Marko Grujic mit dem neuen Chefcoach Ante Covic. / imago/Jan Huebner
Bild: imago/Jan Huebner

Interview | Hertha-Mittelfeldspieler Grujic - "Ante war sehr wichtig für mich - und ist es immer noch"

Marko Grujic geht in seine zweite Saison bei Hertha BSC. Die Leihe aus Liverpool ist im Mittelfeld der Berliner im Eiltempo eine feste Größe geworden. Im Interview spricht der Serbe über Teamgefühl, seine Rolle - und die besondere Beziehung zu Cheftrainer Ante Covic.

rbb|24: Herr Grujic, Sie befinden sich mitten in der Vorbereitung zur neuen Saison. Was ist größer: die Qual oder der Spaß?

Marko Grujic: (schmunzelt) Eigentlich macht es viel Spaß. Wir verbringen viel Zeit mit den Mannschaftskollegen. Zwischen den Einheiten oder nach dem Abendessen spielen wir Karten oder Playstadion. Das machen wir nicht ganz so oft, wenn wir in Berlin sind. Die Trainingseinheiten sind natürlich sehr anstrengend, aber das sollte in der Saisonvorbereitung auch so sein.

Wie ist ihr Eindruck des Teams und des neuen Trainers Ante Covic?

Ich bin sehr glücklich, wie es zurzeit läuft. Covic lässt sehr viel mit dem Ball trainieren, das mögen wir Spieler natürlich am liebsten. Vor dem ersten Spiel im DFB-Pokal feilen wir noch an der Taktik und analysieren den Gegner. Hauptsächlich geht es in der Saisonvorbereitung aber darum, fit zu werden und den Körper auf eine lange Saison vorzubereiten. Die Taktik wird sich dann auch während der Saison einspielen.

Sie haben zu Ante Covic schon länger eine ganz besondere Verbindung ...

Ich kann mich mit ihm auf Serbisch unterhalten, bereits in der vergangenen Saison hat er mir bei der Eingewöhnung in den Verein und die Stadt sehr geholfen. Da wussten wir noch gar nicht, dass er in dieser Saison Cheftrainer sein wird. Ante war also sehr wichtig für mich - und er ist es immer noch. Unsere Beziehung hat sich jetzt aber ein bisschen verändert. Er ist jetzt mein Trainer und da gibt es keinen Schutz für irgendjemanden. Auch nicht für mich. Alle Spieler spielen die gleiche Rolle. Jeder muss im Training kämpfen, um einen Platz in der Mannschaft zu bekommen. Das machen wir. Und am Ende werden wir sehen, wer spielt.

Mit Ante Covic kann ich mich auf Serbisch unterhalten, bereits in der vergangenen Saison hat er mir bei der Eingewöhnung in den Verein und die Stadt sehr geholfen.

Marko Grujic über seine besondere Beziehung zum neuen Chefcoach

Hat Ante Covic mit Ihnen schon über Ihre Rolle auf dem Feld in der neuen Saison gesprochen?

Natürlich sprechen wir viel miteinander. Er erwartet von allen seinen Mittelfeldspielern sowohl offensive als auch defensive Arbeit. Mich sieht er aber trotzdem wegen meiner Größe mehr in der Offensive, im gegnerischen Strafraum. Bei Flanken soll ich der Abnehmer im Strafraum sein und möglichst viele Kopfballtore erzielen. Das ist für die Verteidiger nicht einfach zu verteidigen. Aber wir befinden uns noch in der Vorbereitung. Die Beine sind nicht die frischesten und alles sieht vielleicht noch nicht so schnell aus, wie wir es können. Aber in den nächsten Tagen werden wir bei 100 Prozent ankommen.

Ante Covic trainiert hier im Trainingslager zwei unterschiedliche Taktiken. Mal lässt er die Mannschaft in einer 3-5-2-Formation spielen, mal im 4-3-3. Welche Formation bevorzugen Sie?

Ich glaube, dass im modernen Fußball diese Formationen nur Zahlen auf dem Papier sind. Auf dem Platz müssen wir variabel sein, jeder muss seine Position finden. Solange wir also auf dem Feld gut aufgestellt sind, Ballbesitz haben und den Ball gut laufen lassen, mache ich mir keine Gedanken darüber, wie der Trainer uns beim Anpfiff formiert. Das Wichtigste ist, dass du die Mitte gut abdeckst. Von dort kommt die meiste Gefahr.

Sie haben sich dazu entschieden, ein weiteres Jahr bei Hertha zu bleiben. Wie ist Ihr Kontakt zum FC Liverpool und Ihre Beziehung zu Jürgen Klopp? Verfolgt er Ihre Leistungen?

Das hoffe ich natürlich. Er ist ja der ehemalige Trainer von Borussia Dortmund, kennt und verfolgt die Bundesliga also gut. In der vergangenen Saison hat er mir immer mal wieder eine Nachricht geschrieben: "Hey, du hast gut gespielt, das hat mir gefallen." Wir haben uns auch ein paar Mal in Liverpool getroffen, da hat er mir gesagt, ich sei auf einem guten Weg. Wenn ich verletzungsfrei bleibe und in der Bundesliga dieses Jahr wieder gute Leistungen zeige, hätte ich gute Chancen, in der nächsten Saison Spieler beim FC Liverpool zu werden.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Jakob Rüger. Es handelt sich um eine übersetzte und redigierte Fassung des englischsprachigen Originals.

Sendung: Inforadio, 30.07.2019, 18:15 Uhr

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