Reinhard Fink am 13.08.2019 in Berlin mit dem Plakat seines Vaters (Quelle: rbb/zibb/Dennis Wiese)
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Gedenk-Plakate zum Saisonstart - Union-Fans nehmen Fotos von Verstorbenen mit ins Stadion

Union Berlin in der Bundesliga: Darauf warteten die Fans jahrzehntelang. Manche vergeblich - sie starben bevor die "Eisernen" aufsteigen konnten. Bei der Aktion "Endlich dabei" werden sie auf Plakaten am historischen ersten Spieltag noch einmal lebendig.

Als Frau Henning das schwarz-weiße Plakat ihres verstorbenen Ehemanns im Köpenicker Union-Fanhaus in den Händen hält, bricht sie in Tränen aus. "Das bedeutet alles (...) für die ganze Familie", sagt sie. "Er war Fußballtrainer für Union-Nachwuchs." Zum Bundesliga-Auftakt am Sonntag wird sie kurz vor Spielbeginn mit ihrem Sohn das Plakat zur Vereinshymne hochhalten. Mehr als 450 Unioner werden es ihr gleichtun: mit dem Abbild ihrer toten Angehörigen im Stadion An der Alten Försterei.

Bei der Aktion "Endlich dabei" konnten Union-Fans für 13 Euro ein Foto ihres verstorbenen Angehörigen, früheren Spielers oder Vereinsmitarbeiters hochladen und auf ein 70 Zentimeter hohes und breites Plakat drucken lassen. Seit dem 12. August können die Banner im Union-Fanhaus in Köpenick abgeholt werden. Initiiert wurde die Aktion von Fanclubs und Fanverbänden.

Mit dem Vater im Stadion: früher und heute

Ein weitere Teilnehmer der Aktion ist Alt-Unioner Reinhard Fink. Vor 50 Jahren ging er als Siebenjähriger zum ersten Mal gemeinsam mit seinem Vater zu einem Spiel in der Alten Försterei - es folgten viele weitere. "Unser Platz war immer auf Höhe des Elfmeterpunktes", erzählt Fink. "Früher haben alle immer verkündet und gesungen, dass Union in die 1. Bundesliga kommt. Aber da war natürlich überhaupt nicht dran zu denken - schon gar nicht zu DDR-Zeiten."

Im Jahr 2000 ist Reinhard Finks Vater verstorben. "Mich hat es geärgert, dass mein Vater die Hoch-Zeit von Union nicht mehr miterleben kann. Umso mehr freut es mich jetzt, dass wir in der Lage sind, wieder zusammen ins Stadion zu 'gehen'", sagt Fink. "Zum ersten Bundesligaspiel."

Sendung: zibb, 16.08.2019, 18:30 Uhr

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8 Kommentare

  1. 8.

    So kann halt nur ein Nicht-Unioner reden! Schon mal was vom Leitgedanken gehört? Union ist eine große Familie, in der man füreinander da ist.
    Ich bin kein eingefleischter Fussballfan, war "nur" grosse Schwester eines Vollblut-Unioners, der mit 54 Jahren viel zu früh verstarb. Diese Ehrung jetzt ist das Größte! "... und niemals vergessen..." spiegelt sich auch in dieser Aktion wieder. DANKE Union, für mich seid ihr der Verein mit Herz und ich hoffe, ihr könnt es mit eurer Leistung allen zeigen!!!

  2. 6.

    Hallo Eiserne,
    Viel Glück beim Erfolg in der Bundesliga. 1967 war ich das erste Mal in der Alten Försterei und war wahnsinnig begeistert von der Atmosphäre. Ich drücke euch ganz fest die Daumen. Ich hoffe das es Euch gelingt eine guten Platzierung zu erkämpfen.

  3. 5.

    Musst ja nicht hinjehn, wenn Dir dit nich jefällt. Dit unterscheidet Leute wie Dir von die Unionfans.
    Und ansonsten jilt: Hauptsache Spaß

  4. 4.

    Finde ich total lieb. Ist bestimmt ein tolles Erlebnis für alle Fans. Look

  5. 3.

    sehr coole Aktion mit hohem Seltenheitswert. Beweist das man auch in der Stunde des Erfolges auch an die voraus gegangenen Väter und Freunde denken sollte
    @borning, wir gehen eben nicht zum Fussball gucken, sondern wir gehen zu UNION!

  6. 2.

    Mann, jeht doch einfach mal nur Fussball gucken! Bei Union ist alles immer mit pathetisch Brimborium verbunden...

  7. 1.

    Eine tolle Aktion.

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