Die Spieler von Union Berlin bejubeln ein Tor im Testspiel gegen Aue. Bild: imago/Contrast
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1:1 im Testspiel - Union überzeugt eine Halbzeit gegen Aue

Rund einen Monat vor dem Start in die erste Bundesligasaison der Vereinsgeschichte zeigt sich Union Berlin zumindest phasenweise in guter Form. Das Testspiel gegen Zweitligist Erzgebirge Aue endete am Samstagabend mit 1:1 (1:0), aber es gab auch Gewinner.

Bundesliga-Neuling Union Berlin zeigt sich einen Monat vor Saisonstart zumindest phasenweise in einer guten Form. Das Testspiel gegen Zweitligist Erzgebirge Aue am Samstagabend endete 1:1 (1:0). Dabei zeigten die Berliner vor der Pause eine souveräne, nach der Halbzeit eine uninspirierte Leistung, am Schluss fehlte nach dem Trainingslager noch die Kraft.

Ujah empfiehlt sich in der Spitze

Nimmt man die erste Halbzeit dieses Testspiels zum Maßstab, dann könnte man einen Monat vor Saisonstart festhalten: Union hat sich verstärkt. Immerhin hatten die Köpenicker das letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams in der abgelaufenen Zweitligasaison noch mit 0:3 verloren. Am Samstag dagegen hatten die Berliner Aue lange Zeit souverän unter Kontrolle, obwohl der Zweitligist in der Vorbereitung schon deutlich weiter ist.

Einige Namen unter den insgesamt 12 Neuzugängen hatten das gestiegene Niveau freilich bereits vermuten lassen. Aber das, was Urs Fischers Team in der ersten Hälfte im Erzgebirge Stadion zeigte, sah schon ziemlich gut und bundesligareif aus. Mit Christian Gentner neben Grischa Prömel auf der Doppelsechs - spielte Union phasenweise ansehnlichen Kombinationsfußball und kontrollierte vor allem das Mittelfeld. Der ehemalige Stuttgarter Gentner zeigte, dass er mit seiner Dynamik eine echte Weiterentwicklung in Unions Offensivspiel sein kann. Gleich mehrmals versuchte er es mit guten Distanzschüssen.

In der Sturmspitze durfte erneut der bundesligaerfahrene Anthony Ujah beginnen und er wurde merklich gesucht von den Kollegen. Beim Tor zum 1:0 für Union allerdings fand ihn sein Sturmpartner Marcus Ingvartsen eher zufällig: Der Däne versuchte sich nach einer Ecke von Christopher Trimmel an einem Volleyschuss, der verunglückte und zur Flanke wurde. Ujah reagierte schnell und köpfte zur Führung ein (17. Minute).

Wechsel nehmen den Rhytmus

In der zweiten Hälfte wurde dann der Zweitligist stärker. Aue startet bereits in der kommenden Woche in die neue Spielzeit, für die Gastgeber war dies also der letzte Test vor dem Saisonstart, dementsprechend wenig wechselten die "Veilchen". Union-Trainer Fischer dagegen tauschte in der Viertelstunde nach dem Seitenwechsel fast sein ganzes Personal. So ging Union mehr und mehr der Rhythmus verloren.

Das Zusammenspiel war nun kaum noch zielführend, der eingewechselte Sebastian Polter hing vorne im Sturm größtenteils in der Luft. Union kontrollierte dennoch lange Zeit das Spiel, erst in der Schlussphase ließen die Kräfte nach und Aue kam zu einigen gefährlichen Torchancen. Daferner traf schließlich noch zum 1:1-Ausgleich, kurz darauf hatten die Gastgeber sogar  die Chance aufs Siegtor.  

Kader noch "ein bisschen aufgebläht"

"Wir kommen aus zehn Tagen Trainingslager. Dass man dann da mal nach 85 Minuten ein bisschen unkonzentrierter wird, das können wir glaube ich verkraften", sagte Christian Gentner nach dem Spiel zur Schlussphase. Er freute sich stattdessen lieber über die Leistung zuvor: "Es war ein guter Test gegen einen Zweitligisten, der eine Woche vor Saisonstart ist. Wir haben den Gegner größtenteils kontrolliert, haben ganz ganz wenig zugelassen." Aue hatte am Mittwoch noch mit 4:1 gegen den zweiten Berliner Bundesligisten Hertha BSC gewonnen.

Für Union Berlin bleiben jetzt noch drei Wochen bis zum DFB-Pokalspiel gegen Halberstadt und vier bis zum Bundesligaauftakt gegen RB Leipzig. Bis dahin dürfte auch personell noch einiges geschehen. "Ein bisschen aufgebläht", nannte Gentner den Kader der Eisernen. Erste Tendenzen sind langsam zu erkennen, allerdings eher auf der Gewinner-Seite.

Gentner selbst und Anthony Ujah zählen nach den Eindrücken der letzten Testspiele zu den auffälligsten Spielern der bisherigen Vorbereitung. Säulen des Aufstiegsteams wie Innenverteidiger Marvin Friedrich und Mittelfeldspieler Grischa Prömel ebenfalls. Noch ziemlich offen wirkt dagegen der Kampf um die Plätze auf den Flügelpositionen, wo Neuzugang Sheraldo Becker in der ersten Halbzeit gegen Aue zumindest einige gute Ansätze zeigte und mit seinem Tempo Chancen kreierte.

Sendung: rbb Fernsehen, 20.07.2019, 16 Uhr

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