Berlin: Handball: Bundesliga, Füchse Berlin - HSG Wetzlar, 34. Spieltag. Berlins Trainer Velimir Petkovic steht gestikulierend am Spielfeldrand. (Quelle: dpa/Gora)
Bild: Video: rbb um6 | 21.08.2019 | Jörg Hellwig

Füchse Berlin vor Bundesligaauftakt - "Am Sonntag geht es um alles"

Die vergangene Bundesligasaison war hart für die Füchse Berlin - viele Verletzte und noch mehr Niederlagen brachten Unmut. Das soll in der neuen Spielzeit anders werden. Doch schon vor dem Start am Sonntag plagen den Coach Verletzungssorgen.

Velimir Petkovic schmunzelt. Er reckt seine Arme intervallartig in die Höhe. "Ich will mit dieser Mannschaft jeden schlagen. Aber ist das möglich?", sagt er energisch und klopft mit der rechten Hand auf den Tisch. "Wir spielen schon seit zwei, drei Jahren am Maximum. Aber irgendwann, ist das nicht mehr möglich. Und: Wo ist das Maximum?" Schnell wird klar, dass der Füchse-Coach nicht vor Freude schmunzelt. Es wirkt eher sorgenvoll. Die Handball-Saison hat noch nicht mal so richtig begonnen und schon hat der 63-Jährige mit Verletzungssorgen zu kämpfen.

Zum Bundesligaauftakt beim SC DHfK Leipzig am Sonntag (13:30 Uhr) fallen mit Mattias Zachrisson, Jacob Holm und Marko Kopljar drei wichtige Akteure sicher aus. Auf den schwedischen Allrounder Zachrisson müssen die Berliner sogar die gesamte Hinrunde verzichten. Das weckt schmerzhafte Erinnerungen an die vergangene Saison, in der die Berliner zwischenzeitlich ohne zehn verletzte Spieler auskommen mussten. Der sechste Platz sprang in der Liga dabei heraus. Das soll in dieser Saison besser werden - und geht es nach Manager Bob Hanning: muss besser werden. Ein Auftaktsieg in Leipzig könnte gleich etwas Druck vom Kessel nehmen.

"Am Sonntag um 13:30 Uhr geht es um alles!"

Die Vorbereitung der Füchse lief ergebnistechnisch alles andere als reibungslos - im DHB-Pokal zitterte man sich gegen einen Zweitligisten ins Achtelfinale. Doch das spielt keine Rolle für Velimir Petkovic. Mit seiner tiefen, rauchigen Stimme, richtet er den Fokus voll auf die Partie in Leipzig: "Am Sonntag um 13:30 Uhr geht es um alles", sagt er, fast etwas pathetisch. "Ich erwarte von meinen Jungs, dass sie auf den Punkt da sind."

Apropos auf den Punkt da sein wollen: Das werden die Berliner mit ihren Kontrahenten gemeinsam haben. Die Sachsen landeten vergangene Spielzeit im gesicherten Mittelfeld (11. Platz) und werden in der engen, stimmungsvollen Halle eine echte Herausforderung für Petkovic und seine Jungs. "Die sind sehr unangenehm zu spielen. Das wissen wir. Aber wir haben auch viele erfahrene Spieler, die damit umgehen können." Das letzte Aufeinandertreffen im März verloren die Füchse (27:32): "Wir müssen aus unseren Fehlern lernen", gibt sich Petkovic zuversichtlich und lehnt sich in seinen Stuhl zurück. Im Anschluss seziert er verbal den Leipziger Kader, geht fast jeden Spieler durch. An mangelnder Vorbereitung wird das am Sonntag nicht scheitern, das macht der Coach nachdrücklich klar.

Simon Ernst - der gefühlte Neuzugang

Drei Neuzugänge haben die Berliner zur neuen Saison präsentiert. Einer, der in dieser kurzen Liste gar nicht auftaucht, ist ein gefühlter Neuzugang. Simon Ernst, 25 Jahre alter Europameister von 2018, wechselte Anfang des vergangenen Jahres trotz schlimmen Kreuzbandrisses aus Gummersbach zu den Füchsen. Seitdem arbeitet der Rückraumspieler an seinem Comeback: Gegen Leipzig wird es dann endlich so weit sein. "Gesund bleiben, das ist ganz klar", antwortet er bescheiden auf die Frage nach den persönlichen Zielen für die Saison. "Und mit der Mannschaft wollen wir uns in der Bundesligatabelle wieder ein Stück nach oben arbeiten."

Es kann also losgehen für die Füchse Berlin. Die Mission "Weiterentwicklung" wird sicher nicht einfach - in Leipzig kann am Sonntag der erste Schritt gemacht werden. Eine Niederlage wäre für die Spieler so oder so wohl wenig ratsam. "Ich bin ein sehr schlechter Verlierer. Ich bin sogar enttäuscht, wenn im Training etwas schiefgeht", sagt Coach Petkovic und schmunzelt. Doch dieses Mal ist es anders: Es wirkt zuversichtlich.

Sendung: rbb um6, 21.08.2019, 18 Uhr

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