Ante Covic lacht bei seiner Vorstellung als Hertha-Trainer (Quelle: imago images / Bernd König)
Bild: imago images / Bernd König

Neuer Hertha-Trainer Ante Čović - "Wir wollen der unangenehme Gegner sein"

Mit der Vorstellung von Ante Čović als Cheftrainer beginnt bei Hertha BSC ein neues Kapitel. Der Kroate will in der Bundesliga mit Offensiv-Fußball begeistern. Langfristig will der Verein weiter nach oben. Dabei könnte auch der Millionen-Deal helfen.

Ante Čović lächelte viel, als er am Montagnachmittag den vollen Presseraum von Hertha BSC betrat. Ganz offiziell wurde der Kroate als neuer Cheftrainer des Bundesligisten und damit Nachfolger von Pal Dardai vorgestellt.

Da saß er also, der Neue. Hier ein Nicken, da eine flüchtige Begrüßung. Čović schaute in viele bekannte Gesichter. Denn wirklich neu ist der Cheftrainer des Bundesligisten nicht.

"Es war an der Zeit, dass Ante die Chance bekommt"

"Ich bin Ante Čović, 43 Jahre alt und seit über 20 Jahren im Verein tätig. Und ab heute habe ich das Vergnügen, die Geschicke unserer ersten Mannschaft leiten zu dürfen", freute sich der ehemalige Mittelfeldspieler auf seine neue Aufgabe. Und während er sich vorstellte, wurde schnell spürbar: Die Motivation ist hoch bei Ante Čović.

"Es war wirklich an der Zeit, dass Ante diese Chance bekommt", bekräftigte auch Manager Michael Preetz die Entscheidung. Der 51-Jährige hat mit vielen Kandidaten gesprochen. "Mit jedem weiteren Gespräch hatte ich das Gefühl, das wir die richtige Lösung eigentlich schon im Verein haben", so Preetz.

Čović trug schon als Spieler das Trikot von Hertha BSC und begann seine Trainerkarriere als Coach der U15-Mannschaft. Über die Jugendmannschaften arbeitete er sich zum Trainer der zweiten Mannschaft hoch, die er in den letzten sechs Jahren betreute. "Ich gehe in mein zehntes Jahr als Trainer. Deshalb glaube ich, es ist jetzt der richtige Zeitpunkt für mich, um den nächsten Schritt zu machen", erklärte Čović.

"Wir wollen der unangenehme Gegner sein"

In der Bundesliga will er mit der relativ jungen Mannschaft vor allem mit Offensivfußball überzeugen. "Ich will sie von der Leine lassen und das Spiel aktiver gestalten. Unsere Aufgabe wird es sein, eine gewisse Flexibilität ins Spiel zu bringen."

"Wir wollen der unangenehme Gegner sein", erklärte Čović, der mit seinem Team zum Saisonauftakt auf niemanden Geringeres als den FC Bayern München trifft. Natürlich sei es nicht ideal, zu Beginn gegen den schwierigsten Gegner anzutreten, aber "man sollte nicht so viel jammern."

Preetz will trotz Millionendeal nicht "durchdrehen"

Auch über die wirtschaftliche Situation kann sich der Verein aktuell nicht beklagen. Erst in der vergangenen Woche war der Unternehmer Lars Windhorst mit seiner Beteiligungsgesellschaft Tennor bei den Berlinern eingestiegen. Für 125 Millionen Euro hatte er 37,5 Prozent der Anteile gekauft.

"Es braucht keiner Sorge haben, dass wir in irgendeiner Form durchdrehen", stellte Manager Preetz nach dem spektakulären Deal klar. "Wir sind nicht in der Lage, den FC Bayern oder Borussia Dortmund anzugreifen, aber unser Rahmen verändert sich natürlich. Idealerweise wollen wir in der Zukunft wieder regelmäßig international mitspielen."  

Entweder Messi - oder eben Neymar

Zwei wichtige Spieler haben die Hauptstädter für die kommende Saison auch weiter in Berlin gehalten. Wie der Verein am Montag bekanntgab, wird Marko Grujic für ein weiteres Jahr vom FC Liverpool ausgeliehen. Mittelfeld-Kollege Ondrej Duda verlängerte seinen Vertrag vorzeitig. Auch unter Čović setzt Hertha BSC weiterhin darauf, junge Talente zu entwickeln und zu fördern. "Wir werden weiter nach jungen, entwicklungsfähigen Spielern suchen, die zu uns passen."

Auf die Frage, ob es dennoch einen bestimmten Spieler gebe, den der Verein gerne verpflichten würde, ergriff Manager Preetz das Wort. "Jetzt kannst du deinen Messi-Wunsch äußern", scherzte er Čović mit einem Augenzwinker zu. Der Kroate lachte. "Und wenn das nicht klappt, dann kommt Neymar."

Sendung: Abendschau, 01.07.2019, 19.30 Uhr

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