Niklas Stark (r.) im Zweikampf mit Robert Lewandowski (l.). Quelle: imago images/ULMER
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Bundesliga | 1. Spieltag - Offensive Herthaner feiern Punktgewinn in München

Hertha BSC hat bei der Bundesliga-Premiere von Trainer Ante Covic ein Unentschieden bei Rekordmeister Bayern München feiern können. Die Herthaner belohnten sich für einen mutigen, offensiven Auftritt und feierten zudem den gelungenen Einstand eines Neuen.

Hertha BSC hat Rekordmeister Bayern München zum Bundesliga-Auftakt in der Münchner Allianz-Arena ein 2:2-Unentschieden abgerungen. Die Mannschaft von Ante Covic geriet zunächst in Rückstand, drehte zwischenzeitlich das Spiel und hielt anschließend dem bayrischen Sturmlauf stand. Auch ein Neuzugang, für den sich Bayern München mittlerweile zum Lieblingsgegner entwickelt, hatte Anteil an diesem Erfolg.  

Bayern-Schreck Lukebakio in der Startelf

Ante Covic begann bei seiner Bundesliga-Premiere als Hertha-Trainer mit Neuzugang und Bayern-Schreck Dodi Lukebakio in der Startelf. Der Rekordneuzugang der Herthaner hatte in der vergangenen Saison im Trikot von Fortuna Düsseldorf mit drei Treffern dafür gesorgt, dass sein ehemaliger Arbeitgeber den Bayern im heimischen Stadion ein Unentschieden abringen konnte. Lukebakio hatte auch bei seinem ersten Bundesliga-Auftritt im blau-weißen Trikot wieder Anteil am Punktgewinn seiner Mannschaft in München.

Bereits zu Beginn der Partie war bei der Covic-Elf die neue Handschrift ihres Trainers zu erkennen. Seine Mannschaft attackierte die Münchner früh und störte sie bereits im Spielaufbau. Immer wieder zwangen sie den Gegner so zu langen Bällen und schafften es, den Rekordmeister vom eigenen Tor fernzuhalten. Trotzdem erspielten sich die Gastgeber von Minute zu Minute mehr Feldüberlegenheit. Es gelang ihnen, die Charlottenburger in der eigenen Hälfte festzuschnüren.

Hertha dreht das Spiel

Daher fiel auch die 1:0-Führung in der 24. Minute durch Robert Lewandowski nur wenig überraschend. Der Pole nutzte die erste richtige Chance des Spiels sowie die Unordnung in der Gäste-Abwehr aus und netzte nach einem Zuspiel von Serge Gnabry ungedeckt zur Führung ein. Die Münchner spielten ihre Angriffe nach knapp 20 Minuten schnell nach vorne und schafften es, die weiterhin hoch stehenden Herthaner ein ums andere Mal zu überspielen. Zudem agierte Hertha in dieser Phase bei eigenem Ballbesitz zu hektisch und verlor die Bälle oft schon in der Vorwärtsbewegung. Somit schaffte es die Covic-Elf lange Zeit nicht, sich eigene Torchancen zu erspielen.

Erst in der 36. Minute war es ausgerechnet Dodi Lukebakio, der sich aus knapp zwanzig Metern ein Herz fasste, schoss und traf. Der Schuss des Belgiers prallte gegen den Rücken von Vedad Ibisevic und von dort unhaltbar in das Tor von Manuel Neuer. Ein glücklicher Treffer für Hertha BSC. Doch die legten nach: Nur drei Minuten später umsteuerte Marko Grujic nach einem Zuspiel von Vedad Ibisevic Torwart Neuer und traf zum überraschenden 2:1 für Hertha. In nur vier Minuten egalisierten die Blau-Weißen das Münchner 1:0.

Es war eine durchaus glückliche Führung für Hertha BSC zur Halbzeit, die die Mannschaft dennoch für das mutige, offensive Auftreten in der Münchner Arena belohnte. 

