der U15 und U23 unter ihm auch in Herthas Profimannschaft zum Einsatz kommt. "Man freut sich unglaublich, ihn dort zu sehen. Ich weiß, dass Jordan in der Vergangenheit unglaublich viele Angebote gehabt hat, sich aber immer wieder für den Weg mit Hertha entschieden hat. Wenn er gesund und vom Kopf stabil bleibt, werden wir noch viel Freude mit ihm haben", freut sich der Trainer auf eine neue Saison mit seinem alten Schützling.

Sendung: Inforadio, 19.07.19, 11:15 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Ich finde, er ist eine coole Sau! Ich hoffe, dass er und Hertha durchstarten....

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