Fan des 1. FC Union Berlin beim Singen der Vereinshymne "Eisern Union" (Quelle: imago-images/Bernd König)
Bild: imago-images/Bernd König

1. FC Union gegen RB Leipzig - "Es ist nur ein Fußballspiel"

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte tritt der 1. FC Union am Sonntag (18 Uhr) in der Fußball-Bundesliga an. Das Ziel der "Eisernen": Gegen RB Leipzig mutig und fokussiert ins Spiel zu gehen. Und Trainer Urs Fischer? Ist die Ruhe selbst. Von Friedrich Rößler

Stolz präsentierte sich der 1. FC Union Berlin auf der ersten Pressekonferenz vor einem Bundesliga-Spiel: Eine lange Zeit der Freude und Vorfreude sei nun zu Ende, konstatierte Sprecher Christian Arbeit. Und auch Trainer Urs Fischer bemerkte, dass auf einmal viel mehr Leute bei der Pressekonferenz anwesend wären.

Nur Florian Hübner und Laurenz Dehl fehlen

Der Schweizer fügte aber sofort hinzu, dass "wir sieben Wochen dafür hart gearbeitet haben und das Drumherum ausblenden müssen. "Sich auf das Spiel und nur auf das Spiel zu fokussieren - das werde die Herausforderung am Sonntag sein.

Zwar sei vieles neu für das Team und das Umfeld An der Alten Försterei, doch "es ist nur ein Fußballspiel im neuen Abenteuer erste Bundesliga", sagte Fischer. Er habe schon Ähnliches während seiner Trainerzeit in Basel erlebt, so der 53-Jährige. Mit dem FC gewann er 2016 und 2017 die Schweizer Meisterschaft und 2017 den Schweizer Cup.

Der 1. FC Union besitzt für die neue Saison einen 33-köpfigen Kader und für das Premierenspiel gegen RB Leipzig fehlen dem Bundesligisten nur Innenverteidiger Florian Hübner und Mittelstürmer Laurenz Dehl.

Fischer verrät keine Aufstellungsdetails

Immer wieder wurde Urs Fischer darauf angesprochen, wie er die Aufstellung im Team kommuniziere, ob das eine Art Lotterie sei? "Nein, dann hätte ich den Beruf verfehlt, dann musst du ins Casino, ich habe ein Team für die Aufstellung und dort herrscht Einigkeit."

Aufstellungsdetails wollte der Schweizer den anwesenden Medienvertretern nicht verraten - schließlich höre der Gegner ja mit. Zur von ihm geforderten Einstellung seines Teams äußerte sich Fischer hingegen gern. Fokussiert wolle man das Spiel angehen, mutig bleiben und überraschen. "Wenn uns das gelingt, dann wird alles gut. Wir dürfen auf keinen Fall in eine Schockstarre verfallen und müssen die Bedingungen annehmen."

Fischer: "Fanboykott ist erledigt"

Dazu gehört auch, dass die organisierte Fanszene von Union zu einem 15-minütigen Stimmungsboykott aufgerufen hat. Diese Ankündigung hat viel polarisiert, denn gerade die Alte Försterei mit ihren lautstarken Anhängern gilt als Stärke der Eisernen und kann die Mannschaft tragen oder beflügeln. Etwas genervt kommentierte Urs Fischer die wiederholte Frage nach dem Stimmungsboykott mit den Worten, dass er und der Verein alles zu dem Thema bereits gesagt hätten. "Der Fanboykott ist erledigt, wichtig wird, was nach den 15 Minuten passiert."

Uli Hoeneß (Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
dpa

Auf Berlin können wir uns freuen. Weil das ein Club ist, der eine ganz besondere Ausstrahlung hat. Herzlich willkommen!