Bayern kommt schnell zurück

Nach der Halbzeit erwartete die Charlottenburger ein wahrer Sturmlauf. Zunächst scheiterte in der 52. Minute Kingsley Coman, wenig später Serge Gnabry (56.) bis Schiedsrichter Harm Osmars in der 59. Minute nach Begutachtung der Videobilder auf Foulelfmeter entschied. Marko Grujic hatte Robert Lewandowski im Strafraum umgestoßen, der Stürmer verwandelte den für Ante Covic "ärgerlichen Strafstoß" persönlich (60.). Mit seinem zweiten Treffer des Spiels sorgte der 30-Jährige für den verdienten Ausgleich.

Auch im Anschluss war die Mannschaft von Niko Kovac das spielbeherrschende Team. Immer wieder rollten die Angriffe der Bayern auf die Verteidigung der Hertha zu. Niklas Stark und seine Nebenmänner hielten dem Ansturm allerdings stand und so wurde die Partie immer mehr zur Zitterpartie für alle Hertha-Fans - einem Punktgewinn in München hätten sicherlich alle blau-weißen Anhänger vor dem Spiel zugestimmt.

Immer wieder kamen die Spieler des FC Bayern zu Torabschlüssen, immer wieder warfen sich die Herthaner in die Schussbahn. So schaffte es das Team von Ante Covic, das 2:2-Unentschieden über die Zeit zu retten und so einen Punkt aus dem ausverkauften Münchner Stadion zu entführen. "Wir nehmen den Punkt natürlich gerne mit. Wenn du hier erfolgreich sein willst, brauchst du glückliche Momente und einen guten Torwart - beides hatten wir heute", erklärte Ante Covic nach dem Abpfiff.

Sendung: rbb24, 16.08.19, 21:45 Uhr

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6 Kommentare

  1. 6.

    Eigentlich sind die Herthaner ja Gesundbrunner, aber da sie dort nicht mehr spielen, sondern im Charlottenburger Olympiastadion, kann man schon mal Charlottenburger schreiben. Mich freut es jedenfalls dass die Herthaner nach dem ersten Spiel vor den Köpenickern in der Tabelle stehen und das wird hoffentlich so bleiben.

  2. 5.

    Aber nur vorn euch. Kein anderes Medium sagt Charlottenburger. Hertha ist nunmal für alle Berliner. Union mag da anders sein. Aber auch Ihr macht das erst, seit Union aufgestiegen ist. Finde es einfach daneben, immer noch Grenzen zu bauen.

  3. 4.

    Ich finde auch, dass es nicht so richtig passt. Als Charlottenburger sehe ich mehr TeBe obwohl die Gründung des Vereins ja auch woanders war.
    Kurz zum Spiel. Es war ein sehr unterdurchschnittliches Spiel. Bayern nicht gut, Hertha schlechter. Mal sehen ob es besser wird als in den letzten Jahren. Man spielte ja gegen die "Großen" häufig Punkte ein und ließ bei den anderen Spielen einfach zu viele liegen.

  4. 3.

    Guten Tag! Die Bezeichnung "Charlottenburger" wurde schlicht gewählt, um ein wenig Abwechslung reinzubringen. Die Mannschaft von Union Berlin wird ja auch als "Köpenicker" bezeichnet. Beste Grüße

  5. 2.

    Wieso werden die Berliner in dem Artikel „Charlottenburger“ genannt? Ist Charlottenburg nicht Berlin? Die Spieler der Münchner werden ja auch nicht „Untergiesing-Harlachinger“ genannt...

  6. 1.

    Gut und doch schade, denn da war mehr drin. Grujic möge bitte cleverer agieren. Hr Lukebakio wirkte in der zweiten Hälfte entweder müde oder bei weitem nicht austrainiert. Auch wenn nicht immer sortiert war die Abwehrleistung der Verteidigung durchaus beachtlich.

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