Uli Hoeneß, Präsident von Rekordmeister Bayern München

Die Fans hätten sich eben entschieden, der Verein akzeptiere dies. "Wir wollen Stimmung, die Fans wollen eine Aussage machen und fertig", konstatierte Fischer. Auf der Homepage der führenden Fangruppe "Wuhlesyndikat" [www.forza-grande-ultras.de] heißt es: "Aber wir werben für unsere Ansichten und wir werben dafür, wie so oft in unserer Geschichte, gemeinsam zu handeln und gemeinsam ein starkes Bild abzugeben. Sowohl in den ersten 15 Minuten, als auch in den 75 anschließenden Minuten dieses für uns einmaligen Moments, in denen wir unsere Mannschaft und unseren Verein aus voller Kraft wie gewohnt unterstützen werden."

Schon um 16 Uhr am Sonntag sollen sich die Tore An der Alten Försterei öffnen, um das ausverkaufte Stadion in aller Ruhe mit den vielen vorfreudigen Fans zu füllen. Den Gegner kennen die Köpenicker noch aus der 2. Liga: Im Heimspiel 2014/15 gewann Union mit 2:1, eine Saison später spielten die Eisernen 1:1. "Gegen RB wirst du wenig Zeit zum Überlegen haben", warnte Trainer Urs Fischer und liebäugelte damit, dass "die Mannschaft alles daran setzen werde, wieder eine Serie zu starten." In der abgelaufenen Saison hatte Union nur fünf von 34 Spielen verloren.

Sendung: rbb UM6, 16.08.2019, 18 Uhr

Beitrag von Friedrich Rößler

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8 Kommentare

  1. 8.

    Pflicht erfüllt, protestiert und bei der Kür - Tore schießen versagt. Macht weiter so.

  2. 7.

    Union Berlin begann die wichtigste und sicher aufregendste Saison seiner Geschichte mit einem Boykott, also mit Verachtung für den sportlichen Gegner und somit eigener Selbsterhöhung. Ich mochte Union immer, ab heute nicht mehr, das ist mir echt zu blöd.
    Steht gerade 0 : 3, es ist die richtige Antwort !

  3. 6.

    Cool, gleich nach dem Boykott das erste Tooooooor. Go Go Go Bullen

  4. 5.

    Ich drück den Eisernen die Daumen.

    Wer gegen die Kommerzialisierung des Fußballs ein Zeichen setzen möchte, sollte besser nur noch Spiele unterhalb der Regionalligen.

  5. 4.

    Mein Gott es sind 15 min. @ toberg, es sind die Fans, die tagelang Choreos vorbereiten und zu den unmöglichsten Zeiten (2.Liga) auswärts am Start sind /waren um die Mannschaft zu unterstützen. Ganz schlimme Fans

  6. 3.

    Boykott ist totaler Schwachsinn. Solche Fans hat Berlin und erst Recht Union nicht verdient! Hoffentlich boykottieren die vielen anderen Fans diesen Boykott.

  7. 2.

    Bin seit 20 Jahren unioner aber dieser Boykott ist der größte Hohn selbst einen Investor wie aroundtown haben der viel Geld in den Verein steckt aber gegen rb protestieren das nenne ich Schwachsinn aber die ultras bei Union denken scheinbar nicht so weit Hauptsache gegen rb

  8. 1.

    Ich habe noch keinen getroffen der für den Boykott ist. Diese Fans sollten daran denken das dort Leute stehen die ewig dort schon sind und für die es das größte ist .Ich war schon 1967 dort. Eine Minderheit bestimmt wie ich mich zu verhalten habe.Wir kämpfen v. der 1.,1. Min. gegen den Abstieg u. verschenken gleich mal 15
    Min. nur weil einige mit den Bullen nicht klarkommen.Auch morgen scheint wieder die Sonne und die Bullen gibt es immer noch.
    Doch Ihr habt die Mannschaft 15.Mi. im Stich gelassen.Die ersten,ersten 15 Min. in der Buli .
    Wie ......
    Mit eisernen Gruß
    der Teltower

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